Portofino, der malerische Küstenort an der norditalienischen Riviera, ist weltbekannt für seinen idyllischen Hafen mit seinen bunten Häuserfassaden und seit Jahrzehnten ein Magnet für internationale Prominenz. Um das exklusive Image der Stadt zu erhalten, wurde jetzt eine neue Verordnung erlassen: Betteln und Alkohol sind ab sofort in Portofino verboten. Außerdem gilt eine neue Kleiderverordnung. Wer dagegen verstößt, muss mit Geldstrafen rechnen.
Italien-Urlaub: Strikte Regeln in Portofino gelten ab sofort
Ab sofort und bis zum 30. September verbietet die Gemeinde demnach jegliche Form von Betteln – selbst wenn sie nicht aufdringlich ist. Das Verbot gilt insbesondere im historischen Zentrum, auf öffentlichen Parkplätzen und in der Nähe von Kirchen. Darüber hinaus darf in den Straßen und auf den Plätzen kein Alkohol konsumiert oder mitgeführt werden – unabhängig vom Alkoholgehalt des Getränks.
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Wer oberkörperfrei, in Badebekleidung oder barfuß im Ort flaniert, verstößt ebenfalls gegen die neue Verordnung. Ebenso verboten sind laute Geräusche nach 0.30 Uhr. Wer sich nicht an die Vorgaben hält, muss mit Geldstrafen zwischen 25 und 500 Euro rechnen. Untersagt ist auch das Campen im Freien.
Laut Bürgermeister Matteo Viacava soll mit den neuen Regelungen die touristische Attraktivität des Ortes geschützt und unangemessenes Verhalten im öffentlichen Raum unterbunden werden, wie die Tageszeitung „Secolo XIX“ berichtet. Die Maßnahmen sind Teil eines umfassenden Ansatzes, um den Ruf Portofinos als exklusives Reiseziel für wohlhabende internationale Gäste zu bewahren. Kritiker sehen darin eine zunehmende soziale Ausgrenzung und fragen, ob der Schutz des Images auf Kosten grundlegender Freiheiten gehen darf.

Italiens Kreuzfahrttouristen im Visier der Politik
Bürgermeister Viacava ist für seine Strenge bekannt. Bereits vor zwei Jahren hatte er eine Verordnung unterzeichnet, die eine Art „rote Zone“ zwischen dem Stadtkern und den Stränden einrichtet. Hier ist es Touristengruppen verboten, stehenzubleiben, da sonst Strafen zwischen 65 und 275 Euro verhängt werden. Viacava begründete die Verordnung damit, dass er aus Sicherheitsgründen Ansammlungen an bestimmten Orten vermeiden wolle.

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„Gruppen von Kreuzfahrttouristen sorgen für Staus auf den engen Gassen. Sie geben hier kaum Geld aus, verursachen aber viele Unannehmlichkeiten“, betont der Inhaber eines Restaurants auf der Piazzetta, dem Hauptplatz von Portofino. Die Maßnahme betrifft vor allem die Flut der Kreuzfahrttouristen, die von der Hafenstadt La Spezia aus für ein paar Stunden an die Steilküste der Cinque Terre und Portofino gebracht werden. Pro Kreuzfahrtschiff nehmen bis zu 30 Busse Kurs auf Portofino.
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Mit nicht einmal 400 ständigen Einwohnern ist Portofino die reichste Gemeinde von Italien. Das Dorf ist seit den 1950er-Jahren ein Treffpunkt für internationale Prominenz. Stars wie Liza Minnelli, Frank Sinatra oder Elizabeth Taylor und Richard Burton genossen hier die Idylle. Und auch heute lebt der Ort von seinem Glamour: Medienunternehmer Piersilvio Berlusconi, Sohn von Italiens Expremier Silvio Berlusconi, wohnt hier. Das Modedesignerpaar Domenico Dolce und Stefano Gabbana besitzt hier ein Anwesen, in dem im vergangenen Sommer Madonna und andere Prominente zu Gast waren. Im letzten Jahr heiratete Ex-Tennisspieler Boris Becker in der berühmten Villa San Giorgio. Das ikonische Gebäude wurde mittlerweile vom US-Milliardär Bill Gates gekauft.




