Berlins Polizei versucht es mit Druck: Regelmäßig winken Beamte des Verkehrsdienstes hochmotorisierte Autos aus dem Verkehr und kontrollieren die Veränderungen, damit die Wagen schneller und lauter werden.
Zivilstreifen fahren über den Kudamm, um Fahrer zu stellen, die mit Tempo 80 über die Busspuren rasen. Die Polizei versucht mit einer offensiven Öffentlichkeitsarbeit über beschlagnahmte Autos abzuschrecken. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, nutzt die Polizei auch soziale Medien wie Twitter und Facebook.
PS-Protze am Kudamm gefasst
PS-Protze am Kudamm gefasst
Dass die Polizei so massiv gegen die Raserszene vorgeht, hat einen Grund, den man nicht vergessen darf. Auslöser war ein Unfall bei einem Autorennen auf dem Tauentzien, bei dem ein unschuldiger Fahrer starb. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in diesem Fall wegen Totschlags.
Tödlicher Unfall bei illegalem Autorennen
Tödlicher Unfall bei illegalem Autorennen
Die Justiz zeigt den Weg auf, den die Behörden insgesamt gehen sollten: Wer sein Auto hochrüstet, will die Pferdestärken auch nutzen. Das darf er auf gesperrten Rennstrecken. Aber was sollen 450 PS im normalen Straßenverkehr? Was soll ein Auspuff, der Lärm macht wie ein Rockkonzert. Erst diese Woche stoppte die Polizei einen Maserati, der 110 Dezibel laut war.
Mehr Blitzer an markanten Stellen
Natürlich kann die Polizei nicht immer und überall kontrollieren. Das wird sie personell nicht schaffen. Die Schwerpunktkontrollen der letzten Wochen sind der richtige Weg. Aber sie dürfen nun nicht nach zwei Wochen wieder enden. Zusätzlich zu den Verkehrskontrollen sollten mehr Blitzer an markanten Stellen aufgebaut werden. Vor allem an den großen Ausfallstraßen und dort, wo viele Fußgänger, wie am Kudamm, unterwegs sind. Wieso sich die Politik hier sträubt, versteht man nicht. Auch sollte der Strafenkatalog überdacht werden. Wer als Raser das Leben anderer Menschen bewusst in Gefahr bringt, sollte lange Zeit auf den öffentlichen Nahverkehr oder Taxis angewiesen sein.
PS - an dieser Stelle gemeint als ein Postskriptum: Während dieser Kommentar entstand fuhr ein roter Sportwagen unter ohrenbetäubenden Lärm zehnmal den Kudamm rauf und runter - völlig ungehindert.

























