Wenn Schulleiterin Bärbel Pobloth die Mängel an der Carlo-Schmid-Schule aufzählt, dann kann das eine Weile dauern. Am Montagabend schilderte sie vor den Mitgliedern des Spandauer Schulausschusses, welche Bedingungen Schüler und Lehrer dort seit Jahren hinnehmen müssen: eine defekte Heizung, Probleme mit der Belüftung, eine nicht funktionierende Gasleitung, Staub und Schmutz in den Räumen wegen der Dauerbauarbeiten.
Pobloth berichtet von vier Wasserschäden allein im Jahr 2017. Auch in diesem Jahr gab es bereits einen, bei dem Technik für den erst neu eingeführten Grundkurs „Film“ beschädigt oder sogar zerstört wurde. 20.000 Euro seien aus dem Schulbudget für die Technik investiert worden. „Ich empfinde die Situation in meiner Schule als sehr belastend für Kollegium, Schülerinnen und Schüler und Eltern“, sagte Pobloth.
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Schule wünscht sich einen Neubau
Dass die Spandauer Dauerschule in den vergangenen Jahren zum Dauersanierungsfall geworden ist, ist bekannt. Wie teuer die Sanierung am Ende werden würde, ist dagegen nicht klar. Nach einem Bauscan sollen die Kosten zuletzt auf 30 bis 35 Millionen geschätzt worden sein.
In der Schule gibt es daher längst den Wunsch, statt der Sanierung lieber auf einen Neubau zu setzen. „Warum will man in ein altes Gebäude 35 Millionen stecken, wenn man einen Neubau für 40 bis 50 Millionen bekommen kann?“, so Schulleiterin Pobloth. Fest steht: An der Oberschule muss dringend etwas passieren.
Laut Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) geht es nun darum, belastbare Fakten zu liefern. Denn durch den Bauscan sei lediglich eine Größenordnung der Kosten festgemacht worden.
„Der nächste Schritt ist, die Bestandsaufnahme der Howoge zu unterstützen, um verlässliche Zahlen für die Sanierung zu ermitteln“, sagte Kleebank. „Wenn die Howoge zu dem Entschluss kommt, dass ein Neubau die richtige Maßnahme ist, könnten wir das gegenüber dem Land deutlich leichter durchsetzen.“
Weitere Sanierungsarbeiten an der Oberschule in den Sommerferien
Bis das soweit ist, kann es allerdings noch einige Monate dauern. Bürgermeister Kleebank rechnet damit, dass Ende des Jahres alle erforderlichen Informationen vorliegen, um mit der Senatsverwaltung eine Entscheidung zu treffen. Sollte sich herausstellen, dass die Kosten einer Sanierung tatsächlich in der Nähe derer eines Neubaus liegen, sei ein Neubau „ganz klar die bessere Alternative“, so Kleebank.
Bis dahin läuft die Sanierung des Schulbaus weiter. Vor allem in den Sommerferien soll ein großer Teil der Arbeiten erledigt werden, unter anderem steht dabei die Wasserleitung im Blickpunkt. „Die jetzigen Maßnahmen sollen bis Ende des Jahres erledigt sein“, sagte der Bezirksbürgermeister.
Schulleiterin Pobloth hofft auf eine baldige Verbesserung des Zustands an der Schule. „Trotz dieser furchtbaren Situation habe ich sehr engagiertes Kollegium“, betonte sie, fügte allerdings hinzu: „Wenn die Kollegen jeden Tag wieder in ein desolates Gebäude kommen, dann zermürbt das das Kollegium. Ich habe Angst, dass gute Leute weglaufen.“








