Der Berliner Regierungschef Klaus Wowereit (SPD) hat den Vorwurf zurückgewiesen, politischer Druck habe zu einem zu knappen Zeitplan für den Bau des Hauptstadtflughafens geführt.
Der Eröffnungstermin 3. Juni sei Mitte 2010 von Experten vorgeschlagen worden, nicht von Politikern, sagte der Regierende Bürgermeister am Freitag im Abgeordnetenhaus in einer Sondersitzung des Verkehrsausschusses. Der Vorwurf, es habe sich um einen „politischen Termin“ gehandelt, sei abstrus. „Aber wir haben immer wieder darauf hingewiesen, dass die Zeitpläne ambitioniert sind“, fügte Wowereit hinzu.
Die für den 3. Juni geplante Eröffnung war vier Wochen vor dem Datum mit der Begründung abgesagt worden, die Brandschutzanlage sei nicht fertig. Der Aufsichtsrat verschob den ersten Start vom Willy-Brandt-Flughafen nun auf den 17. März 2013. Wowereit ist Vorsitzender des Aufsichtsrats der Flughafengesellschaft.
Nach der verschobenen Eröffnung ist noch nicht klar, ob alle zusätzlich geplanten Flüge über Berlin-Tegel abgewickelt werden können. Dies gelte für „eine überschaubare Zahl von Flügen“, sagte Flughafenchef Rainer Schwarz am Freitag im Verkehrsausschuss des Abgeordnetenhauses.
Man bemühe sich, diese Starts und Landungen außerhalb des Nachtflugverbots von 23.00 bis 6.00 Uhr unterzubringen. Sollte das nicht gelingen, würden die Fluggesellschaften sicherlich versuchen, für diese Flüge Ausnahmegenehmigungen für die Zeitfenster von 5.30 bis 6.00 Uhr und 23.00 bis 23.30 Uhr zu bekommen, sagte Schwarz.
Die für den 3. Juni geplante Flughafeneröffnung war vier Wochen vor dem Termin abgeblasen worden, weil die Brandschutzanlage nicht fertig ist. Der Aufsichtsrat verschob die Inbetriebnahme auf den 17. März 2013.
Flughafengegner fordern Rücktritt Wowereits
Flughafengegner fordern unterdessen den Wowereits Rücktritt. Zudem müsse er sich als Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafengesellschaft selbst entlassen, sagte ein Sprecher der Friedrichshagener Bürgerinitiative am Freitag. Er kritisierte, dass Wowereit „in Personalunion Aufträge überwacht, die er zuvor vergeben hat“.
Für 3. Juni, den ursprünglich geplanten Eröffnungstag des Hauptstadtflughafens, planen Bündnisse und Bürgerinitiativen unter dem Motto „Wer zahlt für das BER-Desaster?“ eine Demonstration vor dem Roten Rathaus.
dapd/dpa/bee

