Schadenersatz

BER-Flughafenchef Mehdorn mit 30 Millionen Euro versichert

Finanziell muss Hartmut Mehdorn nicht für die Probleme am BER einstehen. Für ihn wurde extra eine Versicherung abgeschlossen, mit der er gegen Schadenersatzforderungen abgesichert ist.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Der ungenutzte Flughafenneubau in Schönefeld verursacht jeden Monat Kosten von fast 20 Millionen Euro, hinzu kommen Einnahmeausfälle in ähnlicher Höhe. Finanziell muss Mehdorn dafür nicht einstehen. Für ihn wurde extra eine Versicherung abgeschlossen, mit der er gegen Schadenersatzforderungen von bis zu 30 Millionen Euro abgesichert ist.

Versichert sind auch Mehdorns Finanzchefin Heike Fölster sowie die 15 Aufsichtsratsmitglieder um den Vorsitzenden Klaus Wowereit (SPD). Wie der Regierende Bürgermeister mitteilte, wurde die „Directors-and-Officers-Versicherung“ noch nicht in Anspruch genommen. Wie viel die Versicherung die Flughafengesellschaft kostet, wollte Wowereit in seiner Antwort auf eine Anfrage der Piratenfraktion nicht kundtun. Dies unterliege dem Betriebsgeheimnis.

Nun schwindet offenbar selbst bei der Deutschen Bahn die Hoffnung, dass der neue Hauptstadtflughafen BER in absehbarer Zeit in Betrieb geht. So stellt die zum Bahnkonzern gehörende Berliner S-Bahn die Ausbildungsfahrten für ihre Lokführer zum BER-Bahnhof ein. Solange völlig unklar sei, wann der Flughafen überhaupt eröffnet wird, würden sich weitere Fahrten nicht lohnen, so ein S-Bahn-Manager. Der Grund: Der Streckenkundenachweis für die Triebfahrzeugführer gilt nur ein halbes Jahr, ohne Nutzung im regulären Fahrbetrieb müssten sie ihre Ausbildung nach dieser Zeit komplett wiederholen.

Leere S-Bahn-Züge fahren täglich zum BER-Terminal

Nicht eingestellt werden hingegen die Belüftungsfahrten. S-Bahn-Züge fahren dazu zweimal täglich ohne Fahrgäste von der Station am alten Flughafen Schönefeld weiter bis in den Bahnhof unter dem BER-Terminal. Dabei soll nicht nur die Funktionsfähigkeit von Signalen und Weichen auf der acht Kilometer langen Strecke überprüft, sondern auch Schimmelbildung in dem unterirdischen Bauwerk verhindert werden. Insgesamt 636 Millionen Euro haben die Bahnanlagen gekostet – und waren rechtzeitig zur ursprünglich geplanten BER-Inbetriebnahme am 30. Oktober 2011 fertig.

Die BER-Eröffnung ist seither vier Mal verschoben worden, einen neuen Termin gibt es noch immer nicht. Spekuliert wird inzwischen darüber, dass der neue Flughafen wegen der vielen ungelösten Probleme erst 2017 in Betrieb gehen kann. Einen genauen Zeitplan konnte Flughafenchef Hartmut Mehdorn trotz mehrfacher Ankündigungen bisher nicht vorlegen.

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