Man könnte sagen: Es gibt es nicht einen Mauerpark, sondern zwei. Hier die 1994 eröffnete ursprüngliche Hälfte im früheren Todesstreifen an der Eberswalder Straße in Prenzlauer Berg. Dort die 2020 in Betrieb genommene, sieben Hektar große Erweiterung auf der Seite des Bezirks Mitte. Aus Sicht der Berliner die bessere Hälfte, wie eine neues Umfrageergebnis ergibt.
Exakt 99 Prozent der Teilnehmer würden einen Besuch weiterempfehlen, meldet am Mittwoch die Betreibergesellschaft Grün Berlin in ihrem Fazit. Auf einer Zufriedenheitsskala von 0 bis 10 lande die Mauerpark-Erweiterung bei einem Wert von 8,7. Ein Effekt, der sich vor allem aus dem Zuspruch von Familien ergibt. Hier stößt das weitläufige Wegenetz und die Gestaltung der neuen Spielplätze auf Wohlgefallen. „Das neue Areal des Mauerparks wird als eine ruhige Naherholungsoase und als Gegenpol zum ursprünglichen Mauerpark wahrgenommen“, schlussfolgern die Verantwortlichen bei Grün Berlin.
Und eben das war auch der Sinn hinter der Idee, die Parkfläche auf 15 Hektar zu verdoppeln. Nutzungsarten, die in der trubeligen, durch Straßenmusik und Partyvolk geprägten Alt-Fläche zu kurz kommen, sollten in der stilleren, grüneren und kinderfreundlicheren Neuerschließung ihren Raum finden. Nach der repräsentativen Befragung von 1043 Parkbesuchern, durchgeführt im vergangenen September, kann Grün Berlin dieses Ziel wohl als erfüllt sehen.
Mauerpark in Berlin: Alle Probleme konzentrieren sich in der alten Hälfte

Tatsächlich profitierte die neue Parkhälfte aber auch von einem höheren Budget, das die Betreibergesellschaft bislang in die Pflege investieren konnte. Bis heute lässt sich auf Luftbildern erahnen, wo Grün Berlin in der neuen Parkhälfte wässert – und wo das Bezirksamt Pankow in der alten Parkhälfte mit viel knapperem Budget verdorrende Wiesen bewirtschaftet.
Auch problemträchtige Erscheinungen wie Mikroplastik im Boden durch Rückstände von der Graffitiwand, Lärmbeschwerden wegen Musikdarbietungen und der illegale Verkauf von Bier und Cocktails konzentrieren sich unverkennbar auf der älteren, raubeinigen und urbanen Seite des Mauerparks.
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Ab 2027 könnten sich das Blatt allerdings wenden. Bis dahin bringt Grün Berlin die große Sanierung des Alt-Parks in mehreren Etappen zu Ende. Ein 16 Millionen Euro teures Großprojekt, was die Gesellschaft als „Qualifizierung“ bezeichnet. Gut möglich, dass die alte Hälfte, aufgerüstet mit LED-Leuchten, Wlan-Sendern und Bewässerungssystem für neu gesäte Wiesen dann die bessere wird.
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