Ein leitender Mitarbeiter der Berlin-Brandenburger Flughafengesellschaft steht unter Korruptionsverdacht. Nach Informationen der Berliner Morgenpost handelt es sich dabei um Technik-Chef Jochen Großmann.

Großmann ist unter anderem für die Auftragsvergabe für den neuen Hauptstadtflughafen zuständig. Die Flughafengesellschaft teilte am Dienstag in Schönefeld lediglich mit, dass ein leitender Mitarbeiter von einem Auftragnehmer Vorteile gefordert haben soll.

„Nach unserem bisherigen Erkenntnisstand geht es um rund eine halbe Million Euro Bestechungsgeld“, erklärte Flughafenchef Hartmut Mehdorn.

Die Staatsanwaltschaft Neuruppin ermittele gegen den Verdächtigen. Es habe bereits eine Durchsuchung in Dresden gegeben. Die Flughafengesellschaft sei davon aber nicht betroffen, hieß es in einer Erklärung. Großmann war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Großmann soll Brandschutz-Problem lösen

Der Sachse Großmann soll das Problem der Entrauchungsanlage im Brandfall lösen, das den BER bisher am Start hindert. Seit Juni 2013 ist der Chef der international agierenden Dresdener Ingenieurgesellschaft Gicon am BER tätig. Seine 300-Mann-Firma baut schwimmende Windräder für den Einsatz im Meer, baut Biogasanlagen und kümmert sich aber auch um Sicherheitssysteme und IT-Lösungen. Großmann soll das Problem der Brandschutzanlage lösen, damit das BER-Projket endlich an den Start gehen kann.

In der Vergangenheit hatte es bereits einen Fall von Korruption im Zusammenhang mit dem BER gegeben.Gegen den Chef des Märkischen Abwasser-Zweckverbandes und zwei Geschäftsführer von Baufirmen, die in Zusammenhang mit dem Flughafenbau unter Korruptionsverdacht standen, hatte die Staatsanwaltschaft Neuruppin im April 2013 Anklage erhoben. Ihnen wurde Bestechlichkeit und Bestechung vorgeworfen.

Die Ermittlungen richteten sich auch damals nicht gegen die Flughafengesellschaft. Die angeklagten Firmenchefs wollten die Vergabe von Aufträgen positiv beeinflussen. Es ging um die Verlegung einer Trinkwasser- und einer Abwasserdruckleitung in Zusammenhang mit Bau des Hauptstadtflughafens. Die Projekte hatten ein Gesamtvolumen von mehr als 14 Millionen Euro.

dpa/mim