Einem Milliardär einen gefälschten Monet andrehen, das ist einer dieser tückisch einfachen Pläne, für die das Herz der Coen-Brothers so heftig schlägt. Schon in ihren eigenen Filmen „Fargo“, „No Country for Old Men“ oder „Burn after Reading“ haben sie lustvoll durchgespielt, wie sich blutige Amateure in ehrgeizigen Plänen, haarsträubendem Dilettantismus und aberwitzigen Zufällen verheddern. Allerdings, und womöglich aus gutem Grund, fungieren sie in ihrer Version von Ronald Neames gleichnamiger Gangsterkomödie aus den Sechzigern (damals mit Michael Caine und Shirley MacLaine stark besetzt), nicht als Regisseure, sondern nur als Drehbuchautoren. Michael Hoffman, der zuletzt in „Ein russischer Sommer“ die bisweilen durchaus absurde Komik der Entourage von Leo Tolstois erforschte, erreicht die wünschenswerte Mischung aus beschwingter Leichtigkeit und scharfem Biss leider nicht.
Der blutige Amateur ist in diesem Fall Harry Deane (Colin Firth), Kunstkurator in Diensten eines reichen britischen Unternehmers, den Alan Rickman hemmungslos chargierend als ausgesprochen unangenehmen Zeitgenossen spielt. Um sich für erlittene Demütigungen zu rächen, will Harry seinem Boss das lang verschollene, abendliche Pendant zu seinem Monet-Gemälde „Heuschober in der Morgendämmerung“ andrehen, das sein Freund und Meisterfälscher für ihn angefertigt hat. Um den Deal zu versüßen, wird eine prollig-kapriziöse, texanische Rodeo-Queen (Cameron Diaz) engagiert, die ganz zufällig mit dem Bild im Hintergrund auf dem Sofa ihrer Großmutter fotografiert wurde. Reichlich schamlos kopiert der jazzig beschwingte, animierte Vorspann Gangsterkomödienklassiker aus den Sechzigerjahren, wie die Pink Panther-Serie. Doch im Treibsand von halbgaren Witzen, unausgegorenen Nebenhandlungen und schmerzlich chargierenden Darstellern geht jeder Funken echter Komik unter.
Die bemitleidenswerten Darsteller müssen sich durch gewollt kapriziöse Situationen lavieren, etwa mit einem Löwen in der Kunstgalerie oder ohne Hose im Foyer eines Luxushotels.
Nachdem sich Colin Firth in den letzten Jahren vom Image des Hypersofties emanzipiert hat, erleidet hier einen Rückfall. Statt wohlige Nostalgie zu verbreiten wirkt „Gambit“ nur auf blasse Weise altmodisch.
Komödie USA 2012, 99 min., von Michael Hoffmann, mit Colin Firth, Cameron Diaz, Alan Rick- mann, Stanley Tucci
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