Noch kann über die Absturzursache nur spekuliert werden: War es ein technisches Problem der in die Jahre gekommenen An-24 – oder ein Pilotenfehler? „Eine der Versionen, die in Betracht gezogen werden, ist ein Fehler der Besatzung, die bei der Landung bei schlechtem Wetter gegen einen Hügel geprallt ist“, sagte ein Informant der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. 43 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder waren an Bord der Maschine, niemand überlebte den Absturz. Unter den 49 Opfern sind wohl auch fünf Kinder.

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Das Flugzeug der „Angara Airlines“ startete um 07:36 Uhr Ortszeit in Chabarowsk, im fernöstlichen Teil Russlands, nahe der Grenze zu China. Ziel war die Stadt Tynda in der gleichen Region, das teilte die Pressestelle des Flughafens Chabarowsk mit. Beim Landeanflug muss es offenbar Probleme gegeben haben. Ein erster Anflug misslang, beim zweiten Anflug verschwand das Flugzeug von den Radarschirmen. „Es gab keinen Kontakt mit ihm“, teilten die Rettungsdienste mit. Wenig später fand ein Hubschrauber das abgestürzte Flugzeug. „15 Kilometer von Tynda entfernt wurde an einem Hang das Wrack einer An-24 gefunden. Das Flugzeug wurde zerstört.“, so die Rettungsdienste. Der Rumpf sei in Flammen gestanden. Der Gouverneur der Region Amur, Wassili Orlow, bestätigte den Absturz, die örtliche Staatsanwaltschaft hat ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Routine bei Flugzeugabstürzen in Russland.
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Antonow An-24: Ein Uralt-Flieger mit Turboprop-Triebwerken
Die Antonow An-24 ist ein sehr altes Flugzeug, ausgelegt für Kurzstrecken. Der erste Prototyp der Maschine, die von zwei Turboprop-Triebwerken angetrieben wird, startete bereits im Oktober 1959. Rund 1300 Maschinen dieses Typs wurden gebaut. Zu Zeiten der Sowjetunion war die An-24 ein Standard-Flugzeug, ein Drittel aller Passagiere auf Inlandsflügen wurden damit transportiert. Es gibt eine Variante als Frachtflugzeug, eine Variante als Löschflugzeug, unter der Bezeichnung An-26 ist die Maschine als Militärfrachter im Einsatz. Das jetzt abgestürzte Flugzeug mit dem Kennzeichen RA-47315 flog laut der Untersuchungsbehörde seit 1976, war 49 Jahre im Einsatz. Technisch sei die Maschine beim Start einwandfrei gewesen, als Unfallursache wird „eine Fehlfunktion des Flugzeugs und menschliches Versagen“ angenommen.
Die An-24 ist eines der ältesten noch betriebenen Passagierflugzeuge weltweit. Im Einsatz sind diese Maschinen wohl auch, weil aufgrund der westlichen Sanktionen keine Flugzeuge westlicher Bauart mehr nach Russland importiert werden. Das führt dazu, dass viele Airlines im Land immer ältere Maschinen nutzen und außer Dienst gestellte Flugzeuge für Ersatzteile ausschlachten. Westliche Ersatzteile kommen nur noch auf Umwegen ins Land, auch die Wartung macht Probleme.
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An-24: Immer wieder stürzen Flugzeuge des Typs ab
2023 wurde erstmals ein Airbus A330 zur Wartung in den Iran geflogen, berichteten damals russische Medien. An und für sich kein Problem. „Wenn ein Flugzeug flugfähig ist, macht es dann einen Unterschied, wo es repariert wurde?“, sagte ein ehemaliger russischer Pilot damals der „Deutschen Welle.“ „Ich bezweifle, dass an der Reparatur im Iran irgendetwas Besonderes ist. Ich denke, das technische Personal ist professionell genug.“ Doch immer wieder kommt es, vor allem bei russischen Inlandsflügen, zu technischen Problemen. Triebwerksschäden etwa, die die Piloten zur Umkehr zwingen. Opfer allerdings gab es bei diesen Vorfällen keine.
Dagegen kam es bei der An-24 in der Vergangenheit immer wieder zu tödlichen Unfällen. Laut dem Netzwerk „Aviation Safety Network“ kamen dabei über die Jahre 2215 Menschen ums Leben. In Russland, Ägypten, Rumänien und anderen Ländern. Überall dort, wo die An-24 im Einsatz war. Der bis zum heutigen Unglück letzte Unfall geschah im Juni 2019. Dabei musste in der russischen Republik Burjatien eine An-24, gleichfalls der „Angara Airlines“, wegen eines Triebwerksausfalls notlanden. Das Flugzeug kam von der Landebahn ab und kollidierte mit einem Gebäude. Die Passagiere überlebten damals. Doch der Kommandant und der Flugingenieur starben.







