Unfall in Berlin

Autorennen endet mit Crash im Biergarten

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Peter Oldenburger
Bei einem illegalen Autorennen ist es am Montagabend in Charlottenburg am Tegeler Weg zu einem schweren Unfall gekommen

Bei einem illegalen Autorennen ist es am Montagabend in Charlottenburg am Tegeler Weg zu einem schweren Unfall gekommen

Foto: schroeder

In Charlottenburg sollen drei Autos ein illegales Rennen gefahren sein. Ein Mercedes raste in einen Biergarten.

Dieser Autounfall hätte leicht in einer Katastrophe enden können. Eine schwarze Limousine fährt mit hoher Geschwindigkeit über den Luisenplatz in Charlottenburg in Richtung Mierendorffstraße. Kurz hinter der Spreebrücke am Charlottenburger Schloss steuert der junge Fahrer des Mercedes den Wagen nach links, um in den Tegeler Weg abzubiegen.

Doch das Tempo auf der regennassen Straße ist viel zu hoch, um den Wagen auf der Fahrbahn zu halten. Das mit vier Personen besetzte Auto kommt von der Straße ab, rammt erst eine Ampel, rast weiter über den Gehweg gegen einen Straßenbaum, über einen Blumenkübel, mehrere Tische und Stühle und kommt erst an einer Birke im Vorgarten eines Restaurants zum Stehen. Gäste und Personal im „da Capo“ sind entsetzt, bleiben aber unverletzt.

„Bei 30 Grad hätte es hier Tote und Verletzte gegeben“

Ein Polizeibeamter sagte wenig später am Montagabend: „Bei 30 Grad hätte es hier Tote und Verletzte gegeben.“ Doch wegen der feucht-kühlen Witterung hatten die Gäste des italienischen Lokals lieber drinnen gesessen und gespeist. Andersfalls wären sie gegen 22 Uhr durch das außer Kontrolle geratene Auto unweigerlich schwer verletzt oder gar getötet worden.

Auch die Autoinsassen hatten an diesem Abend großes Glück. Die Sicherheitsgurte und Airbags des E-Klasse-Mercedes verhinderten weitaus Schlimmeres. Lediglich der erst 19 Jahre alte Fahrer erlitt bei dem Unfall nach Angaben der Polizei leichte Verletzungen, die von Rettungssanitätern der Feuerwehr ambulant behandelt werden konnten. Ein 22-jähriger Mann und zwei 18 Jahre alte Frauen konnten das schwer beschädigte Fahrzeug gar unverletzt verlassen. Im Gegensatz dazu war ein erheblicher Sachschaden entstanden.

Zeugen sprechen von Rennen

Der Vorgarten des Restaurants bot nach dem Verkehrsunfall ein Bild der Verwüstung. Geborstenes Mobiliar, ein zerstörter Zaun, eine angefahrene Laterne sowie ein umgerissener Schilderständer mit der Karte waren die deutlichsten Anzeichen im zuckenden Blaulicht der Einsatzfahrzeuge von Polizei und Feuerwehr. Der Tegeler Weg blieb während der Unfallaufnahme bis gegen Mitternacht in Fahrtrichtung Jakob-Kaiser-Platz gesperrt.

Der Fahranfänger hatte die Nässe der Fahrbahn in Kombination mit der nicht angepassten Geschwindigkeit klar unterschätzt, heißt es im Polizeibericht. Eine andere mögliche Unfallursache ist jedoch nicht Bestandteil der ersten Ermittlungserkenntnisse: Wie die Berliner Morgenpost von Augenzeugen erfuhr, soll sich der Mann aus Aserbaidschan am Steuer des Firmenwagens möglicherweise ein illegales Rennen mit zwei anderen Fahrern geliefert haben, bevor es zu dem Unfall kam. Die beiden anderen Wagen, die ebenfalls mit überhöhtem Tempo unterwegs gewesen sein sollen, seien jedoch einfach weitergefahren, berichteten mehrere Zeugen unabhängig voneinander. Der Polizei würden hierzu keine Erkenntnisse vorliegen, hieß es jedoch am Dienstag auf Anfrage. Der Zwischenfall werde als sogenannter Alleinunfall geführt, sagte eine Polizeisprecherin.

Corvette prallt gegen Baum

Nach Mitternacht ereignete sich dann in Tiergarten ein weiterer spektakulärer Unfall mit einem teuren Sportwagen. Beide Autoinsassen mussten von der Feuerwehr verletzt in ein Krankenhaus transportiert werden. Nach Angaben der Polizei war ein 48-Jähriger gegen 0.30 Uhr auf der Straße des 17. Juni zwischen dem Großen Stern und dem Brandenburger Tor aus noch ungeklärter Ursache mit einem Chevrolet Corvette nach rechts von der Fahrbahn abgekommen.

Der fast 500-PS-starke Bolide fuhr über den Grünstreifen, riss einen Metallzaun um, prallte mit dem Heck gegen einen Baum und kam auf dem Gehweg zum Stehen. Das Fahrzeug vom Typ Z08 mit einem Neuwert in Höhe von rund 130.000 Euro wurde stark beschädigt. Beide Insassen erlitten Kopfverletzungen, die 47 Jahre alte Beifahrerin soll laut Zeugen eine schwere Augenverletzung davongetragen haben. Weil nach Polizeiangaben der Verdacht auf mögliche technische Mängel bestand, wurde der Sportwagen sichergestellt und soll von Sachverständigen untersucht werden. Die Unfallermittlungen hat die Polizeidirektion 4 übernommen.

Fahrerflucht in Kreuzberg

Zu einem Unfall mit Fahrerflucht kam es schließlich am Dienstagmorgen in Kreuzberg. Ein noch unbekannter Autofahrer war gegen 6 Uhr mit einem Kleinwagen auf der Yorckstraße in Richtung Mehringdamm unterwegs, als er in Höhe der Kreuzung Großbeerenstraße aus ungeklärter Ursache die Kontrolle über seinen Pkw verlor. Der rote Suzuki stieß auf der Mittelinsel gegen einen Poller. Die Wucht des Aufpralls war laut Polizei so stark, dass sich der Wagen überschlug, noch eine Ampel berührte und auf dem Dach liegen blieb.

Nach Angaben von Zeugen stiegen der Fahrer und eine Beifahrerin aus dem Pkw und flüchteten zu Fuß über die Großbeerenstraße in Richtung Tempelhofer Ufer. Die Yorckstraße blieb bis kurz vor 7 Uhr gesperrt, der linke Fahrsteifen wegen ausgelaufenen Öls bis 8.45 Uhr. Ermittlungen ergaben, dass beide Kennzeichen nicht zum Wagen gehörten, das vordere war als gestohlen gemeldet.