„Ich verstehe Trump“, sagt Markus Lanz. Das überrascht, angesichts dessen, was Elmar Theveßen, ZDF-Korrespondent in Washington, über den US-Präsidenten berichtet: Ein Mann, der Loyalität über Kompetenz stellt, sich selbst für den besten Spieler hält – und nun bereit scheint, die Ukraine gegen einen Deal mit Putin zu opfern.  

Wie ein geopolitisches Rollenspiel – Europa in der Statistenrolle – wirkt der Mittwochabend im ZDF. Denn es geht um den angeblichen „Friedensplan“, den Trump auf den Weg bringen lassen will. Eine Lösung des Ukraine-Kriegs – aber zu russischen Bedingungen. Darin sind sich die anwesenden Expertinnen und Experten einig. Die Anerkennung der Krim, das Ende der Sanktionen, keine Nato-Mitgliedschaft für die Ukraine: „Alles sieht nach einem Diktatfrieden aus“, sagt Theveßen.  

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Ukraine – Keine Ruhe, kein Frieden
Im Krisenmodus
 

Putins Sieg, Europas Dilemma: Militärexpertin über Trumps „Friedensplan“  

Claudia Major, Militärexpertin von der Stiftung Wissenschaft und Politik, spricht von einem „Erfolg für Russland“, der Selenskyj innenpolitisch das Genick brechen könnte. Europa, so Major, stehe vor einem Dilemma: Entweder man akzeptiert den Plan und hofft naiv auf Moskaus Vertragstreue. Oder man lehnt ab – und steht ohne eigene Strategie da.  

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Thorsten Frei (CDU) nennt den Vorschlag „inakzeptabel“ und warnt: „Das wäre ein Verrat an der Ukraine – und letztlich auch an Europa.“ Der CDU-Politiker fordert „alle möglichen Mittel“ zur Unterstützung des Landes und warnt vor einem sicherheitspolitischen Vakuum: „Wir müssen Putin schon deutlich machen, dass er für all das auch einen Preis zu bezahlen hat.“ 

CDU-Politiker Thorsten Frei warnt vor sozialpolitischen Einschnitten in Deutschland 

Zugleich macht er klar: „Wir sollten nicht so tun, als könnte man jede Aufgabe mit noch mehr Geld lösen, ohne dass man dafür an anderen Stellen Einsparungen bringen muss. Das geht einfach nicht“, sagt der Christdemokrat und benennt insbesondere die Ausgaben für den Sozialstaat. Ein Beispiel: „Wenn es um die Pflegeversicherung geht, stehen wir vor eklatanten und sehr kurzfristigen Finanzierungsproblemen.“ Dennoch halte er Steuererhöhungen für absolut falsch, ausschließen wollte er sie aber auch nicht.  

Robin Alexander, stellvertretender Chefredakteur der „Welt“, rät zur strategischen Demut. Europa solle nicht mit neuen China-Strategien prahlen, solange es militärisch auf die USA angewiesen sei. „Wenn wir das mit Europa in Ordnung bringen, dann können wir schon drei Kreuze machen“, sagt Alexander – und bilanziert trocken: „Es kommt die Zeit, kleine Brötchen zu backen.“

Kritik an Merz: „Da habe ich mich erschreckt“ – Alexander über Taurus-Äußerung  

Scharf kritisiert er da auch CDU-Chef Friedrich Merz. Der hatte kürzlich in der ARD-Talkshow „Caren Miosga“ die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern befürwortet – und gleich ein Ziel genannt: die Krim-Brücke. „Da habe ich mich richtig ein bisschen erschreckt“, sagt Alexander. Diese Art von öffentlicher Angriffskommunikation sei riskant – und unklug. 

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„Ich will Trump glauben, wenn er sagt, er will das Sterben beenden“, sagt Lanz – noch immer hoffnungsvoll. Doch der Talk im ZDF zeigt eher das Gegenteil: Eine Weltordnung in der Schieflage – und ein Europa, das nicht weiß, wie stark es sich positionieren kann.