George Clooney, Luxusvillen, internationale Promis und jedes Jahr unzählige Touristen: Der Comer See gilt als eine der glamourösesten Destinationen Italiens. Nun sorgt ausgerechnet ein Fahrradverbot in der historischen Innenstadt der Stadt Como für Aufregung.

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Bürgermeister Alessandro Rapinese will Fahrräder und E-Bikes aus der Altstadt verbannen – und stößt damit auf heftigen Widerstand. Stadtchef Rapinese plant ein weitreichendes Verbot für Fahrräder und E-Bikes in den zentralen Fußgängerbereichen des Zentrums. Die Maßnahme soll vor allem dem Schutz der Fußgänger dienen.

Auslöser für Fahrradverbot ist Unfall des Bürgermeisters

Auslöser für die harte Linie des Stadtchefs ist ein persönliches Erlebnis: Rapinese wurde kürzlich selbst von einem E-Bike angefahren und verletzt. Der Vorfall habe seine Sicht auf die Problematik verändert. „Die Menschen handeln aufgrund ihrer Erfahrungen“, erklärte der Bürgermeister. Er habe durch seinen Unfall unmittelbar erfahren, welche Folgen es haben könne, von einem Fahrrad erfasst zu werden.

Rapinese verteidigt seine Pläne mit einem klaren Argument: In den Gassen der Altstadt sollen Fußgänger ungestört unterwegs sein können. Fahrräder hätten seiner Ansicht nach dort grundsätzlich nichts zu suchen. Wer mit seinem Fahrrad durch eine entsprechende Straße müsse, könne es schließlich schieben, argumentiert der Bürgermeister. Besonders schnelle E-Bikes sieht der Stadtchef als zusätzliches Sicherheitsrisiko.

Doch die geplanten Änderungen gehen deutlich über ein Fahrradverbot hinaus. Auch für den Lieferverkehr sind neue Einschränkungen vorgesehen. In der historischen Altstadt, die von ihren mittelalterlichen Stadtmauern geprägt ist und täglich zahlreiche Touristen anzieht, sollen Lieferungen künftig grundsätzlich nur noch zwischen 6 und 11 Uhr möglich sein. Außerhalb dieses Zeitfensters sollen die betroffenen Bereiche weitgehend vom Fahrzeugverkehr freigehalten werden.

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Como: Geschäftsleute sorgen sich um Tourismus

Gleichzeitig ist vorgesehen, die bestehenden Fußgängerzonen zu vergrößern. Einige Bereiche könnten künftig sogar rund um die Uhr für sämtliche Fahrzeuge gesperrt werden. Davon wären auch Autos betroffen, mit denen Gäste von Ferienwohnungen und Airbnb-Unterkünften unterwegs sind. Gerade die geplante Ausweitung der Fußgängerzone sorgt für Diskussionen. Betroffen sind auch Straßen, die bisher nicht vollständig für den Autoverkehr gesperrt waren. Gegen die Pläne des Bürgermeisters formiert sich bereits Widerstand. Verschiedene politische Parteien kritisieren die geplanten Einschränkungen.

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Auch Geschäftsleute in der Innenstadt fürchten negative Folgen. So unter anderem, dass erschwerte Liefermöglichkeiten und zusätzliche Verkehrsverbote die Erreichbarkeit der Geschäfte beeinträchtigen könnten. Gerade für Betriebe in der stark vom Tourismus abhängigen Innenstadt ist die Frage des Lieferverkehrs von großer Bedeutung. Besonders deutlich fällt der Protest einer Bürgerinitiative aus: „Nova Como“ bereitet bereits eine Fahrraddemonstration vor.

Bürgermeister Rapinese lässt sich von der Kritik nicht beeindrucken. Er argumentiert, dass in den verkehrsberuhigten Bereichen die Fußgänger zahlenmäßig deutlich den Radfahrern überlegen seien. Aus Sicht des Bürgermeisters sollen die neuen Regeln deshalb vor allem eines schaffen: mehr Sicherheit und Ruhe für Menschen, die zu Fuß durch die Altstadt unterwegs sind. Für Como kommt die Debatte zu einem Zeitpunkt, an dem die gesamte Region mit den Folgen ihrer enormen touristischen Popularität umgehen muss.