Blauer Himmel, die Sonne strahlt – das ist Lebensgefühl pur. Doch nicht alles glänzt auf der Baleareninsel Mallorca. Ein „Gammelfleisch-Skandal“ in der Hauptstadt Palma de Mallorca sorgt gerade dafür, dass Urlauber nicht mit Appetit ans Buffet gehen: Mitarbeiter eines Lebensmittelhändlers sollen, so der Vorwurf, Produkte aus dem Jahr 2023 so zu manipulieren, dass sie frisch und lecker aussehen. Doch das Gegenteil war der Fall. Spanische Behörden konnten 231 Kilo verdorbenes Fleisch aus dem Verkehr ziehen.

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Ein Lebensmittelskandal im Ferienparadies, und dann noch zur Eröffnung der Badesaison – das ist nicht gerade das, wovon Touristikmanager träumen. Mittlerweile wurden laut Mallorca-Zeitung fünf Personen festgenommen. Ihnen wird ein mutmaßliches Verbrechen gegen die öffentliche Gesundheit vorgeworfen, wie es heißt.
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Fleischskandal erschüttert Mallorca: Bleichmittel sollte Verwesung übertünchen
Die Details dazu sind, pardon, mehr als geschmacklos: Ausgangspunkt der Ermittlungen soll laut „Mallorca-Magazin“ ein Video in dem betroffenen Betrieb gewesen sein, das von einem Zeugen aufgenommen wurde. In der Aufnahme ist zu sehen, wie ein Mann routiniert Fleischstücke zerkleinert. „Ohne jede Scheu“, so heißt es, habe er das Fleisch bearbeitet. Dabei habe er zu einer großen Flasche mit Bleichmittel gegriffen und den Inhalt großzügig über das Fleisch gegossen.
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„Dann reibt er die chemische Substanz mit bloßen Händen in das bereits verwesende Gewebe ein – dunkle Stellen verschwinden, das Fleisch wirkt dadurch heller, sauberer und frischer“, so ist zu lesen. Und im Anschluss sollen Mitarbeitende des Betriebs die Chargennummern auf den Verpackungen verändert und neue Haltbarkeitsdaten aufgedruckt haben, um die Ware erneut verkaufen zu können.
Zwar wurden laut regionaler Medien die betroffenen Unternehmen bislang nicht namentlich genannt, doch stehen Behördenangaben zufolge drei Männer und zwei Frauen im Zentrum der Ermittlungen. Die Polizei und das Gesundheitsministerium beschlagnahmten bereits umfangreiches Beweismaterial, darunter auch das manipulierte Fleisch.

Diese „vorsätzliche Veränderung von Lebensmitteln durch den Einsatz potenziell gesundheitsgefährdender Produkte“, wie es korrekt heißt, könnte schlimme Folgen haben. Die Guardia Civil und auch die Generaldirektion für öffentliche Gesundheit der Balearenregierung werden nicht müde zu betonen, dass der Verzehr von abgelaufenem Fleisch eine ernsthafte Gesundheitsgefahr darstellt. Aus diesem Grund müsse das Verbrauchsdatum von Lebensmitteln unbedingt eingehalten werden.
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Im besten Fall schmecke verdorbenes Fleisch einfach nur eklig. Aber Gammelfleisch kann auch gefährlich sein, weil es Bakterien und Bakteriengifte enthält, die zu starken Lebensmittelinfektionen führen können. Zu den Erregern zählen zum Beispiel Salmonellen, Staphylokokken, EHEC (enterohämorrhagische E. coli) oder Clostridien. Der Körper reagiert meist mit den Symptomen einer Lebensmittelvergiftung wie Übelkeit, Durchfall, Erbrechen. Das Problem: Manche Erreger „produzieren starke Enterotoxine, die sogar Zellen der Darmwand und der Gefäße angreifen und blutige Durchfälle auslösen können“, so die Ärztezeitung.
Verdorbene Lebensmittel: Mallorcas Ermittler wurden sogar in einem Hotel fündig
Dass der Traumurlaub auf Mallorca durch ekelerregende Nachrichten aus der Nahrungswelt getrübt wird, ist noch gar nicht so lange her: Im vergangenen August hatten Inspekteure des Ministeriums zusammen mit Mitarbeitern der Guardia Civil bei der Aktion „Quick Frozen“ auf Mallorca große Mengen abgelaufener Lebensmittel sichergestellt, die aber neu etikettiert worden waren.
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Hier wurden in einem Unternehmen, das Tiefkühlprodukte vertreibt, mehr als 14 Paletten mit abgelaufenen Produkten beschlagnahmt. Außerdem fehlten vorgeschriebene Dokumente zum Nachweis der Kühlkette der Produkte. Und auch in einem Hotel wurden acht Paletten mit manipulierter Ware entdeckt.
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Im dritten Fall war es ein Betrieb, in dem Fleischprodukte portioniert, verpackt und tiefgekühlt gelagert wurden. Wohl aber nicht tiefgekühlt genug. Denn die Inspektoren fanden eine Kühlkammer vor, die wohl seit Monaten nicht mehr voll funktionsfähig war. Stattdessen wurde provisorisch das Kühlaggregat eines Kühltransporters verwendet, um die Lebensmittel einigermaßen kühl zu lagern.
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Und schon 2018 hatte ein großer Gammelfleischskandal die Laune der Insulaner wie Touristen erschüttert: Rund 2000 Kilogramm verdorbenes Fleisch eines Lieferanten aus Santa Ponça wurde aus dem Verkehr gezogen und vier Personen festgenommen. Verlockende Ferienidylle sieht anders aus.











