- Beim „Aarauer Rave“ in der Schweiz ist eine 22-Jährige durch Schüsse getötet worden, mehrere Menschen wurden verletzt
- Die Polizei hat in der Nacht zu Montag einen 43-jährigen Schweizer festgenommen
- Ermittler gehen inzwischen von einem Amoklauf aus
- Im Fahrzeug des mutmaßlichen Schützen findet die Polizei zwei Waffen
Bei dem tödlichen Angriff bei einem Rave im Schweizer Kanton Aargau hat es sich nach Polizeiangaben um einen Amoklauf gehandelt. Dort war in der Nacht zu Sonntag eine Frau erschossen worden, mehrere Menschen wurden verletzt. Die Polizei geht nun mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit von einem Einzeltäter aus. „Es gibt keinerlei Hinweise auf weitere tatbeteiligte Personen“, sagte Polizeichef Michael Leupold. Im Zusammenhang mit dieser Tat bestehe keine Gefahr für die Bevölkerung.
Schweiz: Polizei fahndete rund 24 Stunden nach dem Täter
Nach den Schüssen auf einer Technoparty hatte die Schweizer Polizei in der Nacht zu Montag einen Verdächtigen festgenommen. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich um einen 43-jährigen Schweizer, der unter dringendem Tatverdacht steht. Laut Angaben der Polizei leide der mutmaßliche Schütze zudem unter „psychischen Problemen“ – konkreter ging die Polizei nicht auf die psychische Verfassung des 43-Jährigen ein.
Bei dem Festival „Aarauer Rave“ in der Schweiz soll er in der Nacht zu Sonntag eine 22-jährige Italienerin getötet und mehrere Menschen verletzt haben. Bei den Verletzten handelt es sich um vier Schweizer Männer und eine deutsche Frau im Alter von 24 bis 31 Jahren. Sie seien leicht bis schwer verletzt worden, hatte es geheißen. Alle sind inzwischen außer Lebensgefahr.
Pistole und Sturmgewehr im Auto des mutmaßlichen Schützen gefunden
Seit der Festnahme am Montag verweigerte der Schweizer die Aussage, sagte der Aargauer Kantonsstaatsanwalt Christoph Rüedi am Mittwoch bei einer Pressekonferenz. Nach Polizeiangaben wurden zwei Pistolen und ein Sturmgewehr im Auto des Verdächtigen gefunden. Das Motiv für den Angriff sei weiterhin unklar, sagte Polizeichef Michael Leupold. Der Verdächtige sei der Polizei bisher nicht bekannt gewesen und habe keine bekannten Verbindungen zu extremistischen Bewegungen gehabt. Den Ermittlern zufolge handelte der Schütze allein und gab etwa 40 Schüsse ab, ehe er mit seinem Auto floh.

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Eine 24-jährige Deutsche, die bei dem Rave verletzt wurde, schilderte der Boulevardzeitung „Blick“ nach eigenen Angaben, wie sie die Schüsse erlebt hat. Sie sei nach den Schüssen und Schreien mit anderen davongerannt und habe zunächst gar nicht bemerkt, dass sie verletzt war. Erst später habe sie Blut gesehen. Sie sei von zwei Streifschüssen im Hüftbereich getroffen worden. Sie lebe in der Schweiz. Die Verletzungen würden gut verheilen.
Polizei fahndete seit Sonntag nach dem Täter
Wer die Schüsse abgegeben hatte, war am Wochenende noch völlig unklar. Nach dem Täter wurde laut Polizei gefahndet. „Wir befinden uns im Moment mitten in einem laufenden Großeinsatz“, sagte der Kommandant der Kantonspolizei Aargau, Oberst Michael Leupold, bei einer Pressekonferenz am Sonntagabend. „Ein Ende dieses Großeinsatzes ist nicht absehbar.“
Er fügte hinzu: „Solange die Täterschaft nicht identifiziert und angehalten ist, sind wir immer noch in der Phase der Gefahrenabwehr.“ Es gebe für die Behörden momentan drei gleichrangige Hypothesen: Es könne sich um einen Terrorakt, einen Amoklauf oder eine Abrechnung im kriminellen Milieu handeln, sagte Leupold weiter. Am Tatort soll Munition von zwei unterschiedlichen Waffen gefunden worden sein, gab die Polizei am Abend bekannt. Zudem sei an zwei Orten geschossen worden.
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Schweiz: Polizei fahndet nach Täter
Am Sonntagnachmittag hatte ein Polizeisprecher gesagt, man gehe nicht davon aus, dass der oder die Täter sich noch in Aarau aufhielten. Gegen einen Anschlag spreche laut Ermittlern, dass sich der Vorfall erst ereignete, als die Veranstaltung an ihr Ende gekommen war. Die Gegend wurde großräumig abgesperrt.
Auf einem Video, das die Schweizer Zeitung „Blick“ veröffentlichte und das von der Nähe des Tatorts stammen soll, sind rund zehn Schüsse zu hören. Die Polizei könne „mehrere Schussabgaben bei einer größeren Personengruppe“ bestätigen, so Polizeisprecherin Vanessa Rumpold. Die Polizei bat darum, Video- und Bildmaterial an den Instagram-Kanal der Kantonspolizei Aargau zu senden.
Auch die Polizei auf deutscher Seite sei an den allgemeinen Fahndungsmaßnahmen beteiligt, hieß es. Dies sei reine Routine in der Polizeiarbeit, betonte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Freiburg. Angaben zu den konkreten Maßnahmen machte er nicht. Der Tatort liegt Luftlinie knapp 20 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt.

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„Aarauer Rave“: Techno-Festival mit rund 3500 Besuchern
Laut Schweizer Medien fielen die Schüsse in der Nacht zu Sonntag zwischen 2 und 3 Uhr bei der Veranstaltung „Aarauer Rave“. Dabei handelt es sich um eine Techno-Party von Samstagnachmittag bis in die Nacht zum Sonntag mit rund 3500 Besuchern auf der Pferderennbahn von Aarau. Aarau im Schweizer Kanton Aargau liegt etwa 40 Kilometer westlich von Zürich.

Gegenüber der Schweizer Zeitung „Blick“ äußerten sich mehrere Zeugen. Zunächst hätten die Besucher die Schüsse für ein Feuerwerk gehalten, so eine Frau. Dann habe jemand „Alle runter!“ gerufen. Die Gruppe habe sich daraufhin unter dem DJ-Pult versteckt. Eine Frau sei von einer Kugel getroffen worden. Alle Besucher des Raves seien von der Polizei in eine Turnhalle gebracht worden. „Es war schrecklich“, so die Zeugin gegenüber der Zeitung. Das Ganze habe sich unmittelbar nach dem Ende der Veranstaltung abgespielt.
DJ nach Schüssen in der Schweiz: „Absolut herzzerreißend“
Bei Instagram äußerte sich auch der DJ der betroffenen Veranstaltung. Was auf dem Rave passiert sei, sei absolut herzzerreißend, schrieb DJ Tekibo. „Techno und Raves sollten ein Ort der Freiheit und Sicherheit sein.“

Er versuche immer noch, das Ganze zu verarbeiten. Er habe einen wichtigen Menschen verloren und finde einfach nicht die richtigen Worte. Er werde sich für eine bestimmte Zeit zurückziehen, kündigte er an.
bee/lro/dpa/afp










