Nachdem am Donnerstag im Osten Russlands ein Passagierflugzeug abgestürzt ist, prüfen Ermittler die Ursache für den Absturz. Möglich ist, dass der Pilot einen Fehler gemacht hat – oder das veraltete Flugzeug einen technischen Fehler hatte. Das Flugzeug war auf dem Weg von Chabarowsk nach Tynda an der Grenze zu China, mit Zwischenstopp in Blagoweschtschensk.

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An Bord befanden sich nach Angaben von Gouverneur Wassili Orlow 49 Personen, darunter auch Kinder. Rettungsdienste sprachen zunächst von 46 Insassen. Ob unter den Passagieren auch Ausländer sind, ist bislang nicht bekannt. Nach Behördenangaben sind alle Insassen ums Leben gekommen. Während die Rettungskräfte versuchen, an die Unglücksstelle vorzudringen, läuft parallel die Suche nach der Absturzursache. Die Maschine vom Typ An-24 galt als alt. Wie inzwischen bekannt wurde, gab es bereits mehrere Vorfälle mit ihr in den vergangenen Jahren.
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Flugzeug in Russland abgestürzt: Maschine vom Typ An-24 knapp 50 Jahre alt
Rettungskräfte hatten bereits am Nachmittag (Ortszeit) im Osten von Russland nach der Maschine vom Typ An-24 gesucht. Die Maschine war gegen 13 Uhr Ortszeit (6 Uhr MESZ) beim Landeanflug auf den Flughafen der Kleinstadt Tynda im Amurgebiet vom Radar verschwunden. Zuvor habe die Crew aber keine Probleme mit dem Flugzeug gemeldet.
Die aus dem Rettungshubschrauber aufgenommenen Bilder von der Unglücksstelle lassen das Schlimmste vermuten. Das brennende Wrack liegt mitten in der Taiga, die Bruchstücke sind weit voneinander entfernt. Spuren von Überlebenden gibt es nicht. Landen konnte der Hubschrauber nicht. Bergungstrupps müssen sich zu Fuß zum Absturzort durchschlagen, der 15 bis 16 Kilometer von der Kleinstadt Tynda im Amurgebiet nahe China entfernt liegt. Die Gegend ist nur sehr dünn besiedelt.
Wreckage of the An-24 that crashed in a forest near Tynda, in Russia's far east, on July 24. #angaraairlines #an24 #antonov pic.twitter.com/EGMwirW01X
— Air Data News (@airwayaviation) 24. Juli 2025
Russische Luftfahrt steht durch Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs vor Problemen
Der Flugzeugtyp An-24 ist eines der ältesten noch betriebenen Passagierflugzeuge weltweit. Die Serienproduktion begann Anfang der 1960er-Jahre. In Betrieb sind wohl noch knapp 60 An-24, die meisten davon in Russland, daneben gibt es in Kasachstan, Nordkorea und der Ukraine vereinzelte Exemplare.
In Russland werden die An-24 von kleineren Regionalfluggesellschaften betrieben. Die sind in der Regel knapp bei Kasse und können sich modernere Flieger nicht leisten. Das gilt auch für die Airline Angara, die nun nach dem Absturz im Fokus steht. Die Unglücksmaschine selbst war Medienberichten nach knapp 50 Jahre alt. Die Fluglizenz war demnach aber noch bis 2036 gültig.

Die russische Luftfahrtbranche kämpft mit zunehmenden Problemen, auch weil die westlichen Industrieländer wegen des 2022 von Kremlchef Wladimir Putin befohlenen Angriffskriegs gegen die Ukraine Sanktionen gegen den Sektor verhängt haben. Die Lieferung von Flugzeugen und Ersatzteilen an Russland ist verboten. Das führt dazu, dass viele Airlines im Land immer ältere Maschinen nutzen und außer Dienst gestellte Flugzeuge für Ersatzteile nutzen.
Flugzeugabsturz in Russland: An-24 hatte in der Vergangenheit technische Pannen
Obwohl die Unglücksmaschine offiziell für flugtauglich erklärt und mit einer Lizenz bis 2036 ausgestattet war, mehrten sich in den vergangenen Jahren die Warnzeichen: Seit 2018 hat die russische Flugaufsichtsbehörde Rosawijazija offiziell vier sicherheitsrelevante Vorfälle mit dem Flugzeug festgestellt. In dem Jahr rutschte die An-24 in der sibirischen Großstadt Irkutsk nahe dem Baikalsee über die Rollbahn hinaus und stieß gegen einen Lichtmast. Dabei wurde die linke Tragfläche beschädigt. Menschen kamen aber nicht zu Schaden.
2022 gab es während eines Flugs eine gefährliche Annäherung an eine andere Maschine im Luftraum. Im selben Jahr musste die An-24 kurz nach dem Start umkehren, weil der Generator versagte. Im März 2025 wiederum bat die Crew kurz nach dem Start um die Rückkehrerlaubnis, weil eine Funkanlage an Bord ausgefallen war.
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Absturz der An-24 in Russland: Ermittler prüfen zwei mögliche Ursachen
Dass die Maschine vor dem Absturz technische Probleme hatte, bestreiten die zuständigen Behörden vor Ort. Bei einer technischen Überprüfung vor dem Start seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Auch habe die Crew während des Flugs nicht über Probleme berichtet, heißt es.
Die Behörden haben ein Strafverfahren gegen die Fluggesellschaft wegen Verstoßes gegen die Sicherheitsbestimmungen eingeleitet. Der Zivilschutz nannte als wahrscheinlichste Unglücksursache menschliches Versagen. Die Piloten hätten bei schlechtem Wetter wohl die Höhe falsch eingeschätzt und eine Baumkrone gestreift.
Das Ermittlungskomitee betonte derweil, beide Versionen zu untersuchen. Neben menschlichem Versagen werde auch untersucht, ob technische Fehler zu der Katastrophe führten.
dpa/afp/viv







