zum Auftakt möchte ich Ihnen ein außergewöhnliches Morgenpost-Tasting vorstellen, bei dem ich mich ausnahmsweise einmal selbst aus meinem Artikel zitiere. Der sogenannte Einstieg liegt mir am Herzen und ich wüsste nicht, wie ich es hier noch einmal anders (oder besser) beschreiben könnte: „Es gibt sie, Tage wie diese. Der Wecker klingelt im falschen Moment, man schleppt sich müde und lustlos durch den Tag. Das Wetter ist grau und kalt, es nieselt zwischendurch, die Arbeit ist doppelt so anstrengend wie sonst, alles tut weh und eigentlich … Eigentlich möchte man nur nach Hause. Nicht mehr reden, nicht mehr hören, sondern mit einem Glas Rotwein wegsacken, auf die Couch, ein gutes Buch, ein schnulziger Film, die Decke drüber, die Katze im Schoß und früh ins Bett, am liebsten mit einem großen Teddy im Arm.

Morgenpost-Tasting "Ponte 2.0"
Bringen im „Ponte 2.0“ die italienische Sonne nach Schöneberg: Kellner Giovanni Manetta Krüger, Besitzerin und Frontfrau Valérie von Arx, Küchenchef Bruno Palmieri, Barkeeper Luis Buset.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Und dann … Dann betritt man an einem solchen nieseligen grauen Tag das „Ponte 2.0“ in Schöneberg. Und plötzlich ist das alles weg. Die Sonne geht auf, durch die herzliche Begrüßung des Teams, aber vor allem in dem Moment, in dem Valérie von Arx den Gastraum betritt. Die sonnige Ausstrahlung der Besitzerin und Gastgeberin, mit ihrem ehrlichen und ansteckenden Lachen, diesem positiven Lebensgefühl und der Fürsorge, mit der sie sich um alle Gäste kümmert: Das ist Italien, Sizilien, mit aller Wärme, Herzlichkeit und dem unmittelbaren Gefühl des Dolce Vita. Ein Teleport, beam me up, Scotty, nach Palermo.“

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Einmal quer durch Italien – und das mitten in Schöneberg!© BM

Ich weiß, ich soll nicht mehr so euphorisch schreiben, damit es keine Enttäuschungen gibt. Aber wer hier enttäuscht ist, dem kann ich auch nicht mehr helfen. Zugegeben: Diese Zeilen entstanden unmittelbar nach dem Besuch zum Morgenpost-Tasting im Oktober, schwer unter dem Eindruck des Erlebten. Aber zu meiner Ehrenrettung: Fotograf Maurizio Gambarini und Social-Media-Kollegin Hanna Rech ging es auch so. Hier ein paar Zitate, schon beim ersten Gang, einem leichten und komplexen Prosecco und einem Gnocco fritto all’emiliana, zubereitet von Bruno Palmieri, dem Küchenchef. Nach dem ersten Bissen: „Oh mein Gott!“ (Rech). „Alter!“ (Gambarini). „Gott, ist das gut!“ (Ich). Und beim vierten Wein, einem Chianti Classico, begleitet von Wachtel und Polenta: „Ich habe ein bisschen Gänsehaut bekommen.“ (Rech) Und Fotograf Gambarini mit listiger Miene: „Ich bin mir nicht ganz sicher bei dem, das muss ich noch mal probieren.“ Übrigens ein bei ihm selten vorkommendes Lob, denn der Kollege hat inzwischen auch schon reichlich Erfahrung bei Morgenpost-Menüs und -Tastings gesammelt und ist entsprechend „versaut“, wie wir das in der Restaurantkritiker-Szene flapsig nennen.

Morgenpost-Tasting "Ponte 2.0"
Gnocco fritto all’emiliana und Prosecco di Valdobiadene.© FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Auch die anderen Weine und Gänge standen dem in nichts nach. Es gab zu einem Chardonnay aus dem Friaul Animella „alla milanese“. Das ist Kalbsbries mit Safransoße. Und da war nichts Schlabberiges dran, es erinnerte an ein Kalbsschnitzel, nur, dass es im Mund wegschmolz. Und nein, Bries ist kein Gehirn, wie am Nachbartisch vermutet wurde, sondern die Thymusdrüse des Kalbs. Außerdem serviert werden ein Chianti Classico mit Polenta und Wachtel sowie ein sizilianischer Süßwein mit Meringrano, einem Baiser und Crème pâtissière sowie Granatapfel.

