Bei dieser Entführer-Truppe reibt man sich die Augen – mehrfach. David B., der Chef des israelischen Kommandos, das die Block-Kinder Klara und Theo in der Neujahrsnacht 2024 dem Vater Stephan Hensel in Dänemark entriss, weiß nach eigenen Angaben manch Detail seiner eigenen Aktion nicht. „Da müssen Sie Keren fragen.“ Und diese Keren T., auch „Olga“ genannt, verweist bei Fragen rund ums Geld wieder an David B.
Zwei wollten nicht mal die angebotenen 10.000 Euro Tatlohn. Einer, Jonathan C., der „Deutsche“ mit früherem Wohnsitz in Hamburg, drehte während der Aktion etwas gewalttätig durch. Später bissen ihn offenbar Polizeihunde im Wald. Die Kidnapper-Autos mieteten zwei Teilnehmer der „Operation“ am Flughafen Hamburg auf ihren echten Namen.
Und dann holt der lange stumm im Prozess um Christina Block, Gerhard Delling und fünf Mitangeklagte sitzende schmächtige Kampfsportler Tal S. unvermittelt die Keule raus: Christina Block sei bei dem Vorbereitungstreffen im Hotel Grand Elysée dabei gewesen, als die Mannschaft, maskiert bis auf David B. und Keren T., letzte Details besprach. Nach dem wortreichen „Sorry“ gegenüber Stephan Hensel entschuldigte sich der in U-Haft sitzende Tal S. am vergangenen Freitag auch bei Christina Block für Monate des Verschweigens.


