„Man sieht die Sonne nicht. Man wird behandelt wie ein Mörder oder Vergewaltiger.“ Fabian Schmidt sitzt im grauen Sweatshirt zugeschaltet aus den USA, die Stimme ruhig, die Worte präzise. Zwei Monate lang war der deutsche Elektrotechniker in amerikanischer Abschiebehaft – obwohl er seit 18 Jahren legal im Land lebt.  

USA-Expertin Navidi warnt: „Menschen verschwinden“

Bei „Maischberger“ schildert Schmidt seinen Fall im Detail – ein Ausnahmefall, der System haben könnte. Denn was er erlebt hat, sei kein Einzelfall, sagt die Juristin und USA-Expertin Sandra Navidi. „In den USA herrscht eine diffuse Angst“, so Navidi. Auch Menschen mit legalem Aufenthaltsstatus würden zunehmend festgenommen. „Es fing schon im Januar an. Verfahrensrechte werden außer Acht gelassen. Menschen verschwinden. Es gibt nicht mal die Verpflichtung, Angehörige zu informieren.“  

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Moderatorin Sandra Maischberger reagiert spürbar erschüttert: „Ich habe Sie noch nie so düster gehört.“ Tatsächlich warnt Navidi eindringlich: Trump wolle das westlich-demokratische Menschenbild durch eine völkisch geprägte Ordnung ersetzen – mit drastischen Konsequenzen. In US-Medien sei bereits die Rede davon, dass unter Trump sogar europäische Staatsbürger – darunter Deutsche – in Guantánamo interniert werden könnten.  

„Ich habe 18 Stunden auf einem Stuhl gesessen“

Schmidts Schilderungen unterstreichen die Vorwürfe. Nach seiner Einreise sei ihm ohne Angabe von Gründen die Greencard entzogen worden, sein Pass abgenommen. „Ich habe 18 Stunden auf einem Stuhl gesessen“, erzählt er. Danach sei er krank geworden, gestürzt, mit Fieber ins Krankenhaus gekommen – und schließlich in einem Hochsicherheitsgefängnis gelandet, ohne Kontakt zur Außenwelt. Erst nach mehreren Tagen durfte er mit seiner Mutter sprechen, dann mit seiner Partnerin.  

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Der Grund der Festnahme? Ein altes, längst eingestelltes Verfahren wegen angeblichen Drogenbesitzes. Dass Schmidt überhaupt über seinen Fall berichten kann, sei eine Seltenheit, betont Navidi. „Auf jeden Fabian kommen Hunderte, deren Fälle gar nicht öffentlich werden.“ Ihre Sorge: Eine zweite Amtszeit Trumps könnte den Rechtsstaat endgültig aushöhlen. „Meine Besorgnis ist, dass Trump sein großes Vorbild Putin noch gemäßigt aussehen lässt.“  

Zwischen Instagram und Außenpolitik: Bundeskanzler Friedrich Merz sorgt für Diskussion  

Doch Maischberger setzt auch Kontrapunkte. Fabian Schmidt will trotz allem noch einmal nach Deutschland reisen. „Ich habe keinen Schiss. Ich mache das nochmal mit“, sagt er und lacht. Maischberger verabschiedet sich mit einem diplomatischen: „Wir teilen Ihren Optimismus gerne.“ 

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Zwischen den düsteren Ausblicken gibt es Momente der Leichtigkeit – zumindest kurzzeitig. Als es um Friedrich Merz’ Frisur auf Instagram geht, witzelt der glatzköpfige ARD-Journalist Matthias Deiß: „Ich hab da eine ganz andere Perspektive drauf – immerhin hat er noch Haare.“ Katharina Hamberger, Hauptstadtkorrespondentin vom Deutschlandfunk, sieht in Merz’ Medienstrategie – darunter ein eigener Instagram-Account samt Fragerunde in den Stories – einen Versuch, junge Zielgruppen zu erreichen: „Merz hat verschiedene Seiten – und da ist auch diese dabei.“  

Friedrich Merz: nur Außenkanzler?

Kolumnist Hans-Ulrich Jörges kritisiert Friedrich Merz scharf – als „Außenkanzler“, der in Washington nicht über Zölle oder Autos gesprochen habe. Roland Berger, der zweite Studiogast des Abends, widerspricht. Er nennt Merz den „richtigen Mann zur richtigen Zeit“ und lobt dessen internationale Offensive als überfällige Rückkehr Deutschlands auf die weltpolitische Bühne.  

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Für den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder, den der Unternehmens- und Politikberater früher selbst beriet, findet Berger deutliche Worte: Schröder sei ein Freund gewesen, doch sein Verhalten nach dem Angriff auf die Ukraine „nicht in Ordnung“. Es gebe „relativ wenig Gründe“, warum Schröder weiterhin auf der Seite Putins stehe – „außer vielleicht finanziellen“.  

Berger warnt: Trump könnte Putins Ziele befördern

Auch für Donald Trump hat Berger kein gutes Wort übrig: „Er kann nicht zuhören. Ich würde ihn gar nicht beraten wollen.“ Stattdessen warnt er: Putin habe eine klare Vision – den Westen zu zerstören. Und Trump? Der könnte ihm dabei in die Hände spielen.  

Diese Ausgabe von „Maischberger“ ist unbequem und beunruhigend. Sandra Navidi bringt ihre Sorge auf den Punkt: „Was kann das Volk noch tun, wenn ein Präsident Gerichtsurteile ignoriert?“ Wie viel Demokratie bleibt übrig, wenn ihr Fundament systematisch ausgehöhlt wird – und die Welt zusieht?