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Morgenpost-Tasting "Ponte 2.0"
Kalbsbries „alla milanese“ mit Safransoße und Reis-Chip sowie ein Chardonnay aus dem Friaul. © FUNKE Foto Services | Maurizio Gambarini

Als wir das Restaurant verließen, umgab uns dieser Afterglow, schien uns die italienische Sonne aus den Gesichtern und wir erhellten die trübe U-Bahn. Regen, Miesepetrigkeit – alles perlte an uns ab. So einen Effekt können gutes Essen und guter Wein haben – und die Menschen, die Gastlichkeit leben, die einen im Restaurant empfangen, als wäre ein lange verschollen geglaubtes Familienmitglied nach Hause gekommen. Und nachdem Sie jetzt wissen, was es gibt, können Sie hier nachlesen, wie es schmeckte, auch wenn Sie sich das ja denken können. Dieses Tasting ist wie ein kleines Morgenpost-Menü und Sie sollten sich ein wenig italienische Sonne im Berliner Oktober gönnen. Für 55,90 Euro bekommen Sie das so günstig und so gut nicht so schnell wieder.

Gastro-News der Woche

Champagner Pop-up Berlin: Zwei Abende rund um Champagner, gutes Essen, Musik und Begegnungen. Mehr als 20 Champagner werden offen ausgeschenkt, während die Champagnerkarte etwas über 100 Positionen bereithält – von charakterstarken Winzerchampagnern und spannenden Entdeckungen bis zu großen Jahrgängen und raren Prestige-Cuvées. Der Abend richtet sich nicht ausschließlich an Champagnerkenner. Auch neugierige Gäste sind eingeladen, Produzenten, Herkünfte und Stilistiken kennenzulernen und miteinander zu vergleichen. Die Preise für einzelne Gläser beginnen bei etwa 11 Euro – so kann jeder den Abend ganz nach den eigenen Vorlieben gestalten, Neues entdecken oder sich gezielt den großen Namen der Champagne widmen. Zusätzlich kann man an der Verkostung von sechs exklusiven Champagnern teilnehmen. Ex-Sternekoch Thomas Kammeier und Freunde gestalten die kulinarische Begleitung als Teil des Abends. „Falscher Hase“, Hasenheide 78, Fr. / Sa., 9. und 10. Oktober 2026, 19 Uhr. Tickets: 29 Euro (inkl. 1 Glas Winzerchampagner), 59 Euro (inkl. 1 Glas exklusiver Champagner), zusätzlich 249 Euro für Teilnahme an der Verkostung. Infos: Champagner Pop-Up Berlin 2026

Great Sunday Lunch Ritz Carlton
Das „Pots“ im „The Ritz-Carlton“ lädt sonntags zum Great Sunday Lunch für Familien ein.© The Ritz-Carlton Berlin | Jackz Production

Great Sunday Lunch für die ganze Familie: Das Restaurant „Pots“ im „The Ritz-Carlton“ am Potsdamer Platz bietet sonntags einen Great Sunday Lunch. Von 12.30 Uhr bis 15.30 Uhr gibt es ein saisonales Sharing-Menü ab 49 Euro pro Person inklusive Parken. Hinzu kommt eine Lego-Spielecke für Kinder in Kooperation mit dem benachbarten Legoland Discovery Center inklusive 25 Prozent Rabatt auf einen Besuch. Statt einzelner Tellergerichte werden Vorspeisen, Hauptgänge und Kuchen in die Tischmitte gestellt. So kann jeder nach Lust und Laune zugreifen, wenn die Speisen am Tisch die Runde machen. Die saisonale Karte kombiniert herzhafte deutsche Küche mit leichten Fischgerichten und vegetarischen Alternativen. „Pots“ im „The Ritz-Carlton“, Potsdamer Platz 3, Mitte, sonntags (außer 1. Sonntag im Monat), 12.30 Uhr bis 15.30 Uhr, 49 Euro pro Person, Kinder von sechs bis elf Jahren 25 Euro, Kinder unter sechs Jahren kostenfrei. Reservierungen hier.

