Sechs Monate nach einem tödlichen Bootsunfall vor der Ostküste Mallorcas musste ein deutscher Millionärssohn nun vor einer spanischen Untersuchungsrichterin aussagen. Dem mutmaßlichen Unfallverursacher D. V., Sohn einer reichen Unternehmerfamilie aus Deutschland, wird vorgeworfen, mit der Luxusyacht seines Vaters ein kleines Fischerboot gerammt zu haben. Ein 20-jähriger Mallorquiner wurde dabei tödlich verletzt. Der Millionärssohn erklärte, er sei unschuldig.

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Die Untersuchungsrichterin ermittelt nun gegen D.V., der zum Zeitpunkt des Unfalls 34 Jahre alt war, wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung. Zudem steht der Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung im Raum, weil die Luxusyacht nach dem Unfall nicht stoppte, sondern weiterfuhr. Die Ermittlungsrichterin in der ostmallorquinischen Stadt Manacor muss entscheiden, ob es genügend Beweise gibt, um Anklage gegen den Deutschen zu erheben und einen Strafprozess zu eröffnen.

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Mallorca: Deutscher Millionärssohn in tödlichen Unfall verwickelt

Die Tragödie hatte sich am 23. August an der Ostküste Mallorcas ereignet. Das nur 3,20 Meter kleine Fischerboot befand sich den Ermittlungen zufolge auf dem Rückweg zum Hafen in Cala Bona, als sich in der Dunkelheit mit hoher Geschwindigkeit die 20-Meter-Yacht näherte. Das Fischerboot, in dem drei Personen saßen, versuchte auszuweichen, konnte aber den Zusammenprall nicht ganz vermeiden: Die Yacht streifte den kleinen Kahn am Heck. Einer der Insassen fiel ins Wasser und wurde von der Schiffsschraube der Yacht tödlich verletzt.

Yacht "La Luna" Mallorca
In der Unglücksnacht soll der Sohn der deutschen Yachteigner auf der „Luna“ eine Party gefeiert haben. © crimespot.de | crimespot.de

Die Polizei geht nach der Auswertung von GPS-Daten und anderen Indizien davon aus, dass es sich bei der Unfallyacht um die „Luna“ handelt. Die schwarze Luxusyacht, die einen Tag später im nahen Hafen von Porto Cristo entdeckt wurde, gehört einer deutschen Millionärsfamilie aus Mönchengladbach. Am Unfalltag soll D. V. mit mehreren Männern und Frauen auf dem Schiff unterwegs gewesen sein und mit Alkohol gefeiert haben. Mehrere Zeugen berichteten, dass das Schiff an diesem Tag durch leichtsinnige und rücksichtslose Manöver aufgefallen war.

Gericht entzieht Tatverdächtigem Reisepass – wegen Fluchtgefahr

Bei seiner Anhörung vor der Ermittlungsrichterin machte D. V. nun von seinem Recht Gebrauch, nur auf Fragen seines Anwalts zu antworten. Der Strafverteidiger, einer der prominentesten Anwälte Mallorcas, teilte anschließend mit, dass sein Mandant „keinen Unfall bemerkt“ habe. Er wies darauf hin, dass der Fischerkahn laut Polizeibericht nicht vorschriftsmäßig beleuchtet gewesen sei und deswegen in der Dunkelheit gar nicht auf dem Meer hätte sein dürfen. „Der Unfall ist tragisch“, aber deswegen dürfe man D. V. nicht kriminalisieren.

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Die spanische Untersuchungsrichterin scheint diese Erklärung zunächst nicht überzeugt zu haben. Sie zog den Bootsführerschein des Millionärssohns vorläufig ein. Auch der Reisepass wurde sichergestellt – offenbar wegen der Befürchtung, dass sich D. V. während der gerichtlichen Aufarbeitung des Unfalls in ein außereuropäisches Land absetzen könnte.