Ein gebürtiger Landshuter steht auf der Fahndungsliste der US-Bundespolizei. Das FBI sucht Bernhard Eugen Fritsch und führt ihn unter seinen meistgesuchten Betrügern, den „Most Wanted Fraudsters“. Für Hinweise, die zur Festnahme und zur Verurteilung führen, zahlt die Behörde bis zu 150.000 Dollar. Die Ermittler vermuten den 65-Jährigen mittlerweile in München oder im näheren Umkreis.

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Fritsch kam am 27. Juli 1961 in Landshut zur Welt. Er ist 1,88 Meter groß, wiegt rund 100 Kilo und hat graubraunes Haar. Er spricht Deutsch und Englisch. Neben seinem echten Namen nutzte er laut FBI auch den Alias Charles Wiest.
FBI wirft Starclub-Chef Fritsch millionenschweren Investorenbetrug vor
Fritsch führte die kalifornische Technikfirma Starclub Inc. Zwischen Januar 2014 und August 2017 sammelte er laut FBI rund 35 Millionen Dollar bei Investoren ein. Unter Starclub wollte er eine Software und eine App bauen, mit der Prominente und Influencer ihre Werbedeals zu Geld machen können. Der Gesuchte behauptete, er habe Verträge mit großen Medien- und Unterhaltungskonzernen. Außerdem wirft ihm das FBI vor, die Geschäftszahlen von Starclub falsch dargestellt und so seine Geldgeber angelockt zu haben.
Mindestens 7,3 Millionen Dollar aus dem Geld der Investoren steckte Fritsch in seine privaten Ausgaben. Er zahlte damit seine Hypothek und weitere Kosten für sein Wohnhaus und teure Luxusautos. Auch das teilt das FBI mit. Im April 2025 sprach ihn ein Gericht in Kalifornien dafür schuldig – wegen „Wire Fraud“, also Betrug über elektronische Wege.
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Fritsch entkommt mehrfach Behörden und flieht nach München
Im Juni 2025 setzte sich Fritsch ab. Eine Anhörung stand an, bei der das Gericht seine Kaution widerrufen wollte. Er erschien nicht. Stattdessen floh er nach Los Mochis im mexikanischen Bundesstaat Sinaloa. Am 3. Juni 2025 stellte das Bundesbezirksgericht in Los Angeles einen Haftbefehl aus.
Im September 2025 griff die mexikanische Polizei ihn auf. Er trug gefälschte Papiere bei sich. Die Behörden ließen ihn wieder frei, er sollte sich alle zwei Wochen beim Einwanderungsgericht melden. An diese Auflagen hielt er sich nicht. Am 6. Oktober 2025 floh er dann weiter nach München.
Urteil in den USA: Deutscher zu 15 Jahren Haft und Millionenstrafe verurteilt
Zwei Wochen später fiel das Urteil: Am 20. Oktober 2025 verurteilte ihn das Gericht in Abwesenheit zu 15 Jahren Gefängnis und 35.000 Dollar Geldstrafe. Später ordnete es außerdem an, dass er 26.806.901 Dollar zurückzahlen muss.
Das FBI geht davon aus, dass Fritsch weiter in Deutschland lebt. An die USA ausliefern dürfen ihn die deutschen Behörden nicht. Das verbietet Artikel 16 Absatz 2 des Grundgesetzes. Ein Verfahren in Deutschland könnte ihm dennoch drohen. Hinweise zu dem Fall nimmt das FBI-Büro in Los Angeles, sowie jede amerikanische Botschaft, entgegen.








