Vom Schnitzelburger bis zu Aufstrichen auf Pilzbasis, von österreichischen Kochstars bis zum innovativen Start-up: Die Berlin Food Week will die kulinarische Bandbreite rund um Foodtrends, nachhaltigen Genuss und Ernährungsperspektiven für die Zukunft abbilden. Deutschlands größtes Foodfestival versteht sich als „kulinarisches Labor“, was viel technischer klingt, als es ist. Denn dabei sollen auch immer der Genuss und die Freude am Essen im Vordergrund stehen, die in einer Reihe von Veranstaltungen zelebriert werden. Zudem erzählen die Macherinnen und Macher der Gastroszene die Geschichten hinter den Produkten, die entsprechend den Grundpfeilern der Food Week – Ursprung, Qualität und Nachhaltigkeit – ausgewählt wurden.

Nachhaltigkeit und Ernährungswende sind der Kern der Food Week

„Das Thema Nachhaltigkeit und die Ernährungswende sind unser Kern. Wir wissen alle, dass unsere Art der Ernährung nicht vereinbar mit dem Erhalt unseres Planeten ist und sich etwas ändern muss“, betont Alexandra Laubrinus, Initiatorin und Geschäftsführerin der Berlin Food Week. Deutschlands größtes Food-Festival findet vom 6. bis zum 12. Oktober zum elften Mal in Berlin statt, will nachhaltige Angebote undogmatisch und für alle zugänglich kommunizieren.

Genießen in Berlin – die besten Restaurants, die neusten Trends:

Länderpartner ist in diesem Jahr Österreich. Im Rahmen des Formates „Servus Austria“ präsentieren alle neun Bundesländer österreichische Kulinarik: „Auf der Berlin Food Week kann man entdecken, wie die einzigartige Verbindung von Geschmack und Natur auf dem Teller schmeckt und jene Kulinarik Österreichs erleben, die weit über bekannte Klassiker hinausgeht“, sagt Sören Kliemann, Head of Market Deutschland bei Austria Tourism. „Die Gäste sollen spüren, dass österreichische Küche authentisch, regional verwurzelt und gleichzeitig innovativ ist.“ Genau dieser Aspekt hat Michael Hetzinger, der das Projekt als zweiter Geschäftsführer zusammen mit Alexandra Laubrinus aufgebaut hat, überzeugt: „Eine alleinige Fokussierung auf Schnitzel & Co wäre nicht unbedingt das gewesen, wofür wir stehen. Aber diese Themen modern, neu und anders zu präsentieren, passt perfekt zu uns.“

Viele Kooperationen österreichischer Originale mit Berliner Köchen

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Im Mittelpunkt stehen Originale, die die Natur ihrer Heimat in Zusammenarbeit mit Berliner Gastronomen auf innovative Weise erlebbar machen wollen. Da kommt etwa mit dem biodynamisch arbeitenden „Weingut Nikolaihof“ die Wachau in die Weinbar „Pluto“. Hier werden die komplexen, gereiften Weine von Winzer Nikolaus Saahs zur Pluto-Jause mit Schweinskopfterrine, fermentiertem Gemüse, Käse und hausgereiftem Schinken serviert.

Andreas Herbst
Andreas Herbst auf der Riederalm. © Creating Click | Creating Click OG

Vom 8. bis zum 12. Oktober gibt es im Canal II ein gemeinsam mit der Südburgenländer Patissière Lena Zachs kreiertes Eclair. Es versteht sich als Hommage mit Twist an die französische und österreichische Handwerkskunst und ist für 7 Euro zu haben. Kärnten und Oberösterreich hingegen kommen mit Fine Dining-Angeboten nach Berlin: Sternekoch Hannes Müller („die forelle“) bringt seine alpine „Berg.See.Küche“ in einem gemeinsamen Menü mit Arne Anker, Küchenchef des Restaurants „Brikz“, nach Berlin, Philip Rachinger (Restaurant „OIS“) kocht mit The Duc Ngo in der „Manon Brasserie Nouvelle“ (je 175 Euro).

Der Wiener Burger ist was für Schnitzel- und für Burgerfans

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Im Rahmen eines Fermentations-Workshops bereiten Sternekoch Nikodemus Berger („Bonvivant“) und Jamie Unshelm („Rote Wand Culinary Lab“) aus Vorarlberg ein Drei-Gänge-Menü (169 Euro) im Studio32 zu, Tirol bringt Käse ins „Pick’n Cheese“, die Steiermark lädt mit Walter Triebl (“Lilli Fehring“) und Felix Klawitter (“Crackers“) zur Wirtshauskultur 2.0 (80 Euro) ein und das Salzburger Land mit Andreas Herbst von der „Riederalm“ zu Gourmet-Butterbroten im Feinkostladen „Vom Einfachen das Gute“ am Olivaer Platz (89 Euro).

