Rennen in der City West

Tödlicher Crash am Tauentzien: Was wir bislang wissen

In der City West starb in der Nacht ein 69-Jähriger. Er ist das Opfer eines Straßenrennens. Was bisher bekannt ist - die Übersicht.

Am Tauentzien ist in der Nacht zu Montag ein 69-Jähriger gestorben. Der Mann war in seinem Jeep auf dem Heimweg, als der Fahrer eines Audi mit stark überhöhter Geschwindigkeit an der Kreuzung zur Nürnberger Straße in sein Fahrzeug krachte. Der 69-Jährige ist das erste Todesopfer bei einem illegalen Autorennen in Berlin.

  • Was ist geschehen?

Ein 26-jähriger Audi-Fahrer und ein 24-jähriger Mercedes-Fahrer rasen in der Nacht zu Montag mit stark überhöhter Geschwindigkeit nebeneinander über den Tauentzien Richtung Wittenbergplatz. An der Kreuzung Nürnberger Straße knallt der Audi in einen lilafarbenen Geländewagen. Dessen 69 Jahre alter Fahrer hat keine Chance. Er stirbt noch am Unfallort.

  • Wie geht es den Unfallfahrern?

Der Audi-Fahrer ist schwer verletzt. Er hatte wie der andere Raser mehrere rote Ampeln überfahren, konnte dem Jeep nicht mehr ausweichen. Dies gelang dem Mercedes-Fahrer. Er verlor aber im Anschluss die Kontrolle über sein Fahrzeug, prallte mit seinem Wagen gegen eine Begrenzungsmauer. Der Mercedes wurde dann durch die Luft auf den Gehweg in der Mitte des Boulevards geschleudert. Im dem Mercedes saß auch eine 22-jährige Frau, die ebenfalls schwer verletzt wurde.

  • Was wissen wir über die Unfallfahrer?

Beide sind der Polizei bereits wegen anderer Delikte bekannt. Die Männer stammen offenbar aus Moabit und Marzahn. Berichte, dass die beiden zu einer kriminellen Großfamilie gehören, wollte die Polizei am Montag nicht bestätigen. Ein Sprecher sagte allerdings: "Diese Profilierungsfahrten werden von einem bestimmten Personenkreis durchgeführt.

  • Welche Erkenntnisse gibt es über die Berliner Raserszene?

Illegale Autorennen und sogenannte Profilierungsrennen beschäftigen die Polizei in Berlin und Brandenburg schon lange und führen zu schweren Unfällen. Besonders auf dem Kurfürstendamm ist die Szene der PS-Protzer häufig unterwegs. Zu oftmals spontan ausgetragenen Rennen kommt es häufig auf Ausfallstraßen sowie auf Straßen im Umland. Schon mehrfach kam es dabei zu schweren Unfällen. Am Kudamm und am Tauentzien gibt es immer wieder verbotene Autorennen. Zudem fallen auch Fahrer von Sportwagen auf, die tagsüber mit ohrenbetäubendem Lärm demonstrativ auf und ab fahren. Im Mai 2015 beschlagnahmte die Polizei einen Lamborghini, einen BMW und einen Alfa Romeo wegen des Verdachts auf umgebaute Auspuffanlagen.

  • Wie lassen sich die Profilierungsfahrten stoppen?

Der Berliner Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Bodo Pfalzgraf, forderte: „Führerschein weg, Fahrzeug weg.“ Man müsse „diese Menschen zu Fußgängern machen und auch ihre Autos beschlagnahmen“. Damit werde das Problem zwar nicht endgültig gelöst, es sei aber ein zwingend nötiger Schritt.

Illegale Autorennen in Berlin - Mehr zum Thema: