Die Carlo-Schmid-Oberschule ist seit Jahren eine Dauerbaustelle – und wird es wohl auch noch eine Weile bleiben. Einen Zeitpunkt, wann die Sanierung abgeschlossen sein soll, kann Bezirksstadtrat Andreas Otti (AfD), unter anderem zuständig für Facility Management, nicht nennen. „Es bleibt ein fortlaufender Prozess, weil wir das Gebäude nicht einfach durchsanieren können, sondern Arbeiten in die Nachmittagsstunden oder die Ferien verlegen müssen“, erklärt Otti. Andernfalls müsste das Gebäude vollständig geräumt werden – und das ist im laufenden Schulbetrieb keine Option.

Dafür sollen nun die sechseinhalb Wochen Sommerferien genutzt werden, um einige Mängel in der Schule instand zusetzen. „Die Decken in der Mensa und der Schulleitungsbereich werden wieder hergestellt“, berichtet Otti. Bis Ende des Jahres sollen dann die Brandschutzmaßnahmen abgeschlossen sein. Doch damit sind die Sanierungsarbeiten längst nicht vorbei. Da wären immer noch die undichten Fenster oder die marode Fassade, die in Angriff genommen werden müsste.

„Wir haben hier eine hochproblematische Schule, weil über zwei oder drei Dekaden nichts gemacht wurde“, sagt Otti. Derzeit sei die Senatsbauverwaltung dabei, die Kosten für eine Komplett-Sanierung und im Vergleich einen Neubau zu berechnen. Mit einem vom Spandauer Bezirksamt veranlassten Bauscan war bereits eine grobe Größenordnung bestimmt worden. Demnach wurden die Sanierungskosten auf 30 bis 35 Millionen Euro geschätzt.

Fast alle Spandauer Schulen werden saniert

Sollte am Schluss die Entscheidung für einen Neubau fallen, sei entscheidend, mit welcher Priorität die Senatsbauverwaltung die Carlo-Schmid-Oberschule einstufe. Davon hängt ab, wann die Bauarbeiten für ein neues Schulgebäude starten könnten. Bezirksstadtrat Otti rechnet damit, dass ein Neubau frühestens in zwölf Jahren, also 2030, fertiggestellt wäre.

Die Carlo-Schmid-Oberschule ist derzeit aber bei weitem nicht die einzige Schule in Spandau, an der Sanierungsarbeiten stattfinden. „Wir sind an fast allen Schulen dran“, sagt Otti. Das Problem, dass jahrelang nichts gemacht wurde, betreffe viele Gebäude. Insgesamt an 41 Schulen wird in Spandau werden der Sommerferien saniert. Das sind mehr als in jedem anderen Bezirk. Gebäudemängel und perspektivisch schlicht zu wenige Plätze für Schüler sind auch der Grund, weshalb der Bezirkselternausschuss (BEA) von Spandau am Mittwoch zu einer Demo aufruft.

Bei Demo werden am Mittwoch über 1000 Teilnehmer erwartet

„Es werden ständig Zahlen genannt, aber es wird nichts gemacht“, sagt Thorsten Hartje, Vorsitzender des BEA. „Wir müssen jetzt mit dem Neubau von Schulen anfangen.“ Insbesondere, weil Tausende neue Wohnungen in dem Bezirk entstehen sollen und die Schülerzahlen steigen, müsse etwas passieren.

Als BEA-Vorsitzender kennt er auch die Berichte von anderen Spandauer Schulen, deren Zustände mangelhaft sind. An einer Schule sei das Wasser blei- und die Fassade asbestbelastet, an einer anderen herrschten in den Klassenräumen im Sommer tropische Temperaturen. „Wir haben ein Riesenproblem, Lehrer zu bekommen“, sagt Hartje. Bei solchen Gebäuden wäre das allerdings kaum verwunderlich.

Startpunkt der Demo soll um 14 Uhr an der Carlo-Schmid-Oberschule sein. Von dort aus geht es dann zum Spandauer Rathaus, wo gegen 16 Uhr die Abschlussveranstaltung beginnen soll. Schüler, Lehrer und Eltern sind laut Hartje an der Demo beteiligt. Er rechnet mit weit über 1000 Teilnehmern.

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