Klappt es irgendwann mal, vor einem Laufevent vollkommen entspannt zu bleiben? Ich bin mir nicht sicher. Früher oder später kommt bei mir immer die Aufregung, egal, wie gut oder schlecht ich mich auf einen Lauf vorbereitet habe. Gerade befinde ich mich wieder in einer Rennwoche: Am Sonntag will ich den Palma-Halbmarathon auf Mallorca laufen, eine Woche später steht für Zehntausende Läufer der Berliner Halbmarathon an. Und allmählich spüre ich wieder diese Mischung aus Vorfreude und Anspannung aufsteigen. Wobei ich mich immer bemühe, dass die Vorfreude die Oberhand behält.
Die Emotionen vor dem Rennen haben bei mir immer unterschiedliche Gründe. Ich frage mich dann, ob ich genug trainiert habe, ob die Versorgung klappen wird, wie ich mit Wind, Regen oder Hitze zurechtkommen werde. Aktuell grübele ich vor allem darüber, wie mein Knie nach der Verletzung auf die Belastung reagieren wird. Irgendwie bleibt beim Laufen immer ein Rest Unsicherheit, weil nie alles plan- oder kontrollierbar ist. Selbst die Profis müssen immer wieder erfahren: Auch wenn das Training noch so gut funktioniert hat, heißt das nicht, dass das Rennen so läuft, wie man es sich ausgemalt hat.
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Routinen vor dem Halbmarathon: Eine halbe Banane kurz vor dem Start
Eine gewisse Nervosität vor einem Event hat also durchaus ihre Berechtigung. Genauso, wie bestimmte Routinen zu entwickeln, um vor einem Lauf für die bestmöglichen Bedingungen zu sorgen. Was genau das ist, ist verschieden. Manche Läufer essen immer dasselbe Frühstück, andere tragen immer eine besondere Hose. Wieder andere hören jedes Mal eine bestimmte Playlist oder sie gehen in der halben Stunde vor dem Start noch dreimal auf eine der Dixi-Toiletten. Von denen es übrigens, egal bei welchem Rennen, immer zu wenige im Startbereich gibt. Beim Berliner Halbmarathon oder Marathon gab es in den vergangenen Jahren aber einen Trick: Im Bereich der Kleiderabgabe waren die Schlangen an den Toiletten stets endlos, direkt im Startbereich an der Straße des 17. Juni dagegen deutlich kürzer.
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Ich selbst habe zwei Angewohnheiten, die mich bei nahezu jedem Rennen begleiten. Die erste: Kurz vor einem Lauf esse ich noch eine halbe Banane. Eine ganze wäre mir zu viel, deshalb landet die andere Hälfte in meinem Kleiderbeutel. Mein anderer Tick ist, dass ich kurz bevor der Startschuss ertönt, das Bedürfnis habe, meine Socke noch mal zu richten.
Der Laufclub der Berliner Morgenpost
Auch bei der Berliner Morgenpost gibt es begeisterte Läuferinnen und Läufer – und mit unseren Leserinnen und Lesern wollen wir einmal im Monat eine gemeinsame Runde drehen. Dafür haben wir in diesem Jahr unseren Laufclub gegründet. Treffpunkt ist der Eingang zum Tiergarten am Brandenburger Tor, gelaufen werden etwa sechs Kilometer. Die Teilnahme ist natürlich kostenlos. Wann der nächste Lauf stattfindet, steht immer unter mrgnpst.de/10k-club. Wir freuen uns über viele Mitläufer!
Irgendwie fühlt es sich jedes Mal (und komischerweise immer auf der rechten Seite) so an, als würde etwas nicht richtig sitzen und mir während des Laufs eine schlimme Blase drohen. Inmitten der Menschen heißt es also für mich: Schuh ausziehen, an der Socke herumzupfen, Schuh wieder anziehen. Wenn ich ehrlich zu mir selbst bin, weiß ich, dass das absolut gar nichts bringt. Trotzdem fühle ich mich ein wenig sicherer, wenn es auf die Strecke geht. Inzwischen hinterfrage ich das Ganze auch nicht mehr, sondern habe es als Teil meiner Routine akzeptiert. Auch wenn sich andere Läufer fragen mögen, was ich da, auf einem Bein balancierend, gerade mache.
Halbmarathon: Die Rennsaison 2026 wird offiziell eröffnet
Neben der Gefühlsmischung aus Vorfreude und Anspannung versuche ich in diesem Jahr einmal mehr, mich aufs Dankbarsein zu konzentrieren. Darüber, dass ich überhaupt so weit gekommen bin und an der Startlinie eines Halbmarathons stehen kann. Sieben Wochen ist es her, dass ich nach meiner Verletzungspause wieder ins Training eingestiegen bin – mit zwei Kilometern auf dem Laufband. In kleinen Schritten ging es seither vorwärts. Die Läufe wurden Kilometer um Kilometer länger und wieder regelmäßiger, die Kniebandage wurde durch ein Sport-Tape abgelöst.
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Eine Garantie dafür, dass ich beschwerdefrei über die Halbmarathon-Distanz komme, gibt es nicht. Ich werde mein Bestes geben, im Vorfeld möglichst wenig darüber nachzudenken, was passieren könnte, und mich umso mehr auf die Stimmung zu konzentrieren. Und wenn ich dann am Sonntag am Start stehe und wieder das Gefühl habe, dass meine rechte Socke nicht richtig sitzt, dann wird das auch ein wenig beruhigend sein. Und mir zeigen, die Rennsaison 2026 ist offiziell eröffnet.





