TV-Krimi

Berliner „Tatort“-Kommissare gehen in Rente

Ab 2015 ist Schluss mit Ritter & Starck. Neue Kommissare werden in der Hauptstadt ermitteln. Wer den Berliner „Tatort“ übernehmen soll, ist allerdings noch unklar.

Foto: Jens Kalaene / dpa

Was ist nur mit dem „Tatort“ los? Eben noch galt das Format als Königsdisziplin des deutschen Fernsehens, das selbst einen Til Schweiger anzog, und die Quoten zogen noch mal kräftig an. Da gibt es jetzt plötzlich ein Wegsterben eingespielter Duos.

Erst wollte Nina Kunzendorf nicht mehr, dann schmiss auch Joachim Król hin, der Frankfurter „Tatort“ darf sich noch mal neu erfinden. Und jetzt trifft es auch die Berliner Dominic Raacke und Boris Aljinovic alias Ritter und Stark. Nur haben die nicht selbst die Dienstmarke abgegeben.

Der RBB verkündete am Montag, dass ab 2015 neue Kommissare in der Hauptstadt ermitteln sollen. Die bisherigen Stars, so wird RBB-Programmdirektorin Claudia Nothelle zitiert, „sollen nicht als Berliner Polizeibeamte in Rente gehen“. „So gut und vertrauensvoll die Zusammenarbeit war und ist, so einig sind wir uns, neue Wege einzuschlagen.“

Nothelle war am Montag, ebenso wie Raacke, im Urlaub. Es scheint, als habe man die Presseerklärung absichtlich zu diesem Zeitpunkt herausgegeben. Immerhin, betont RBB-Pressesprecher Justus Demmer, sei alles einvernehmlich mit den Schauspielern geschehen. Der Impuls ist also klar vom Sender ausgegangen. Und man wollte einen Schritt nach dem anderen gehen: Also erst mit den Darstellern sprechen, dann an die Öffentlichkeit gehen. Und danach die Suche nach neuen Ermittlern starten. „Keine Sekunde“, so Demmer, „sollte das Gefühl entstehen, wir wollten sie loswerden oder übergehen.“

Idealer Zeitpunkt, um Schluss zu machen

Vor mehr als zwei Jahren schien der Berliner „Tatort“ in einer Krise zu stecken. Das Tief wurde aber in der jüngsten Zeit überwunden und mit neuen Rekord-Quoten belohnt. Die jüngste Folge, „Gegen den Kopf“, verfolgten am 8. September 8,86 Millionen Zuschauer. Für den RBB der ideale Zeitpunkt, um mit Anstand Schluss zu machen, „ohne jemanden zu schaden“ (Demmer).

Raacke spielt seit 1999 im Berliner „Tatort“, Aljinovic kam zwei Jahre später dazu. Zusammen haben sie bislang 29 Fälle zusammen gelöst. Der nächste, „Großer schwarzer Vogel“, wird am 16. Februar 2014 gesendet. Dann wird noch eine allerletzte Folge gedreht.

Suche nach neuen Ermittlern

Die Schauspieler scheinen nicht betroffen oder verprellt. „Die Entscheidung des RBB, den Berliner ‚Tatort‘ neu aufzustellen, finde ich gut und völlig richtig“, ließ Raacke über seine Schauspielagentur verlauten. „Der Erfolg des ‚Tatorts‘ ist, dass er sich in über 40 Jahren immer wieder verändert und erneuert hat.“ Das Gleiche, fügt er hinzu, „gilt für eine Schauspielerkarriere“.

Die Schauspieler scheinen nicht verprellt. „Die Entscheidung des RBB, den Berliner ‚Tatort‘ neu aufzustellen, finde ich gut und völlig richtig“, ließ Raacke aus seinem Urlaub mitteilen. „Der Erfolg des ‚Tatorts‘ ist, dass er sich in über 40 Jahren immer wieder verändert und erneuert hat.“ Das Gleiche, fügte er hinzu, „gilt für eine Schauspielerkarriere.“

Auch Aljinovic kann „den Wunsch des RBB nach Veränderung nachvollziehen“. Er hätte „in des Senders Verantwortung vermutlich bald eine ähnliche Entscheidung getroffen“. Das Theater könne „jetzt wieder einfacher mit mir planen und mal sehen welche Überraschungen das Fernsehen weiter bieten mag.“

Wer die neuen Ermittler sein sollen, ob es wieder ein Duo sein wird oder gar ein größeres Team, das soll jetzt in aller Ruhe bis Ende des Jahres besprochen werden. Das Krimi-Karussell dreht sich in Frankfurt wie in Berlin.