Für Robert F. Prevost werden es aufregende Tage: Am Donnerstagabend, nur etwa eine Stunde nachdem weißer Rauch über dem Vatikan seine Wahl verkündet hatte, zeigte sich Papst Leo XIV. erstmals auf dem Balkon des Petersdoms. Zuvor hatten ihm die Kardinäle, die ihn gewählt hatten, Gehorsam geschworen. Mit der Annahme der Wahl wurde Prevost unmittelbar Bischof der Kirche von Rom und damit Oberhaupt der katholischen Kirche mit ihren 1,4 Milliarden Mitgliedern.

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Doch bevor der Papst sich seinen vielen neuen Aufgaben widmen kann, hat er ein strenges Protokoll zu durchlaufen. Eine erste Messe in seiner Kapazität als Pontifex feiert der 69-Jährige schon am Freitag um 11 Uhr in der Sixtinischen Kapelle. Sie richtet sich an die Kardinäle, doch nach dem streng abgeschotteten Konklave ist nun auch die Öffentlichkeit wieder in der Kapelle zugelassen. Am Sonntag dürften wieder Zehntausende Gläubige auf den Petersplatz strömen, denn dann hält der Papst dort ein erstes Gebet, nachdem er am Donnerstag den Segen „Urbi et Orbi“ gesprochen hatte.
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Die eigentliche Amtseinführung findet Beobachtern zufolge vermutlich in der kommenden Woche statt. Das genaue Datum muss der Vatikan noch bekanntgeben. Ähnlich wie bei der Beerdigung von Papst Franziskus lockt dieses Ereignis erneut die Staats- und Regierungschefs aus allen Regionen der Welt nach Rom.
Für den Tag der Messe gibt es ein strenges Protokoll: Gemeinsam mit den zehn Oberhäuptern der katholischen Ostkirchen steigt der Papst zum Petrusgrab unter dem Zentralaltar des Petersdoms hinab. Dort nehmen die Diakone das Pallium – die weiße Wollstola des Papstes mit roten Kreuzen –, den Fischerring mit einer Abbildung des Apostels Petrus mit zwei Schlüsseln und das Evangeliar für den Papst an sich. Erst danach begeben sie sich in Prozession durch die Basilika zum Altar auf dem Vorplatz.
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Während dieser Prozession wird die „Laudes Regis“ – Lobpreis zu Christus, dem König – gesungen. Während des Gottesdienstes, bei dem auch die Kardinäle anwesend sind, wird dem Papst das Pallium auf die Schultern gelegt und er erhält den Fischerring. Es erklingt auch die Motette „Tu es pastor ovium“ (1585), die von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594) eigens für die Einführung eines neuen Papstes komponiert wurde. Zum Schluss des Gottesdienstes steht ein gregorianisches „Te Deum“ auf dem Programm.
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Nach der Messe zum Amtsantritt beginnt das neue Pontifikat. In den folgenden Tagen muss der neue Papst dann seine Regierungsmannschaft zusammenstellen, mit der er die Leitung der Kirche gemeinsam wahrnehmen will. Und er plant Audienzen mit Glaubensvertretern und Staatsoberhäuptern sowie erste Auslandsreisen. Für die katholische Kirche beginnt eine neue Ära.



