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Sonnabend

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„Béné“: Das „Benedict“ an der Uhlandstraße behält sein ursprünglich zeitlich begrenztes Konzept „béné“ bei. Das Dinnerformat erhalte jetzt eine neue, saisonal angepasste Speisekarte, heißt es in einer Mitteilung. Das reine Frühstückslokal bietet seit einigen Wochen abends ab 18 Uhr auch Dinner in Form von „modernen Sharing-Gerichten“ an. Damit setze man sich klar vom etablierten Frühstückskonzept ab und bleibe „der eigenen DNA und dem hohen Qualitätsanspruch treu“. Wer sich nur schwer entscheiden kann, wählt das „Tutto béné“: Für 55 Euro pro Person bekommen Gäste dabei nacheinander einen Großteil des Menüs serviert, mit Weinbegleitung sind es 82 Euro pro Person. „Tutto béné“ ist ab zwei Personen am Tisch bestellbar. Gastrobar „béné“ im „Benedict“, „The Dean Berlin“, Uhlandstraße 49, 10719 Berlin, täglich ab 18 Uhr, https://benedict.world/

True Italian Pizza Week
Die Kreation „Spicy Honey“ von der Pizzeria „Polin“ in Steglitz.© True Italian | True Italian

True Italian Pizza Week: Vom 15. bis zum 25. Oktober findet wieder die True Italian Pizza Week in Berlin statt. 45 Pizzerien beteiligen sich daran. Jede präsentiert während der Aktionswoche zwei extra kreierte Pizzen. Gäste können eine davon zusammen mit einem Aperol Spritz oder einem alkoholfreien Crodino Spritz für 18 Euro bestellen. Tickets oder eine Anmeldung sind nicht erforderlich. Alle Informationen.

„Telegraphenamt“: Das Hotel „Telegraphenamt“ in Mitte führt das neue Genussformat „Make Thursdays late again“ ein. Jeweils donnerstags gibt es ab 19 Uhr in der „Root Bar“ Sushi und Cocktails. Für Stimmung sorgen wechselnde DJs. Die Sushi-Kreationen stammen vom japanischen Sushi-Koch Ryota Terashima, der Traditionen in kreative Variationen und zeitgemäße Neuinterpretationen übersetzt. Monbijoustr. 11, Mitte, Tel. 030 / 994 05 90, https://www.root-restaurant.com/makethursdaylateagain

Rogacki-Dependance in der Markthalle 9 eröffnet
Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) und Jan Spielhagen (links) sowie Daniel-Jan Girl bei der Eröffnung der Rogacki-Dependance in der Markthalle 9.© FUNKE Foto Services | Jörg Carstensen

Rogacki: Rogacki ist zurück. Am Donnerstagabend wurde das Pop-up des legendären Feinkostladens in der Markthalle Neun eröffnet, Kunden können das Angebot seit gestern wieder genießen. Bei krossem Backfisch, Kartoffelsalat, Austern, Fischbrötchen und Rogacki-Hauswein wurde gemeinsam auf den Neustart der Berliner Feinkost-Institution angestoßen. Erstmals konnten die Gäste außerdem die neuen „Halben Eier“ und „Berliner Schnitten“ probieren. Heute startet um 10 Uhr der Fischverkauf, ab 12 Uhr gibt es das gastronomische Angebot. Zudem soll es demnächst einen weiteren Ort in Charlottenburg geben, der in Kürze bekannt gegeben werden soll. Eisenbahnstraße 42/43, Kreuzberg, Mo–Mi, 8–20 Uhr, Do, 8–22 Uhr, Fr+Sa, 8–20 Uhr. https://www.rogacki.berlin/

Hilfe für das „Sfera“: Das vegane Sternerestaurant „Bonvivant“ greift der in finanzielle Schwierigkeiten geratenen Neuköllner Brunch-Bar „Sfera“ mit einem besonderen Dinner unter die Arme. Das Team des „Bonvivant“ um Küchenchef Nikodemus Berger kreiert ein veganes und glutenfreies Dinner im Family-Style. Dazu gibt es Cocktails vom „Bonvivant“ und Naturweine vom „Sfera“ um Jana Raabensteinova. Das Menü inklusive Getränke kostet 89 Euro. Es gibt auch Supporter-Tickets für 119 Euro, die einen 40-Euro-Gutschein beinhalten, eine Art Vorkasse also. Zum Dank gibt es zehn Euro Rabatt auf das Menü, wenn das „Sfera“ gerettet werden kann. 20. Oktober, 18.30 Uhr, Schudomastraße 44, Neukölln. Tickets hier.

