Nach dem Frankfurter „Tatort“-Duo Nina Kunzendorf und Joachim Król sowie den Berliner Ermittlern Dominic Raacke und Boris Aljinovic ist nun auch Schluss für Simone Thomalla (48) und Martin Wuttke (51). Die Schauspieler müssen ihren Dienst als Leipziger „Tatort“-Kommissare quittieren.

Der MDR-Fernsehdirektor Wolf-Dieter Jacobi kündigte am Mittwoch überraschend an, dass der Krimi aus Sachsen „grundlegend neu gestaltet“ werden solle. Thomalla und Wuttke werden in diesem und nächsten Jahr noch dreimal als Kommissare zu sehen sein. Parallel dazu sollen Vorbereitungen für einen neuen Sachsen-Tatort getroffen werden. Sowohl die neuen Ermittler-Figuren als auch der Handlungsort in Sachsen seien völlig offen. Der MDR plane, regionale und überregionale Produzenten um Konzepte zu bitten, hieß es.

„Nach der erfolgreichen Etablierung zweier ‚Tatort’-Ausgaben aus Thüringen und des ‚Polizeirufs 110’ aus Sachsen-Anhalt mit neuem Ermittlerpaar und neuem Standort werden wir auch den Sachsen-Tatort neu positionieren“, teilte Jacobi mit. Sowohl die Ermittler-Figuren und deren Besetzung als auch der Handlungsort in Sachsen seien dabei offen, teilte MDR-Fernsehfilm-Chefin Jana Brandt mit.

Wuttke und Thomalla hatten seit 2008 in über 20 Tatort Folgen aus Leipzig gespielt. Sowohl Jacobi als auch Brandt lobten das Duo, das maßgeblich zum jahrelangen Erfolg des Leipziger Tatorts beigetragen habe. Die beiden Schauspieler haben laut MDR-Mitteilung angekündigt, künftig wieder mehr Zeit in neue Projekte zu investieren, sowohl auf der Bühne als auch vor der Kamera.

Nicht ganz so große Einigkeit beim Berliner „Tatort“

Erst im September hatte der RBB bekannt gegeben, dass ab 2015 neue Kommissare in der Hauptstadt ermitteln sollen. RBB-Programmdirektorin Claudia Nothelle sagte: „So gut und vertrauensvoll die Zusammenarbeit war und ist, so einig sind wir uns, neue Wege einzuschlagen.“ Ganz so große Einigkeit bestand dann aber doch nicht. Dominic Raacke sagte der Berliner Morgenpost nur wenige Tage später, die Schauspieler seien zwar informiert worden und er sei auch durchaus Einverstanden mit dem Ende - er werde aber keinen Abschluss-„Tatort“ mehr drehen. Vielmehr stehe er nicht mehr zur Verfügung.

dpa/sh