Der Weiße See im Bezirk Pankow ist Berlins Biotop der Sorgen: Wassermangel, durch illegale Badetouristen niedergetrampelte Uferzonen und immer wieder Badetote. Doch der der Bezirk greift inzwischen durch, nach verstärkten Kontrollen in diesem Sommer startet mit der Instandsetzung der Wege jetzt ein großangelegter Umbau des Parks, der bis 2025 dauern und mit mehr als fünf Millionen Euro zu Buche schlägt. Bürgerinnen und Bürger haben dazu noch bis zum 8. Oktober auf mein.berlin.de Gelegenheit, ihre Meinung über einen neuen Gehwegbelag kundzutun. Im Bildungszentrum Peter Edel (Berliner Allee 125) ist zudem für den 14. Oktober von 12 bis 17 Uhr ein offener Workshop für Interessenten vor Ort geplant.

„Der Weiße See hat für Pankow eine herausragende Bedeutung“, sagt Bezirksstadträtin Manuela Anders-Granitzki (CDU), anlässlich des ersten Spatenstichs zur Parkerneuerung. Deswegen sei ihr bei der Sanierung besonders wichtig, den Park im Sinne von Anwohnern und Besuchern zu gestalten. Erster Schritt dazu ist die Erneuerung des Zugangs auf Höhe der Bus- und Tramhaltestelle Falkenberger Straße/Berliner Allee, die künftig auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen – wie vom nahe gelegenen Blindenwohnwerk – erleichtern soll. Sie soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.

Pankow: Neuer Wegebelag könnte Park um Weißen See barreireärmer gestalten

Ein neuartiger Wegebelag soll sowohl umweltfreundlich sein als auch farblich die Zuordnung für Fußgänger und Radfahrer anzeigen.
Ein neuartiger Wegebelag soll sowohl umweltfreundlich sein als auch farblich die Zuordnung für Fußgänger und Radfahrer anzeigen.© FUNKE Foto Services | Sergej Glanze

In der Zwischenzeit haben Bürgerinnen und Bürger wenige Meter weiter die Gelegenheit, verschiedene Untergrundarten für die Instandsetzung der Wege selbst zu testen. Dazu wurden jeweils zwei unterschiedliche farbige Flächen mit dem bisherigen Kies-Sandgemisch und zwei Flächen aus Glorit hergestellt. Letzteres vereint nach Aussage der Experten gleich mehrere Vorteile.

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„Das Material lässt etwa 50 Prozent des Wassers durch, hat eine höhere Abriebfestigkeit, ist eben und rutschhemmend“, beschreibt Ronald Kölm vom Straßen- und Grünflächenamt die Vorteile. Er hofft, dass entsprechend hergestellte Wege mehr als zehn Jahre halten. Erste gute Erfahrungswerte dazu gebe es bereits aus dem Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg. Henning Seibt hat den Test bereits gemacht. Mehrfach ist der 36-jährige Rollstuhlfahrer zwischen den probeweise hergestellten Flächen hin und hergefahren, sagt: „Der neue Belag lässt sich problemlos befahren, ist nur minimal schlechter als Asphalt und hoffentlich besser fürs Klima.“

Wenn es die Bürger wünschen, könnte es erstmals auch offiziell erlaubt werden, einen Teil der Wege mit dem Fahrrad zu nutzen. Verschiedenfarbige Wege aus Glorit könnten deutlich machen, was wo zulässig ist. Angedacht ist das laut Verwaltung für den Bereich zwischen Indira-Gandhi-Straße und Amalienstraße.