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Bib Gourmand für ein libanesisches Restaurant in Wilmersdorf

Bib Gourmand Chez Nassib
„Chez Nassib“: Inhaber Nassib Fadel (links) und Küchenchef Ali Gaddar.© Franz Michael Rohm | Franz Michael Rohm

Etwas Verwirrung gab es um die aktuelle Folge unserer Serie um die Bib-Gourmand-Restaurants der Hauptstadt. Denn das vom Michelin so ausgezeichnete Lokal an der Spichernstraße wurde als „Byblos“ gelistet. So heißt es aber nicht mehr. Besitzer Nassib Fadel hat den Namen geändert: in „Chez Nassib“. Dort werden libanesische Spezialitäten serviert, insofern sticht das Restaurant etwas aus der Reihe der anderen Preisträger hervor, denn levantinische Küche findet sich da sonst eher nicht.

90 Prozent der Gäste seien Deutsche, erzählte Fadel meinem Kollegen Franz Michael Rohm. Die gesamte Crew kommt aus dem Libanon, Küchenchef Ali Gaddar warb er aus einem Spitzenrestaurant in Beirut ab. Der Guide Michelin schreibt: „In diesem einladenden Restaurant in Wilmersdorf widmet man sich der libanesischen Aromenwelt, wobei das interessante Angebot weit über das klassische Mezze-Erlebnis hinausgeht. Mit großer Sorgfalt entstehen hier fein abgestimmte Gerichte, die durch Frische und Authentizität überzeugen.“ Abends gibt es Live-Klaviermusik. Besonders stolz ist man auf das Hummus, das täglich frisch hergestellt wird, mit einem besonderen Kniff. Hier erfahren Sie alles Wissenswerte über das „Chez Nassib“.

Berlin Food Week im Zeichen der Langlebigkeit

Taubenbrust und scharf-säuerlich fermentierte Steckrübe im Restaurant Facil.
Taubenbrust und scharf-säuerlich fermentierte Steckrübe im Restaurant „Facil“.© Franz Michael Rohm | Franz Michael Rohm

Es gibt Trendwörter, die kann man nach kurzer Zeit schon nicht mehr hören. „Fermentation“ gehört für mich dazu. Ich habe den Eindruck, dass zurzeit eine regelrechte Fermentierungsmanie grassiert. Kaum ein Spitzenkoch, der nicht irgendwas fermentiert. Als ich in dieser Woche bei einem Event in der norwegischen Botschaft war, bei dem die von mir sehr geschätzten Köche Kenneth Gjerrud („Fjord by Munchs Hus“) und der einstige Zwei-Sterne-Koch Hendrik Otto Smørrebrød als neue Tapas bewarben, wurde mir ein alkoholfreier Sekt angeboten. Ich war durchaus interessiert, aber als der Herr, der die Marke vertrat, etwas von „Lakto-Fermentation“ sagte, war ich raus. Da hielt ich mich lieber an den Reichsrat von Buhl und die hervorragenden Smørrebrøds mit norwegischem Lachs, Matjes, Garnelen und Schneekrabben. Wahre Kunstwerke und in jedem Fall in Zukunft ein Thema.

Ein anderes Wort, das ich nicht mehr hören kann, ist Longevity. Das spricht sich, wie ich gelernt habe, Longévity, mit Betonung auf dem „E“ und bedeutet schlicht Langlebigkeit. Abseits von der Frage, warum man es nicht auch so nennt und warum die deutsche Sprache in Berlin immer mehr aus der Mode zu geraten scheint, verstehe ich nicht, warum alles jetzt unter diesem Aspekt eingeordnet werden muss. „Hunde, wollt ihr ewig leben?“ ist der Titel eines deutschen Antikriegsfilms aus dem Jahr 1959. Was die Gen Z angeht, scheint das wohl so zu sein. Zwischen 20 und 30 habe ich jedenfalls nicht über Langlebigkeit nachgedacht, sondern es krachen lassen, ohne die Folgen fürchten zu müssen, die mich heutzutage mit 59 Jahren ganz sicher treffen würden.

