Pannen-Flughafen

Am BER wurden wieder bis zu 100 neue Monitore verschrottet

Erneut wurden am BER bis zu 100 Monitore verschrottet, die noch nie im Einsatz waren. Die Kosten liegen bei mehr als 400.000 Euro.

Die Baustelle des Hauptstadtflughafens BER

Die Baustelle des Hauptstadtflughafens BER

Foto: dpa Picture-Alliance / Patrick Pleul / picture alliance / Patrick Pleul

Berlin/Schönefeld. Die Liste der für den Steuerzahler teuren Kuriositäten am neuen Hauptstadtflughafen Berlin-Brandenburg (BER) setzt sich fort. Wieder mussten bis zu 100 Monitore und Tastaturen ausgetauscht werden, ohne dass sie jemals im regulären Betrieb eingesetzt werden konnten. Das geht aus der Antwort des Senats auf eine Anfrage der AfD-Abgeordneten Kristin Brinker hervor.

Demnach wurden 2018 „aus Gründen der technischen Überalterung“ in den BER-Leitstellen 47 sogenannte Kommunikationsbedieneinheiten zur Steuerung des Vermittlungs- und Ansagesystems sowie der Displaywände im Flughafen ausgetauscht.

Der Austausch der Monitore am BER kostet 400.000 Euro

Eine Kommunikationsbedieneinheit bezeichnet einen Arbeitsplatz mit Tastatur, Maus und häufig zwei Monitoren. Sie mussten ausgewechselt werden, „da der Hersteller keinen Service mehr anbietet“, heißt es in der Antwort des Senats. Entsprechend hätten sie auch nirgendwo sonst weiterverwendet werden können und seien deshalb entsorgt worden. Die Kosten für den Austausch beziffert der Senat auf rund 404.500 Euro.

Zusätzlich mussten „aufgrund starker Verschmutzungen“ bereits 2017 vier Bedieneinheiten im Einsatzbüro Terminal ersetzt werden. Da sie in einem relativ kleinen Büro standen, seien sie verschmutzt worden, sagte der Flughafensprecher Hannes Stefan Hönemann der Berliner Morgenpost. Hier belaufen sich die Kosten auf etwa 12.000 Euro. Im Gegensatz zu ihren Pendants in der BER-Leitstelle konnten sie in den vergangenen Jahren jedoch parallel für den Flughafen Schönefeld genutzt werden.

Schon zuvor 750 Monitore am Hauptstadtflughafen ausgetauscht

Hönemann betonte, dass man die Geräte in der Leitstelle nun auch austauschen müsste, wenn der BER bereits offen wäre. „Wir schauen schon darauf, dass es Sinn macht, wenn etwas ersetzt wird“, sagte er. Zudem komme die Verschrottung nie genutzter Technik am BER damit wohl an ihr Ende. „Wir gehen davon aus, das wir keine weiteren technischen Geräte im großen Stil austauschen müssen.“

Dennoch reiht sich der Vorfall der ungenutzt verschrotteten Monitore ein in die lange Geschichte des Pannenflughafens BER. Zuletzt war im März 2018 bekannt geworden, dass am Airport 750 Monitore für die Fluggastinformation ausgetauscht werden müssen, da ihre Stromanschlüsse mittlerweile veraltet seien.

Auch die Fluggesellschaft Lufthansa beschwerte sich, dass ihre Ausstattung im Hauptstadtflughafen nach jahrelanger Verzögerung schon wieder überholt ist. Für Aufregung hatte daraufhin eine Äußerung von Lufthansa-Vorstand Thorsten Dirks gesorgt. Dirks wurde mit den Worten zitiert: "Meine Prognose ist: Das Ding wird abgerissen und neu gebaut." Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup versicherte daraufhin, dass der geplante Eröffnungstermin im Oktober 2020 weiterhin verlässlich und belastbar sei.

Rundgang durch den Flughafen BER

Im Flughafen herrscht noch Helmpflicht, doch der neue BER-Chef zieht eine positive Bilanz: Von 180.000 Mängeln müssen laut Lütke Daldrup nur noch 13.000 beseitigt werden. Die Entrauchungsanlage soll mittlerweile funktionieren.
Rundgang durch den Flughafen BER

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