Viele Menschen hielten sich in Neapel und in den Gemeinden der Phlegräischen Felder auf der Straße auf, als um kurz nach 12 Uhr eine starke Erschütterung zu spüren war. Mit einer Stärke von 4,4 auf der Richterskala bebte die Erde westlich der größten Metropole Süditaliens wie schon seit einigen Monaten nicht mehr. Es folgten sieben weitere leichtere Erschütterungen, wie das Nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie (INGV) meldete. Vor allem in der Nähe des Epizentrums wurden einige Häuser regelrecht durchgeschüttelt, zu größere Schäden kam es allerdings laut Behördenangaben nicht. Der für den Zivilschutz zuständige Minister Nello Musumeci berief eine Sondersitzung mit Experten ein.

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Die Erdbeben wurden von der Bevölkerung in einem breiten Gebiet registriert, das unter anderem die Hafenstadt Pozzuoli, die Gemeinde Bacoli, sowie die neapolitanischen Bezirke Fuorigrotta und Bagnoli umfasst. Aus Sicherheitsgründen wurden die Bahnverbindungen unterbrochen. Wie die italienischen Staatsbahnen (Ferrovie dello Stato) mitteilten, kam es im gesamten süditalienischen Raum zu erheblichen Verspätungen im Bahnverkehr. Schulen mussten evakuiert und geschlossen werden.
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Supervulkan sorgt wieder für Erdbeben: „Das hört nie auf“
„Ich hörte ein lautes Geräusch und dann bewegte sich der Boden. Gläser und Blumenständer fielen in meiner Wohnung um. Alle Einwohner hier sind auf die Straße gerannt, wir sind verängstigt, das hört nie auf“, sagte Rita, eine 83-jährige Pensionistin, die in Pozzuoli lebt, gegenüber lokalen Medien. Schon seit Monaten seien sie ständig mit Erdbeben konfrontiert. „Viele Eltern sind losgerannt, um ihre Kinder von der Schule abzuholen. Müsste man wirklich fliehen, wären alle engen Straßen hier blockiert und es gäbe keine Möglichkeit, die Gegend zu verlassen.“

In Bacoli wurden Aufnahmebereiche eingerichtet, um die Bürger zu empfangen, die nach dem Erdbeben in Panik auf die Straße rannten. „Wir haben zwei starke Erschütterungen gespürt, eine mit einer Stärke von 4,4 und unmittelbar danach eine mit einer Stärke von 3,5“, erklärte der Bürgermeister. Das Gebiet werde sorgfältig überwacht. Im Moment gebe es keine Sach- oder Personenschäden. „Aber wir haben bereits unsere Aufnahmezentren aktiviert, um die Bevölkerung zu unterstützen. Es gibt Personen, die aus Angst außerhalb ihrer Wohnungen schlafen wollen.“
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Erdstöße der Phlegräischen Felder werden immer stärker
Das Gebiet um den Supervulkan wird seit geraumer Zeit von Erdbeben heimgesucht. Meistens sind es kleine und kaum spürbare Erschütterungen, die die Erdkruste in dem Areal schwächen. Seit elf Jahren gilt für die Region die Alarmstufe Gelb, die zur Vorsicht aufruft. In den vergangenen Monaten kam es jedoch auch zu stärkeren Erdstößen. Vulkanologen beobachten mit Sorge die Entwicklung. Das jüngste Erdbeben hänge mit der schnelleren Hebung des Bodens im Bereich der Phlegräischen Felder zusammen, heißt es. In letzter Zeit habe sich diese Hebung verdreifacht.
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Die italienische Regierung stellte im Februar 184 Millionen Euro für ein Infrastrukturpaket bereit, mit dem Gebäude im Erdbebengebiet gesichert werden sollen. Ministerpräsidentin Giorgia Meloni teilte mit, dass sie zusammen mit Zivilschutzminister Nello Musumeci die Lage in Neapel und Umgebung verfolge.







