BER-Aufsichtsratschef Matthias Platzeck (SPD) hat der Rückkehr der Architekten des Architekturbüros Gerkan, Marg und Partner (GMP) auf die Baustelle des BER eine Absage erteilt. Der neue Flughafenchef Hartmut Mehdorn hatte die Rückkehr in die Diskussion gebracht. Platzeck sagte nun gegenüber „Bild“: „Es wird kein zurück für ‚GMP’ geben!“ Auch die Klage gegen die Planungsgesellschaft PG BBI werde nicht zurückgezogen. Dieser Gesellschaft gehören die Architekturbüros GMP und JSK an. Mehdorn solle durchaus den Sachverstand von Experten abfragen, sagte Platzeck, er habe dem Flughafenchef aber „klipp und klar gesagt, dass der Rechtsstreit mit ‚GMP‘ nicht beeinträchtigt werden darf“.
Zuletzt hatte das Landgericht Potsdam die Klage der Berliner Flughafengesellschaft gegen die Planungsgesellschaft vorerst ruhen lassen. Das zuständige Landgericht hat einen Termin zur Prüfung der Klage im Mai aufgehoben. Das Verfahren ruhe, solange nicht eine der beiden Seiten einen neuen Antrag zur Wiederaufnahme stelle, sagte ein Sprecher des Landgerichts. Ursprünglich sollte die Klage am 16. Mai geprüft werden.
Der Gesellschaft wurde im Mai 2012 wegen der Probleme am neuen Hauptstadtflughafen BER fristlos gekündigt. Gleichzeitig verklagte die Flughafengesellschaft die Architekten damals auf Schadenersatz in Höhe von 80 Millionen Euro.
Mehdorn brachte einen „Ruck“
Platzeck räumte ein, dass seit Mai 2012 Ausnahmezustand geherrscht habe. „Ich hatte manchmal Angst, dass sich das ganze Unternehmen pulverisiert“, sagte er „Bild“. Doch seit Mehdorn die Leitung übernommen habe, spüre er einen „Ruck“ durch das Unternehmen gehen, so unterstrich Platzeck einmal mehr seine Anerkennung für Mehdorn. Dieser sei „gerade, unbequem, auch mal dampfwalzenmäßig“, sagte Platzeck dem Blatt. „Aber ich kann mich auf ihn verlassen.“
Tegel-Schließung kein „Naturgesetz“
Offen zeigte sich Platzeck nun für eine Debatte über die Offenhaltung Tegels. „Ich finde, die Idee verdient es, dass wir sie zu Ende diskutieren“, sagte er in dem Interview. Hartmut Mehdorn hatte sich im März kurz nach seinem Antritt als Flughafenchef im Sonderausschuss des Potsdamer Landtags dafür ausgesprochen, Tegel für Chartermaschinen offen zu halten. Nach Intervention des Aufsichtsratschefs korrigierte Mehdorn sich und sagte, nur wenn die Nordbahn in Schönefeld saniert werde, müsse man vielleicht Flüge nach Tegel verlagern und den alten Flughafen dafür ein paar Monate länger offen halten. Platzeck hatte Mehdorn zuvor Unwissenheit unterstellt, indem er sagte: „Das sehen wir Herrn Mehdorn, der jetzt genau sieben Stunden im Amt ist, nach, dass er das noch nicht ganz übersehen kann.“ Er unterstrich, das Tegel laut Planfeststellung ein halbe Jahr nach der Inbetriebnahme schließen müsse.
Gegenüber „Bild“ verwies der brandenburgische Ministerpräsident erneut darauf, dass man das Planfeststellungsverfahren erneuern müsste. Er würde dann Klagen durch alle Instanzen erwarten, die fünf bis sieben Jahre Zeit in Anspruch nehmen würden. Eine Schließung von Tegel sei aber „kein Naturgesetz“. Für wahrscheinlicher als einen dauerhaften Weiterbetrieb hält Platzeck eine Betriebsverlängerung für Tegel.
Dreimal schon ist die Eröffnung verschoben worden, ein neuer Termin steht nicht fest. Experten rechnen nicht mit dem Start vor 2014/15.
BM





