- Rund zwölf Millionen Deutsche leiden nach Schätzungen des RKI an Heuschnupfen
- Besonders tückisch sind die Pollen einer invasiven Art: der Ambrosia
- Welche Symptome sie auslösen und warum sogar Nicht-Allergiker aufpassen müssen
Für Pollenallergiker wird die Freude über den Frühling oft getrübt, sobald die ersten Heuschnupfen-Symptome auftreten. Besonders eine Pflanze macht Allergikern seit einiger Zeit zu schaffen: Ambrosia, auch Beifußblättriges Traubenkraut genannt. Doch was macht sie für Betroffene so gefährlich?
Heuschnupfen: Ambrosia wird nicht nur Allergikern gefährlich
Ambrosia ist eine invasive Spezies aus Nordamerika, die sich immer weiter in Europa ausbreitet. Die Pollen der Pflanze können starke allergische Reaktionen auslösen – auch bei Menschen, die sonst keine Allergien haben. Dabei reichen schon geringe Konzentrationen von fünf bis zehn Pollen pro Kubikmeter Luft aus, um einen allergischen Anfall auszulösen, wie das Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen (Julius Kühn-Institut) bekanntgab.
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Sogar der Hautkontakt mit Stängeln und Blättern der Ambrosia kann Reaktionen wie Jucken, Ekzeme und Quaddelbildung hervorrufen. Die Pollen können schwerwiegende Atemwegsallergien bis hin zu Asthma begünstigen.
Pollenallergie gegen Ambrosia – das sind die Symptome:
- juckende, fließende Nase
- vermehrtes Niesen
- tränende, brennende, juckende und gerötete Augen
- trockener Husten
- Atembeschwerden bis hin zu Luftnot
- Engegefühl in der Brust
- Hautekzeme
- gerötete und juckende Hautstellen
- Bildung von Quaddeln (Nesselsucht)

Invasive Art breitet sich in Deutschland immer weiter aus
Experten schlagen nun Alarm, weil sich die Pflanze in Deutschland immer weiter ausbreitet. Schuld daran ist auch der Klimawandel, denn die Ambrosia ist eine wärmeliebende Pflanze. Experten des Fachzentrums Klimawandel und Anpassung des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) in Wiesbaden untersuchten Ambrosia-Bestände in Hessen in den Jahren 2006 und 2017 sowie 2021. Das Ergebnis: Trotz Bemühungen zur Bekämpfung der Pflanze sind noch knapp 90 Prozent der Altbestände vorhanden. Außerdem ist bei einem Drittel der Vorkommen teilweise eine starke Zunahme feststellbar.
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In Brandenburg sind ganze Regionen von der invasiven Art besiedelt, was zum Teil zu Ernteausfällen führe. „Um die Ausbreitung der Pflanze einzudämmen, sind alle gefragt“, heißt es beim Internetauftritt des Umweltbundesamtes. Wer Bestände sichtet, sollte das örtliche Grünflächen- oder Pflanzenschutzamt informieren. Im eigenen Garten kann man die Pflanze selbst entsorgen. Dafür sollte man sie noch vor der Blüte samt Wurzel herausreißen, am besten mit Handschuhen. Sie sollte, in einem Plastikbeutel verpackt, in den Restmüll geworfen werden, um eine weitere Verbreitung zu verhindern. (lhel/dpa)
Dieser Artikel erschien erstmals im April 2022.