Longevity-Matcha
Longevity-Matcha bei Matchasome in Berlin-Mitte mit zugesetztem Kollagen-Pulver (6 Euro). © BM | Iris May

Egal, was neu auf den Markt kommt, es muss der Longevity dienen. Hauptsache, es verlängert das Leben. Nachdem ich einige, wenn nicht viele Artikel darüber gelesen habe, stellte ich für mich eines fest: Man darf vieles, außer Spaß haben. Ich frage mich, ob es das Leben lebenswerter macht, wenn man durch alle diese Maßnahmen länger lebt, sich dafür aber auch länger kasteien darf. Ich halte es als einstiger Schüler des humanistischen Goethe-Gymnasiums in Wilmersdorf mit Latein-Leistungskurs da eher mit dem guten alten Quintus Horatius Flaccus, besser als Horaz bekannt. Der schrieb in seinen Oden von der „aurea mediocritas“. Der goldene Mittelweg, beziehungsweise das goldene Mittelmaß, war sein Rezept für eine Haltung der Mäßigung, die vor großen Gefahren und Krisen schützt.

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Meiner Mutter war Mittelmäßigkeit ein Gräuel, aber ich finde, es ist der Weg zu größerem Seelenfrieden und damit auch zu einer ganz natürlichen Lebensverlängerung. Dennoch: Das Thema Longevity lässt sich nicht wegdiskutieren, es ist zurzeit einfach omnipräsent. Und so ist es kein Wunder, dass auch die Berlin Food Week, die in diesem Monat startet, sich der Langlebigkeit widmet. Und natürlich: Wenn man sich und seine Gewohnheiten betrachtet, dann kann man sicher an der einen oder anderen Stellschraube drehen. So empfiehlt sich auch ein Besuch im „House of Food“ im Bikini Berlin, wo an zwei Tagen Food-Start-ups ihre Produkte vorstellen. Besonders beeindruckt hat mich tatsächlich ein Brühwürfel aus gerettetem Gemüse. Gute Idee. Sie wissen ja, Lebensmittelverschwendung ist wiederum mir ein Gräuel. Meine Kollegin Stefanie Hofeditz hat das Angebot der Berlin Food Week und des House of Food für Sie zusammengefasst.

House of Food bei der Berlin Food Week
Blick in das House of Food im Bikini Berlin bei der Berlin Food Week.© Berlin Food Week | Ulf Büschleb

Damit überlasse ich Sie dem Feiertag. Der Tag der Deutschen Einheit, für mich immer noch einer der wichtigsten Feiertage des Jahres, da ich 23 Jahre lang in einem geteilten West-Berlin gelebt habe. Auch wenn die Einheit der Deutschen heute weiter weg denn je erscheint und ich gerade jetzt nach der Wahl immer wieder von alten Berlinerinnen und Berlinern nur halb scherzhaft höre, sie wollten ihre Mauer wiederhaben. Was natürlich ausgemachter Blödsinn ist. Niemand, der dieses Bollwerk des Schreckens, das als „antifaschistischer Schutzwall“ euphemisiert wurde, damals miterlebt hat, kann das wirklich wollen. Auch hier wäre mehr „mediocritas“ angebracht.

Ihnen wünsche ich ebensolche Genussmomente, wie sie meinen Kollegen und mir im „Ponte 2.0“ vergönnt waren, viel Freude mit ausgezeichnetem libanesischem Essen, natürlich ein langes Leben – mit welchen Maßnahmen auch immer – und wie gewohnt eine genussvolle Woche. Nächstes Mal verrate ich Ihnen mehr über das neue „Flaneur“ im alten „Kempi“, während Manuela Blisse für Sie beim „Pre-Opening“ – nennen wir es doch Voreröffnung – von Rogacki in der Markthalle Neun war.

Herzlich, Ihr

Alexander Uhl

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