Der Dachstein, einer der markantesten Berge der Alpen, verliert sein Eis schneller, als Experten bisher prognostiziert haben. Bereits in wenigen Wochen könnte die einst schneebedeckte Verbindung zwischen Hallstätter und Schladminger Gletscher endgültig verschwunden sein. Damit würde ein Stück alpiner Landschaft, das Generationen von Bergsteigern und Wintersportlern prägte, Geschichte.

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Der Grund: Der vergangene Winter brachte nur rund zwei Meter Neuschnee – ein Viertel der sonst üblichen acht bis zehn Meter. Zu wenig, um die sommerliche Schmelze auszugleichen. Hinzu kamen hohe Temperaturen und starke Regenphasen. „Wir erleben gerade eine sehr dynamische Entwicklung am Berg“, sagte der Geschäftsführer der Dachstein Gletscherbahn, Georg Bliem, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Der Gletscher schrumpfe sichtbar, Regen und Hitze setzten dem Eis massiv zu.
Klimawandel legt alte Liftanlage am Dachstein frei
Wie rasant dieser Wandel ist, zeigt ein Fund, der in den vergangenen Tagen Schlagzeilen machte. Nach rund 50 Jahren im Eis sei eine Holzkonstruktion wieder ans Licht gekommen, berichtete Bliem der dpa. Dabei handelt es sich um Reste einer Liftanlage, die Ende der 1960er- oder Anfang der 1970er-Jahre in Betrieb gewesen sein dürfte.
Gegenüber der „Kleinen Zeitung“ erklärte Bliem, damals sei auf dem Dachstein noch im Juni und Juli Skifahren möglich gewesen. Vermutlich habe die Anlage Trainingszwecken gedient und sei vom Hallstättergletscher in Richtung Dirndl verlaufen. Nach einigen Jahren sei der Lift zugeschneit und unter der Eisdecke verschwunden. „Nun ist der Lift im Zuge des Klimawandels wieder aufgetaucht“, so der Seilbahn-Chef.
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Wintersport am Dachstein – vom Alltag zur Erinnerung
Der Fund erinnert daran, wie sehr sich die Bedingungen am Dachstein verändert haben. Während Skibetrieb in den 1970er-Jahren noch selbstverständlich war, wurde er in den letzten Jahren zunehmend unmöglich. Bereits 2023 bauten die Betreiber die letzten Schlepplifte ab, der Skibetrieb wurde eingestellt.
Ein Zeugnis dieser Vergangenheit ist auch ein altes Ticket, das kürzlich im Gletscher gefunden wurde – ein kleiner Fund, der noch einmal deutlich macht, wie selbstverständlich Wintersport auf dem Dachstein einst war.

Was das Ticket im Kleinen zeigt, bestätigen die Daten im Großen: Nach Angaben eines Forscherteams schrumpfte die Fläche des Hallstätter Gletschers seit Mitte des 19. Jahrhunderts von 5,27 auf etwa 2,22 Quadratkilometer.
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Tourismus am Dachstein unter Druck
Die Gletscherschmelze wirkt sich auch direkt auf den Tourismus aus. Wanderwege müssen verlegt und gesichert werden, weil Felsklüfte zutage treten, die zuvor von Eis überdeckt waren. Besonders bedroht ist eine beliebte Attraktion: der in den Gletscher gegrabene „Eispalast“. Nach Bliems Einschätzung könne er vielleicht nur noch vier bis fünf Jahre existieren.
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Gletscherschmelze als Mahnmal der Alpen
Die im Eis konservierten Holzteile, ein altes Ticket oder andere Fundstücke wirken heute wie Zeitkapseln. Sie zeigen, wie rasch sich die Alpenlandschaft wandelt – und wie sichtbar die Folgen des Klimawandels am Dachstein bereits sind.
mit dpa








