Nordsudan gegen Südsudan, Muslime gegen Christen, Rassismus gegen Freiheitswillen, dazwischen zwei Frauen auf der Suche nach ihrem individuellen Glück: Mohamed Kordofani, selber Nordsudanese, hat sich für sein Regiedebüt „Goodbye Julia“ gleich einen Stoff voller emotionalem und politischem Sprengstoff ausgewählt.

„Goodbye Julia“: Fahrerflucht mit Todesfolge

Dass ihm dessen Umsetzung so gut gelingt, liegt vor allem daran, dass er ein für alle Zuschauer nachvollziehbares persönliches Drama im Schatten des Bürgerkriegs von 2011 ausrollt. Mona (Eiman Yousif), gut situierte Frau aus dem Mittelstand, fährt mit dem Auto einen kleinen Jungen an und begeht Fahrerflucht.

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Dessen erboster Vater verfolgt sie und wird von Monas streng religiösem Mann Akram (Nazar Goma) erschossen. Auch weil es sich bei dem Toten um einen Südsudanesen handelt, verschwindet der Mord in den Polizeiakten.

„Goodbye Julia“: Komplexes Drama über Schuld und Sühne

Aber nicht aus Monas schlechtem Gewissen. Sie sucht die Witwe des Toten auf, Julia (Siran Riak), stellt sie als Bedienstete an, bezahlt die Schule des Kindes. Es entwickelt sich ein komplexes Drama aus Schuld und Sühne, Geheimnissen und Lügen, das alle Lebenswege verändern wird.

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Kordofanis Kunst ist es dabei, allen Figuren Tiefe zu verleihen und uns so einen Einblick in die sudanesische Gesellschaft zu vermitteln. Die Männer bewegen sich zwischen tief verwurzelter Religiosität und Rassismus (Akram) und politischem Fanatismus wie beim südsudanesischen Freiheitskämpfer Maijer (Ger Duany).

Donnerstag

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Julia und Mona, die sogar Freunde werden, suchen derweil ihren Weg zwischen Zwangsheirat, Unfruchtbarkeit, Sexismus und individuellen Träumen. So entsteht ein mitreißendes Drama, ein Bürgerkrieg der Gefühle.

Drama Sudan 2023, 125 min., von Mohamed Kordofani, mit Eiman Yousif, Siran Riak