Seit Sonntagabend kämpft die Feuerwehr im Harz gegen Brände im Landkreis Goslar. Das Feuer konnte zwar eingedämmt, aber noch nicht unter Kontrolle gebracht werden. Neben mehreren Hundert Einsatzkräften sollen auch Hubschrauber zum Einsatz kommen. Die Ursache der Brände ist derzeit unklar. Es habe über einen längeren Zeitraum wenig geregnet und durch den Wind konnte sich das Feuer schnell ausbreiten, hieß es. Trockenheit und Wind sorgen für einen gefährlichen Mix, der uns vor dem Hintergrund des Klimawandels möglicherweise häufiger begegnen könnte.

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Allein in den Jahren 2001 bis 2023 wurden laut „Global Forest Watch“ in Deutschland über 7000 Hektar Waldfläche durch Brände zerstört – das entspricht mehr als 9800 Fußballfeldern. Und die Tendenz ist steigend. Ein Start-up aus Brandenburg will nun helfen, Waldbrände mithilfe neuester Technologie zu erkennen und zu löschen, bevor sie zur Gefahr werden.

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Waldbrände: Neue Drohne soll Gefahren melden

Die Früherkennung von Waldbränden gewinnt zunehmend an Bedeutung. Bisher stützen sich Feuerwehren auf Satellitendaten, menschliche Sichtungen und einzelne Sensorsysteme. Doch diese haben einen Nachteil: Zwischen der Entstehung eines Feuers und Ersteinsatz können entscheidende Minuten oder gar Stunden vergehen.

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Das Start-up Dryad Networks hat nun eine neue Lösung vorgestellt: Die Drohne „Silvaguard“ soll mithilfe künstlicher Intelligenz Brände erkennen – schnell, autonom und in Echtzeit. Sie ist Teil des Systems „Silvanet“, bei dem solarbetriebene Sensoren erste Anzeichen eines Feuers erfassen, etwa entweichende Gase, die bei Schwelbränden entstehen. Sobald ein Sensor anschlägt, startet die Drohne automatisch aus ihrem Hangar, fliegt zum Einsatzort und liefert der Feuerwehr hochauflösende optische und Infrarotbilder – innerhalb weniger Minuten.

Silvaguard Drohne von Dryad
Die Silvaguard Drohne von Dryad Networks soll Waldbrände schnell erkennen. © Thilo Schoch | THILO SCHOCH

Bei einer Demonstration der Fluggeräte in einem Wald bei Eberswalde reagierte die Drohne zügig auf ein kontrolliertes Feuer, das zuvor vom Sensorsystem entdeckt worden war. Sie schwebte über dem Brandherd, dokumentierte die Ausbreitung und übermittelte präzise Daten zur Lage. Gerade in abgelegenen Regionen könnte diese schnelle Reaktion entscheidend sein – denn je früher ein Feuer entdeckt wird, desto leichter lässt er sich eindämmen.

Frühwarnsystem: Drohne „Silvaguard“ löscht Feuer ganz ohne Wasser

Noch ist Silvaguard ein Frühwarn- und Beobachtungssystem. Doch Hersteller Dryad plant bereits den nächsten Schritt: Brände im Anfangsstadium zu erkennen – und innerhalb weniger Minuten zu stoppen, bevor sie sich überhaupt ausbreiten können.

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Möglich machen soll das eine neue Löschtechnologie mit Schallwellen. Diese befindet sich noch in der Entwicklung, basiert jedoch auf einem physikalischen Prinzip, das bereits in Laborversuchen erprobt wurde. Schallwellen im niedrigen Frequenzbereich können die Sauerstoffzufuhr eines Feuers stören und so die Flammen ersticken – ganz ohne Wasser oder Löschschaum.

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Bis zur flächendeckenden Einsatzreife wird es allerdings noch dauern. In einer zweiten Entwicklungsphase will das Unternehmen nun testen, wie effektiv solche Löschtechnologien sind, wie sich die Drohnen bei längeren Einsätzen verhalten und wie sie in bestehende Notfallstrukturen integriert werden können. Das langfristige Ziel: ein flächendeckendes, solarbetriebenes Drohnennetzwerk, das rund um die Uhr als automatisiertes Waldbrand-Frühwarnsystem einsatzbereit ist.

The middle of a forest fire
Waldbrände könnten aufgrund von Klimaveränderungen in Zukunft häufiger auftreten. © Getty Images | PetePattavina

Klimawandel: In Zukunft könnte es mehr Waldbrände geben

Ein Blick in die Statistik zeigt, warum solche Systeme notwendig sind: In den USA etwa hat sich laut einer im Fachmagazin „Science“ veröffentlichten Studie die Ausbreitungsgeschwindigkeit sogenannter „Schnellbrände“ zwischen 2001 und 2020 verdoppelt. Auf diese Brände entfielen rund 78 Prozent der zerstörten Gebäude und der Großteil der Kosten.

Auch Europa ist zunehmend betroffen. Der Klimawandel verlängert die Trockenperioden, erhöht die Temperaturen und schafft Bedingungen, unter denen sich Waldbrände schneller ausbreiten können. Während herkömmliche Löschmethoden oft Stunden oder Tage benötigen, setzen neue Technologien deswegen auf ein anderes Prinzip: schneller erkennen, schneller reagieren.

Dieser Artikel wurde im April 2025 erstmals publiziert.