Sonnabend

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Ein Highlight, das Burger- und Schnitzelfans gleichsam begeistern könnte, ist der „Wiener Burger“ (13,50 Euro), der von der Wiener Schnitzel-Institution „Figlmüller“ im Hot Finch by Spreegold exklusiv zur Berlin Food Week im Bikini Berlin präsentiert wird. Mit ihrem Streetfood-Ableger „Brioche und Brösel“ hat „Figlmüller“ ein Sandwich kreiert, das mit den geschmacklich auf Mainstream getrimmten Produkten gängiger Fast-Food-Ketten so viel zu tun hat wie eine Autobahnraststätte mit Sternegastronomie: Hier wird Kalbsschnitzel in einen knusprigen Brioche-Bun gepackt und zusammen mit fermentierter Zitrone, Zwiebelmarmelade und Petersilienmayonnaise auf die nächste Geschmacksebene gehoben.

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House of Food: die Grüne Woche en miniature im Bikini Berlin

House of Food
Das House of Food im Bikini beim Berlin Food Festival© Berlin Food Week | Ulf Büschleb

Aber es geht nicht nur um Österreich: Beim „House of Food“, das vom 10. - 11. Oktober im Bikini Berlin stattfindet, handelt es sich um eine Art moderne Mini-Grüne Woche, bei der mehr als 40 Berliner Manufakturen, internationale Food-Marken, Start-ups und kleine Produzentinnen und Produzenten ihre neuesten Produkte präsentieren. Der Eintritt ist frei, sodass das Angebot, mit den Ausstellenden ins Gespräch kommen, zu verkosten und einzukaufen allen offensteht.

„Uns geht es darum, über den Genuss und die Begeisterung für die Geschichten hinter den Produkten dabei zu helfen, am Supermarktregal bessere Entscheidungen zu treffen. Wir gehören schon zu den Menschen, die etwas verändern wollen. Aber halt ohne Dogmatismus und nicht nur für eine Foodie-Elite“, betont Michael Hetzinger. 40.000 Menschen kamen im letzten Jahr, auch um Produkte von Start-ups kennenzulernen, die noch nicht im Supermarkt oder Feinkosthandel erhältlich sind.

Zahlreiche innovative und nachhaltige Produkte

Berlin Food Week
Es gibt auch einen Fermentations-Workshop.© Berln Food Week | Berlin Food Week

Das „House of Food“ ist ein Treffpunkt für neugierige Feinschmecker. Zu den Ausstellerinnen und Ausstellern zählen innovative Anbieter wie „MushRoots“ mit Fleischalternativen aus pilzbasierten Proteinen, die bei ressourcensparender Produktion auch geschmacklich überzeugen sollen. Oder „Oh my Seed“, dessen Team mit „Sonnenblumenfleisch“ eine Alternative zu Hähnchen vorschlägt. Echtes, aber nachhaltig produziertes Fleisch gibt es bei „Gut Kerkow“, dessen Black-Angus-Rinder auf den Weiden des Biosphärenreservats Schorfheide-Chorin leben.

„Wild&Water“ wiederum bietet mit natürlichen Wasserzusätzen aus Tee-Extrakten, Früchten und Kräutern eine gesunde Alternative zu industriell hergestellten Limonaden, „Ma Deli“ bringt traditionelle, nahrhafte Grundnahrungsmittel wie Rotreis, Linsen und Hirse direkt von kleinbäuerlichen Betrieben und indigenen Gemeinschaften aus Südindien nach Berlin. Aber auch Produkte mit hohem Spaßfaktor sind vertreten: Wer auf Tiktok auf den Trend gefriergetrockneter Süßigkeiten aufmerksam geworden ist, kann bei „Astrocat Candy“ knusprige Milchschnitten oder Gummibären probieren. Oder ein ganz neues Produkt der Berliner „Popkornditorei Knalle“ kennenlernen.

Gönn dir Gastro für junge Interessierte

Last but not least und ganz im Sinne eines niederschwelligen Angebots lädt das Festival „Gönn dir Gastro“ erneut junge Menschen und Quereinsteigende zu rund 30 Workshops zum Preis von 5 Euro und mit Schülerausweis sogar kostenfrei an. Gefördert wird die Initiative von der Berliner Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, die so Interesse für diese stark von Arbeitskräftemangel betroffene Branche wecken möchte. Bei Angeboten wie einem Workshop zu Fine Dining im neuen „Sphere Tim Raue“, Austern öffnen im „Ritz-Carlton Hotel“ oder Eiscreme selbst machen bei „Gimme Gelato“ dürften sich wohl viele Azubis beim Gedanken an eine Ausbildung in der Gastronomie angesprochen fühlen.

Berlin Food Week, 6. bis 12. Oktober 2025, Programm und Reservierungen unter https://www.berlinfoodweek.de/