Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt rückt näher und damit auch die Möglichkeit einer ersten AfD-Landesregierung unter Ulrich Siegmund. Bei „Maischberger“ beschreibt der MDR-Journalist Lars Sänger den AfD-Spitzenkandidaten als nicht weniger radikal als Björn Höcke. Trotzdem verkaufe sich Siegmund als deutlich harmloser: „Der kommt smart rüber, der lächelt das weg“, stellt Sänger fest. 

Eine Fähigkeit, die Bernd Baumann, parlamentarischer Geschäftsführer der AfD im Bundestag, am Dienstagabend nicht besitzt. Seine Aussagen im Rededuell mit Nathanael Liminski (CDU) sind gespickt mit seltsamen Verweisen, bei denen das Publikum im Studio hinter Baumann immer wieder den Kopf schüttelt. 

So denkt Baumann an das autoritäre und keineswegs demokratische Preußen zurück: „Das war eine vernünftige Verwaltung. Das war eine vernünftige Erziehung, die in der ganzen Welt Anerkennung findet.“ 

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Baumann schwadroniert von „Frühsexualisierung in der Schule“ 

Der AfD-Mann findet das besser als die „linksgrünen Lehrer“, die „Frühsexualisierung in der Schule machen“ und für „tausend linksgrüne Ideologieprogramme“ stehen. Sein Gegenüber Liminski, in NRW Chef der Staatskanzlei, geht darauf nicht ein, sondern macht eine Aufzählung, warum er die AfD für unpatriotisch hält. 

Er wirft ihr „ein gestörtes Verhältnis zu fremden Mächten“ vor und nennt dafür als Beispiele Spione aus China im Bundestagsbüro der AfD und Mitarbeiter mit zweifelhaften Verbindungen nach Russland. 

Außerdem nimmt er Bezug darauf, dass sich AfD-Politiker Big-Tech-Unternehmen aus den USA andienen würden: „Bis hin zur Ankündigung in deutschen Talkshows, dass man deutsche Politiker, die sich für die Regulierung von Big-Tech-Unternehmen einsetzen wollen, dem US-Vizepräsidenten persönlich benennen wird. Das ist doch kein Patriotismus.“  

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Warken, Weidel und Wagenknecht
Rambo Zambo – Der Merz-Podcast
 

„Maischberger“ am Dienstag: Wer ist der bessere Patriot? 

Baumann beherrscht zwar nicht die Fähigkeit zur Selbstverharmlosung wie Siegmund, dafür hat er aber den stumpfen Gegenangriff perfektioniert. Ohne auf die Vorwürfe Liminskis einzugehen, kramt er eine neue Geschichte heraus: „Ich darf aber daran erinnern, dass Kanzlerin Merkel Deutschlandfähnchen von der Bühne geschmissen hat“, sagt er mit Verweis auf einen alten Ausschnitt Merkels bei einer CDU-Parteiveranstaltung. 

Liminski lässt sich ein bisschen zu sehr auf das Spiel „Wer ist der bessere Patriot?“ ein. Es geht noch um Nationalhymnen und darum, hinter wem wohl Helmut Schmidt und Konrad Adenauer heute stünden. 

Beide bringt Baumann ins Spiel mit der Behauptung, dass diese heute für die AfD wären. Maischberger schaltet sich nur selten in die Diskussion, lässt aber Baumann gegenüber den trockenen Kommentar fallen, dass er nun „schon zwei Tote“ für sich vereinnahmen wolle.  

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Liminski will AfD „inhaltlich stellen“ 

Im Grunde zeigt Baumann in der Sendung, warum es für die CDU aktuell nicht möglich ist, mit einer solchen AfD in Deutschland zusammenzuarbeiten. Trotzdem ist Liminski kein Fan der Brandmauer. Diese sei nur „ein Instrument, um einen Brand einzudämmen oder kurzzeitig aufzuhalten“.  

Er wolle dagegen die AfD inhaltlich stellen und „den Brand löschen.“ Wie schwierig das wird, zeigt die Diskussion der beiden deutlich. Baumann wiegelt Liminskis Beteuerung ab, die CDU komme bei manchen Punkten der Migrationspolitik mittlerweile der AfD gleich. 

Obwohl die CDU ihren Migrationskurs in den letzten Jahren massiv verschärft hat, wirft Baumann der Partei weiter munter vor, „nur zu reden“, aber „nichts zu machen“. 

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Journalist sieht Brandmauer am Ende 

Mit dieser Strategie konnte die AfD zuletzt in Umfragen immer weiter zulegen, während die Union verlor. Der Tagesspiegel-Journalist Christoph von Marschall stimmt deshalb bereits den Abgesang auf die Brandmauer an: „Die Brandmauer kommt faktisch an ein Ende“, prophezeit er. 

Von Marschall begründet das damit, dass bei einer Konstellation, wie sie in Sachsen-Anhalt entstehen kann, alle anderen Parteien ein Bündnis gegen die AfD schmieden müssten – von ganz links bis tief ins konservative Lager. 

So ein Bündnis hätte aber „keine gemeinsame Grundlage“ und würde wahrscheinlich nicht funktionieren, was in der Folge die AfD noch stärker machen würde. Er hofft deshalb auf einen „Entzauberungsprozess“ bei der AfD, sobald diese zum ersten Mal in Verantwortung kommt.