Die Anwohner reagierten überrascht. Vor ihren Ein- und Mehrfamilienhäusern nahe dem Dahlemer Weg in Berlin-Lichterfelde sind die Zufahrten versperrt. Bauarbeiter haben die Straßen übernommen. Das bringt für die Lichterfelder jetzt unerwartete Veränderungen mit sich.

Wer vom Dahlemer Weg in die Curtiusstraße abbiegen möchte, sieht sich derzeit roten Absperrungen gegenüber. Radfahrer kommen hinein, Autos müssen draußen bleiben. Die Baustelle zieht sich von der Ecke Dahlemer Weg bis zur Curtiusstraße 109, also kurz nach dem Knick in Richtung Lidl und Athene-Grundschule. Ein Bagger und ein Lastwagen mit rotierendem Warnlicht auf dem Dach dröhnen. Auch der Gräfenberger Weg ist bis zur Jägerndorfer Zeile nicht befahrbar.
Plötzliches Durchfahrverbot überrascht Anwohner
Nicht abgesperrt ist der Bürgersteig. Dort ist am Dienstagmittag Anwohner Thomas unterwegs. Der 67-Jährige zeigt sich vom plötzlichen Durchfahrverbot überrumpelt. Ende vergangener Woche standen vor seinem Haus plötzlich Halteverbotsschilder. „Ich dachte: Das ist vielleicht wegen Baumarbeiten.“
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Kurz darauf war aber die gesamte Fahrbahn mit Absperrgittern gesichert. Bis Dienstag hatten Handwerker der beauftragten Baufirma dann erste Löcher ausgehoben, kleine Hügel schwerer Pflastersteine befinden sich nun daneben. Weitere Bereiche für Tiefbauarbeiten sind farblich auf der Straße markiert. Ein Handwerker vom Baustellenteam sagt, die Genehmigung für die Baumaßnahme sei so kurzfristig hereingekommen, dass die Vorbereitungen entsprechend plötzlich geschahen.
Baustelle erschwert Anwohnern den Alltag und das Einkaufen
Anwohner Thomas hatte in der vergangenen Woche wegen des Halteverbots sein Auto in einer Seitenstraße geparkt. „Nun kommt man wegen der Baustelle mit dem Wagen nicht mehr an sein Grundstück“, sagt er. Eine große Einkaufstasche voller Leergut hat er dabei, es geht zum Supermarkt. „Statt danach vor meiner Haustür zu parken und den Wagen auszuladen, muss ich vorerst alle Einkäufe vom Auto an den Absperrungen vorbei ins Haus tragen.“ Zwei Sixpacks Wasser stehen unter anderem auf seinem Einkaufszettel.

Anwohnerin Tjaden ist bei der Gartenarbeit. Sie klagt, dass an ihrem Stück der Curtiusstraße ständig gebaut wird und dann wieder der Verkehr unterbrochen ist. „Jedes Jahr ist hier irgendetwas“, sagt die 50‑Jährige. Zuletzt seien Glasfaserkabel verlegt worden. „Warum macht man das nicht alles auf einmal?“, fragt sie.
Zufahrten bis November gesperrt: Anwohner müssen umplanen
Auch für die Nachbarn auf ihrem Grundstück sei das beschwerlich. Sie könnten jetzt ihren Stellplatz nicht nutzen. „Und die Männer, die in den kommenden Wochen den Müll abholen? An die muss man auch denken. Morgen zum Beispiel wird der Biomüll abgeholt. Die können jetzt nicht mehr vor der Tür parken, sondern müssen sich irgendwo einen Platz suchen und die Tonnen dorthin ziehen.“
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An den Zäunen der Grundstücke hängen Zettel, denen die Anwohner entnehmen können, dass Auftraggeber der landeseigene Versorger Stromnetz Berlin ist. Die Betroffenen sehen darauf die Mobilnummer des Bauleiters und werden darüber hinaus freundlich darauf hingewiesen, dass sie von Montag der aktuellen Woche an bis zum 24. November keine Zufahrt zu ihrem Grundstück haben. Das Unternehmen vergrößert und saniert seit diesem Jahr das Stromnetz in Steglitz, Lankwitz und Lichterfelde. Der Abschluss der Arbeiten ist für 2030 vorgesehen.




