Wo waren wir stehen geblieben? Es ist eine Krux mit den Zeugen im Prozess um Kindesentführung gegen Christina Block, Gerhard Delling und fünf Mitangeklagte vor dem Landgericht Hamburg. 141 waren ursprünglich vorgesehen. Längst nicht alle wurden geladen. Neue kamen hinzu mitten im Verfahren gegen die Hamburger Unternehmerin, die die Vorwürfe im Sinne der Anklage bestreitet. Ihr Ex-Mann Stephan Hensel sagte bereits aus. Er war in der Silvesternacht 2023/2024 im dänischen Gråsten niedergerungen und misshandelt worden, während die Kinder Klara und Theo von Maskierten verschleppt wurden.

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Die beiden jüngsten Kinder des vormaligen Ehepaares Block/Hensel sollten zunächst als Zeugen im Prozess gegen ihre Mutter aussagen. Sie wollten „ihre Geschichte erzählen“, hieß es, die sie von den Aussagen im Verfahren so nicht widergespiegelt fanden. Nun wird offenbar aus Fürsorgegründen eine Gutachterin den Verfahrensbeteiligten im Saal 237 über die Verfassung der Kinder berichten.
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Christina Block und ihre Kinder: Hin und Her mit den Zeugen im Prozess
Das Hin und Her mit den Zeugen hat auch mit den Israelis zu tun, deren zehnköpfige Kidnapper-Truppe sich tröpfchenweise bereiterklärt hatte, zunächst bei der Staatsanwaltschaft in Hamburg und dann auch – bei freiem Geleit, denn gegen sie wird ja ermittelt – vor Gericht auszusagen. Erklärungen und Befragungen von Keren T. und David B., den geständigen Köpfen der Operation „Bring Kids Home“, verschlangen mehrere Prozesstage. Verzögerungen durch ein Flugverbot infolge des Kriegs im Nahen Osten taten ihr Übriges.
Nach der abgeschlossenen Vernehmung von Keren T. gab es für alle Gelegenheit, dazu sehr ausführliche Stellungnahmen abzugeben. Sie klangen wie vorweggenommene Plädoyers – und es zog den Prozess weiter in die Länge
Block-Prozess: Richterin Isabel Hildebrandt oft im Clinch mit Anwalt Ingo Bott
An Prozesstag 56 am Montag (15. Juni) hat David B. erneut in dem ihm mittlerweile bekannten Sicherheitssaal des altehrwürdigen Strafjustizgebäudes mit angeschlossener U-Haftanstalt ausgesagt. Wo war seine Befragung stehen geblieben? Nach der Vorsitzenden Richterin Isabel Hildebrandt und der Staatsanwaltschaft haben alle Verteidiger das Recht, Fragen zu stellen sowie der Nebenkläger.
B. wiederholte, wie sehr der Tod und die Beerdigung von Christa Block die Familie belastet haben. Man habe sich sehr gewünscht, dass die in Dänemark lebenden Kinder zur Trauerfeier kämen. Gleichzeitig hatte man die Befürchtung, dass es Ärger geben könnte, wenn Stephan Hensel bei der Beerdigung auftauchen sollte. B. sagte, Christina Block habe versucht, mit Stephan Hensel einen „Deal“ auszuarbeiten, um Garantien zu geben, dass die Kinder nach der Trauerfeier nach Dänemark ckmehren sollten.
Block-Tochter Klara offenbar am Wochenende in Hamburg
Christina Blocks Verteidiger Ingo Bott wies am Rande der Verhandlung darauf hin, dass seine Mandantin „angeschlagen sei“. Sie habe am Wochenende erfahren, dass ihre Tochter Klara in Hamburg sei. Das habe sie emotional stark mitgenommen, zumal Klara ihre Tante kontaktiert habe. Dabei war nicht deutlich, ob eine Tante von Klara oder Christina Blocks Tante Marlies Head gemeint war.
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Konnte die Entführung rechtlich überhaupt eine Entführung sein?
In einem ausführlichen Streit um ein Detail aus dem Familienrecht ging es vor der Zeugenaussage um einen für den gesamten Prozess entscheidenden Punkt. Konnte die Rückholaktion der Kinder überhaupt eine Entführung sein? Denn Christina Block hatte doch das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht.
Nein, sagte Hensels Familienanwalt Gerd Uecker, so dürfe man das nicht sehen. Zum Zeitpunkt der Entführung habe das materielle Recht Dänemarks gegolten. Der Beschluss zum alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Mutter sei nicht mehr gültig gewesen.
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Aus dem Verteidigerkreis wurde beantragt, dass die Kammer von Richterin Hildebrandt sich zu der familienrechtlichen Situation zum Zeitpunkt der Entführung äußert. Richterin Hildebrandt nahm das nüchtern hin, entschied oder sagte aber nichts.
Christina Block: Zwei aus der israelischen Kommandotruppe sollen noch aussagen
Aus der israelischen Ad-hoc-Gruppe um David B. und Keren T. wird in Hamburg noch Thach K. erwartet, einer der Fahrer aus der Silvesternacht, und Jonathan C. aus dem Überfallkommando gegen Vater und Kinder. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt. Er könnte mit der Beweisaufnahme, Anträgen und Plädoyers sich im August 2026 dem Ende neigen.






