Andere Berliner Bezirke machten es vor. Nun zieht Steglitz-Zehlendorf nach. Ab Mitte dieser Woche steht am Finanzamt Zehlendorf eine sogenannte Rote Bank. Sie ist ein seit etwa zehn Jahren international verstandenes Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen.

Bezirksbürgermeisterin Maren Schellenberg (Grüne) sagte, damit setze sich Steglitz-Zehlendorf für eine Kultur des Hinsehens statt Wegsehens ein. „Als Bezirk stehen wir an der Seite von Betroffenen, stärken Prävention und Opferschutz“, so Schellenberg.

„Rote Bank“ setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Am kommenden Mittwoch will sie die erste „Rote Bank“ des Bezirks einweihen. Bürger sind eingeladen, ab 16 Uhr dabei zu sein. Sie befindet sich ab dann vor dem Finanzamt Zehlendorf, Martin-Buber-Straße 20/21. Junge kreative Menschen von der Jugend- und Familieneinrichtung Zephir gGmbH haben sie gebaut. Die Geschäftsstelle des freien Trägers der Jugendhilfe befindet sich im Bezirk.

Metallplatte an der „Roten Bank“ im Köpenicker Luisenhain.
Metallplatte an der „Roten Bank“ im Köpenicker Luisenhain.© Berliner Morgenpost | Philipp Hartmann

Die „Roten Bänke“ sind eine Idee aus Italien. Eine „Panchina Rossa“ mahnt Opfer wie Außenstehende, Gewalt gegen Frauen und Mädchen frühzeitig zu erkennen und ihr entgegenzutreten.

„Rote Bänke“ erinnern weltweit an Opfer von Femiziden

„Rote Bänke“ sind in aller Welt zu finden. Eine erste wurde Mitte der 2010er-Jahre in Italien aufgestellt. Standorte in Deutschland sind beispielsweise Speyer und Mannheim.

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Die Gestaltung der Bänke ist unterschiedlich. Mal sind sie schlichte Konstruktionen aus rauen Holzbrettern. Mal gehört eine Skulptur dazu, wie etwa in Potsdam. Mal sind sie Kunstwerke, wie jene von Architekt Martin Jasper und Künstlerin Vanessa Alessi. Diese steht im Innenhof der italienischen Botschaft in Tiergarten. Immer sind sie rot, wie die Farbe von Blut. Und stets symbolisieren sie die Lücke, die die getöteten Frauen hinterlassen.

Tempelhof-Schöneberg erleichtert die digitale Kontaktaufnahme

In Berlin hat das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg besonders viele „Rote Bänke“ in Auftrag gegeben. Dort stehen sie unter anderem am Grazer Platz, Alboinplatz, Volkspark Mariendorf, Teltowkanal, Lichtenrader Graben West sowie im Gutspark Marienfelde und Alice-Salomon-Park. Sie tragen den Schriftzug „Kein Platz für Gewalt gegen Frauen und Mädchen“. Zudem befindet sich darauf der QR-Code zum Hilfetelefon des Bundesamts für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben.

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2025 gab es laut Polizei und Berliner Senat mehr als 13.000 Opfer von Gewalt in Partnerschaften. Es wurden 8652 Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung erfasst sowie fast 1400 Vergewaltigungen. Ermittler gehen bezüglich des Kriminalitätsfeldes von einer hohen Zahl weiterer Fälle aus, die nicht gemeldet wurden. Die Täter dabei sind Ehemänner oder Partner, weshalb die Opfer davor zurückschrecken, zur Polizei zu gehen.

Berlin gibt im laufenden Jahr mehr als 45 Millionen Euro für Gewaltschutz sowie für die Unterstützung von Frauen aus. 2027 sollen es 53,5 Millionen Euro werden. Davon kommen zehn Millionen Euro vom Bund.