Schon morgens um 10 Uhr schwitzen die Menschen in Palermo, der Hauptstadt von Sizilien. 30 Grad sind bereits erreicht – und es werden noch mehr. Denn Süditalien wird derzeit von einer extremen Hitzewelle heimgesucht. In Regionen wie Apulien, Kalabrien und eben Sizilien kletterten die Temperaturen dieser Tage auf bis zu 45 Grad Celsius – und werden damit vor allem ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen gefährlich.

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Italienische Medien warnen vor „Caldo Killer“ (Tödliche Hitze): Innerhalb von nur 24 Stunden sind am Montag und Dienstag an den Stränden des Salento, dem Adria-Küstengebiet im Süden der Region Apulien am Stiefelabsatz Italiens, fünf Menschen ums Leben gekommen. Vermutet wird, dass die Todesfälle mit den hohen Sommertemperaturen zusammenhängen. In Palermo gilt derweil die höchste Hitze-Alarmstufe Rot. In mehr als einem Dutzend weiterer Städte gelten ebenfalls Hitzewarnungen.

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Hitze in Italien fordert mehrere Tote – 19-Jährige darunter

Am Dienstag verloren zwei Urlauber nach plötzlichen medizinischen Notfällen am Strand ihr Leben. Gegen Mittag erlitt ein etwa 60-jähriger kroatischer Urlauber einen Zusammenbruch beim Baden im Meer von Torre dell‘Orso, einem Ortsteil der Badeortschaft Melendugno. Andere Badegäste bemerkten seinen reglosen Körper im Wasser und alarmierten die Rettungsschwimmer. Trotz des raschen Eintreffens der Sanitäter und sofortiger Wiederbelebungsversuche konnte der Mann nicht gerettet werden.

Kurz zuvor war es in Torre Inserraglio zu einem ähnlichen Vorfall gekommen: Ein 82-jähriger Mann, der in einem nahe gelegenen Ferienresort urlaubte, erlitt am Strand eines Badelokals einen Herzstillstand. Auch hier halfen sofort Badegäste, Rettungsschwimmer und medizinisches Personal – jedoch vergebens. Die Carabinieri und die Küstenwache nahmen Ermittlungen auf, der Leichnam wurde der Ehefrau übergeben.

Health Risk Warnings In Place As Rome Swelters Under Heatwave
Wer kann, sichert sich einen Platz vorm Ventilator, um der Hitze zu entkommen. © Getty Images | Antonio Masiello

Bereits am Montag hatte es drei weitere Todesfälle gegeben: Am Strand des Urlaubsortes Porto Cesareo starb ein 79-Jähriger. Ein 66-jähriger Unternehmer aus der Stadt Ostuni erlitt einen tödlichen Anfall an Bord seines Bootes. Und sogar eine 19-Jährige aus Moldawien, die mit ihren Eltern in Italien Urlaub machte, ist unter den mutmaßlichen Hitzetoten.

Extreme Hitze: Zivilschutz ruft höchste Alarmstufe aus

Das von Meteorologen „Kamel“ genannte afrikanischen Hochdruckgebiet belastet besonders Sizilien, wo noch bis Samstag außergewöhnliche Hitze herrschen soll. Auch in Apulien und Kalabrien werden Höchstwerte über 40 Grad erwartet. Besonders betroffen ist das Landesinnere, wo die Temperaturen in einigen Orten selbst nachts nicht unter 30 Grad fallen.

Der Zivilschutz hat in mehreren Provinzen die höchste Alarmstufe ausgerufen. Öffentliche Plätze, insbesondere in den Städten, wurden mit mobilen Wasserspendern und Kühlzonen ausgestattet. Die Bevölkerung wird eindringlich aufgefordert, körperliche Aktivitäten in den heißesten Stunden des Tages zu vermeiden, ausreichend Wasser zu trinken und klimatisierte Räume aufzusuchen, sofern möglich.

Extreme Hitze auch in anderen Ländern

Auch in anderen Ländern im Süden Europas leiden die Menschen unter einer extremen Hitzewelle. In der Türkei wurde am Dienstag in mehreren Provinzen über 40 Grad gemessen. Hinzu kommt die Trockenheit, wodurch sich Waldbrände schneller ausbreiten können. Einsatzkräfte kämpfen besonders im Westen des Landes gegen Brände. Mehrere Dörfer sind bereits evakuiert, es gibt mindestens zehn Tote.

In Griechenland blieben wegen der Hitze die Akropolis in Athen und andere beliebte Altertümer über die Mittagsstunden geschlossen. Auf Zypern kamen bei Waldbränden zwei Menschen ums Leben.