Bei ihr fühlte sie sich aufgehoben, gehört – in ihren Ängsten und Sorgen ernst genommen. In ihr habe sie eine „echte Freundin“ gefunden, eine Vertrauensperson. So hatte es Christina Block an den ersten Prozesstagen im vergangenen Sommer erzählt. „Ich heulte mich bei Olga aus, wo, wenn nicht dort?“ Ihr Verteidiger Ingo Bott sagte, dass diese Frau Christina Block Trost spendete, in einer Zeit, in der die „Festung Hensel“ fest verschlossen gewesen war.
Die Frau nannte sich mal Olga, mal Doris White. In Wahrheit heißt sie Keren T. Die Israelin war bei der Luftwaffe, hat Grafikdesign und Produktdesign studiert, ein Sportzentrum gemanagt und schließlich als verdeckte Ermittlerin für die Polizei in der Organisierten Kriminalität recherchiert. So hatte sie es zumindest im Januar bei der Staatsanwaltschaft Hamburg ausgesagt (als Beschuldigte in einem eigenen Verfahren). Im Block-Prozess tritt sie nun als Zeugin auf – ebenfalls unter freiem Geleit.
An diesem 50. Prozesstag berichtet die Zeugin aus Israel unter anderem davon, wie viel Druck ausgeübt wurde, die Kinder Klara und Theo von Dänemark nach Deutschland zu bringen. Wie Christina Block verzweifelt über ihre Situation gewesen sei. Und dass diese bei einem letzten Treffen im Hotel Grand Elysée vor der mutmaßlichen Entführung eine Tasche mitgebracht habe. Der Inhalt: ein Teddy, ein Kissen und ein Pullover. Sie habe sich bei dem Team bedankt und sich mit den Worten verabschiedet: „Viel Glück, ich hoffe, Sie haben Erfolg.“


