Dass zu wenig Schlaf ein Gesundheitsrisiko darstellt, ist seit Langem bekannt. Frühere Studien haben zudem gezeigt, dass Schlafmangel das Risiko für Demenzerkrankungen erhöhen kann. Eine neue Studie der York University in Toronto (Kanada) geht nun einen Schritt weiter: Die Forschenden haben ermittelt, welche Schlafdauer mit dem geringsten Risiko für Demenz im späteren Leben verbunden ist.
Schlaf gegen Demenz? Sieben bis acht Stunden laut Experten optimal
Die Metaanalyse ist in dem Online-Fachmagazin „Plos One“ erschienen. Dafür wertete das Team 69 bereits veröffentlichte Studien mit insgesamt 4,5 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus. Untersucht wurden die Zusammenhänge zwischen körperlicher Aktivität, täglicher Sitzzeit und Schlafdauer. Dabei handelt es sich um Faktoren, die Menschen zumindest teilweise selbst beeinflussen können.
Die Auswertung zeigt: Eine Schlafdauer von sieben bis acht Stunden pro Nacht ist mit dem niedrigsten Demenzrisiko verbunden. Wer weniger als sieben Stunden schläft, hat demnach ein um 18 Prozent erhöhtes Risiko für eine spätere Demenzerkrankung. Bei einer Schlafdauer von mehr als acht Stunden steigt das Risiko laut der Analyse sogar um 28 Prozent.
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Demenzrisiko: Auch zu viel Schlaf ist schädlich
Die Ergebnisse decken sich mit früheren Untersuchungen, unter anderem der University of California San Francisco gemeinsam mit der Harvard Medical School. Auch diese Studie kam zu dem Schluss, dass nicht nur Schlafmangel, sondern auch übermäßig langer Schlaf mit einem erhöhten Demenzrisiko in Zusammenhang stehen kann. Die Sleep Health Foundation, Australiens führende Non-Profit-Organisation für Schlafgesundheit, empfiehlt daher eine Schlafdauer von sieben bis neun Stunden pro Nacht.

Darüber hinaus stellten die Forschenden der York University fest, dass Menschen, die täglich mehr als acht Stunden sitzen und sich weniger als 150 Minuten pro Woche körperlich betätigen, ein höheres Demenzrisiko aufweisen.
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Gleichzeitig weisen die Wissenschaftler darauf hin, dass ihre Übersichtsarbeit keine Ursache-Wirkungs-Beziehungen nachweist. Die Ergebnisse zeigen lediglich statistische Zusammenhänge. So legen andere Studien nahe, dass ein erhöhter Schlafbedarf auch ein frühes Anzeichen einer bereits beginnenden Alzheimer-Erkrankung sein kann. In diesem Fall wäre die längere Schlafdauer nicht Ursache, sondern Begleiterscheinung der Krankheit.
Obwohl die Forschenden selbst keine Experimente durchführten, verweisen sie auf die bekannten Vorteile von ausreichend Schlaf und regelmäßiger Bewegung. Beides könne dazu beitragen, die Durchblutung des Gehirns aufrechtzuerhalten, Stoffwechselprodukte abzutransportieren und gleichzeitig weitere körperliche Funktionen zu unterstützen, die eng mit der Gehirngesundheit verknüpft sind.






