Höchstens einen Tag lang fließt der Strom. Aber dann gehen auch im stärksten Katastrophenschutz-Leuchtturm des einwohnerstärksten Bezirks Pankow die Lichter aus. Im Falle eines großen Blackouts – etwa durch einen Anschlag, militärischen Angriff oder ein Naturereignis – sind die Vorkehrungen nicht unbedingt ermutigend. Und als zentrales Problem erweist sich die Notstromversorgung. In einem Stadtgebiet von über 420.000 Einwohnern verfügt nur das Rathaus Pankow über eine Netzersatzanlage mit einer autarken Laufzeit von 24 Stunden. Die übrigen drei Versorgungsbasen des Bezirks im Katstrophenfall werden bislang lediglich über mobile Benzin-Notstromaggregate versorgt – deren Tankfüllung sogar nur für den Betrieb von 11,5 Stunden reicht. Diese Erkenntnisse gehen aus einer aktuellen Anfrage der CDU-Fraktion an das Bezirksamt hervor.

Donnerstag
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Erkundigt hatte sich die Verordnete Sibylla Susanne Knebel nach der Leistungsfähigkeit der sogenannten Katastrophenschutz-Leuchttürme. Eigentlich sind diese zentralen Anlaufstellen die wichtigste Hilfestellung für die Bevölkerung im Krisenfall, garantieren die Versorgung mit Strom, Informationen und Internet. Und das können sie wohl im Ernstfall auch – aber eben nur, solange die Stromversorgung reicht.
Im Katastrophenfall wird selbst in Pankows „Leuchttürmen“ der Strom knapp
Diese konkreten Angaben zur Leistungsfähigkeit macht das Bezirksamt Pankow jetzt erstmals zu den vier bekannten Anlaufpunkten, der Art der Notstromversorgung und der maximalen Laufzeit:
| Rathaus Pankow | Fest verbaute Netzersatzanlage | 24 Stunden |
| Rathaus Weißensee | Mobiles Notstromaggregat | 11,5 Stunden |
| Prenzlauer Berg Campus Fröbelstraße | Mobiles Notstromaggregat | 11,5 Stunden |
| Bürgerhaus Buch | Mobiles Notstromaggregat | 11,5 Stunden |
Alle vier Standorte sind noch im Aufbau, sollen möglichst schnell betriebsbereit gemacht werden. Doch ein konkreter Stichtag für die vollständige Einsatzfähigkeit aller Leuchttürme lässt sich laut Bezirksamt Pankow aktuell jedoch nicht benennen. Die Umsetzung erfolge gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum für Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement (KBK) der Senatsinnenverwaltung, heißt es.
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Pankow will Anlaufstellen mit zehn Mitarbeitern pro Schicht besetzen
Je Standort sieht das Bezirksamt einen 24-Stunden-Betrieb mit mindestens 10 Mitarbeitenden pro Schicht vor – darunter Leitung, Koordination und sieben Beratungskräfte. Geplant ist ein Zweischichtsystem à 8 Stunden, sodass die Leuchttürme rund um die Uhr im Ernstfalls besetzt werden können. Ein praktisches Manko: Bisher wurde jedoch keine umfassende Einsatzübung durchgeführt. Diese ist erst vorgesehen, sobald sämtliche technischen, personellen und organisatorischen Fragen geklärt sind. Und ein Termin steht noch aus.
Erst wenn das Leuchtturm-System berlinweit einsatzbereit ist, soll es eine breite Informationskampagne geben – sowohl durch die Senatsverwaltung als auch durch das Bezirksamt Pankow über Ausdrucke und Bekanntgaben im Internet und über Social Media.
Smartphone-Apps zeigen Bürgern im Ernstfall die Leuchttürme an
Im Einsatzfall würde die Öffnung der Leuchttürme zwar über Warn-Apps auf Smartphones wie KATWARN und NINA kommuniziert. Eine direkte technische Einbindung oder Steuerung der Leuchttürme über diese Apps ist aber wiederum laut Bezirksamt nicht vorgesehen.
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Weil sich aktuell solche Schwächen zeigen, fordert der CDU-Verordnete David Paul vom Bezirk, dass zumindest frühzeitig Informationen fließen. Man solle einen kostenlosen Ratgeber über Bürgerämter und Wahllokale verteilen, empfiehlt Paul – den „Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen“ des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe. Bevölkerungsschutz gewinne wegen „multipler Herausforderungen, wie Extremwetterereignisse, Stromausfälle oder Wasserrohrbrüche zunehmend an Bedeutung“, meint der Lokalpolitiker. „Es geht hier nicht um Panikmache, sondern um Vorsorge mit Augenmaß.“





