Seit Tagen demonstrieren in der Türkei Hunderttausende gegen Präsident Recep Tayyip Erdogan und seine Regierung. Besonders in Istanbul und Ankara kommt es immer wieder zu großflächigen Protesten, auf die die Polizei mit harter Hand reagiert. Immer wieder wird über Schlagstockeinsätze und Festnahmen berichtet.

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Wer in naher Zukunft einen Urlaub in der Türkei plant, kann trotzdem erst einmal aufatmen. Eine Reisewarnung für das Urlaubsland hat das Auswärtige Amt noch nicht herausgegeben. Das Ministerium rät jedoch dringend dazu, Demonstrationen und große Menschenansammlungen zu meiden. Besonders betroffen sind die Metropolen Istanbul, Ankara und Izmir.

Das Auswärtige Amt teilte gegenüber der „Bild“ mit: „Es ist grundsätzlich bei Reisen ins Ausland ratsam, sich in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts ELEFAND einzutragen. Wer in diese Liste eingetragen ist, kann im Krisenfall vor Ort schnell und direkt vom Auswärtigen Amt erreicht werden, um verlässliche Informationen und Hilfe zu erhalten.“

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Die Strände an der türkischen Riviera rund um Antalya zählen zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen. Auch wenn es dort bereits vereinzelt zu kleineren Protesten kam, ist die Lage in den Ferienorten bislang ruhig. Experten warnen jedoch, dass sich die Demonstrationen weiter ausbreiten könnten. Sollte die Regierung weiterhin mit harter Repression gegen die Protestierenden vorgehen, könnte dies auch Auswirkungen auf touristische Regionen haben.

Proteste nach der Festnahme des Istanbuler Bürgermeisters
Anhänger skandieren Slogans und schwenken türkische und CHP-Parteifahnen während einer Kundgebung gegen die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters Imamoglu in Istanbul. © DPA Images | Francisco Seco

Wer aufgrund der politischen Lage seine Reise stornieren möchte, sollte die Vertragsbedingungen seines Reiseveranstalters prüfen. Eine kostenlose Stornierung ist oft nur dann möglich, wenn eine offizielle Reisewarnung besteht. Ansonsten fallen in der Regel Stornierungsgebühren an.

Der Auslöser für die landesweiten Proteste war die mutmaßlich politisch motivierte Verhaftung von Ekrem Imamoglu, dem ehemaligen Bürgermeister von Istanbul und Erzgegner Erdogans. Die Demonstrationen, an denen zuletzt mehr als 500.000 Menschen teilnahmen, haben sich mittlerweile zu einem breiteren Protest gegen die Regierung entwickelt.