Anderswo mögen neue Sommer-Baustellen mit Sperrzäunen überraschen – hier sind sie verschwunden: Plötzlich ist der Schwedter Steg – jene 25 Jahre junge Fahrrad- und Fußgängerbrücke, die man in Prenzlauer Berg so schmerzlich vermisste – wieder frei. Am Vorabend des 1. August meldete die Berliner Verkehrsinformationszentrale ganz unverhofft das Ende der Arbeiten. Und die ersten Fahrrad-Pendler entdecken dieser Tage nur zufällig: Der Bretterzaun ist weg, die versperrte Brückenauffahrt offen. Und der rund ein Kilometer lange Umweg entfällt.

Donnerstag

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Nach genau 137 Tagen Vollsperrung heißt es jetzt: rauf auf den Schwedter Steg. Zurück auf die kürzeste Verbindung in Richtung Mauerpark und Alexanderplatz. Hinein in den gewohnten Alltag für die vielen Fahrrad-Pendler, die aus Pankow in Richtung Berlin-Mitte zur Arbeit rollen. „Ich habe am Freitag beim zufälligen Vorbeifahren gemerkt, dass wieder frei ist“, sagt die Medizinerin Astrid. Sie ist einer von vielen Pankower Pedaleuren, die durch die Vollsperrung der wichtigen Brücken unterwegs zur Arbeit Zeit verloren. Und seit Eintritt der Sperrung im März morgens früher raus mussten. „Mich hat der gelbe Boden überrascht, der jetzt auf dem Schwedter Steg liegt. Rollt sich jedenfalls wunderbar und sieht gut aus“, freut sich Astrid über das Ende der Entbehrungen.

Vandalismus und Regen bremsten Brückensanierung in Prenzlauer Berg

Schwedter Steg Prenzlauer Berg
Stacheldraht als Vandalismus-Abwehr: Bei den Brücken-Bauarbeiten in Prenzlauer Berg mussten sich Baufirmen mit martialischen Schutzvorkehrungen behelfen.© Thomas Schubert / BM | Thomas Schubert

Tatsächlich galt die Erneuerung des maroden Dünnschichtbelags als Hauptanlass der Bauarbeiten. Was vom Berliner Senat als Sanierung mit Kosten in Höhe von 50.000 Euro angesagt war, erwies sich ab März als Vorhaben mit mehreren Fallstricken: Einbrüche auf dem Baustellengelände, Vandalismus und zuletzt das schlechte Sommerwetter warfen das Projekt um fast einen Monat gegenüber dem ersten Zeitplan zurück.

Schwedter Steg Brücke Prenzlauer Berg
Nach nur 25 Jahren wurde diese Brücke zum Sanierungsfall: Der Schwedter Steg in Prenzlauer Berg brauchte einen neuen Belag. Hier eine Aufnahme im unsanierten Zustand. © Thomas Schubert / BM | Thomas Schubert

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Schwedter Steg in Prenzlauer Berg öffnet nach über vier Monaten Sperrung

Zuletzt hing die Fertigstellung des neuen, gelblichen Brückenbelags davon ab, dass man in mehreren trockenen Tagen am Stück die oberste Schicht auftragen kann. Am Ende war die letzte Prognose zur Fertigstellung der Brückenbaustelle Schwedter Steg sogar zu pessimistisch.

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Für Mitte August war die Wiedereröffnung vorausgesagt. Zu tief gestapelt, wie man nun sieht. Ohne Trommelwirbel und Erklärungen ist das Werk zum Start in den Hochsommer-Monat August einfach getan. Nach exakt vier Monaten und 15 Tagen lässt sich auf dem stählernen Doppelbogen über dem Abgrund des Bahngrabens in Prenzlauer Berg auch wieder etwas zelebrieren, was man hier besonders gut genießen kann: Der freie Blick auf den Sonnenuntergang gilt als Bonus, den man in der Nachbarschaft fast so sehr vermisst hat, wie die freie Fahrt.