Ein Kuss von links, ein Kuss von rechts: Über mangelnde Liebe kann sich Oscar aus Pankow nicht beklagen. Ein Familienfoto zeigt ihn in einem herzlichen Moment, flankiert von Mutter und Vater. Doch der Anlass, weswegen er dieses Bild nun ins Internet stellen ließ, ist ein trauriger: Papa Mathias leidet an Magenkrebs, kämpft um sein Leben, hofft auf eine besondere Therapie, die sich seine Familie selbst nicht leisten kann.

Also bittet Oscar um Spenden: 80.000 Euro hat der achtjährige Junge in seiner neuen Kampagne auf der Online-Plattform „Gofundme“ als Ziel ausgegeben. Geschaltet hat den Aufruf ein Freund der Familie. Und knapp die Hälfte dieser Summe war am Donnerstag schon erreicht.

„Mein Papa Mathias ist sehr krank. Die Ärzte sagen, dass es mit den medizinischen Hilfen, die die Kassen übernehmen, keine Therapie mehr gibt. Es gibt jedoch eine, nur muss man diese privat finanzieren“, schreibt der Oscar in einem Aufruf, den er mit Hilfe eines früheren Arbeitskollegen seines Vaters veröffentlicht hat. Nun stützen sich die Hoffnungen also auf ein Verfahren, das so viel kostet wie ein Luxusauto: die so genannte Dentrische Zelltherapie, welche die Ärzte in diesem Fall als Chance sehen.

Spendenkampagne: Krebstherapie für Familie für Pankow kaum bezahlbar

Tatsächlich hat sich der Gesundheitszustand von Oscars Vater in diesen Tagen so sehr verschlechtert, dass Oscar und seine Unterstützer das Ende der Spendensammlung gar nicht abwarten können. Mit Geld, das die Familie im privaten Umkreis sammeln konnte, soll eine erste Etappe der Zelltherapie sofort starten. Und der weitere Verlauf könnte davon abhängen, wie viel Geld zur Verfügung steht. Auch Oscars Mutter muss in diesen schweren Zeiten zusehen, wie sich Miete und Lebensunterhalt bestreiten lassen.

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Unter dem Eindruck des Schicksalsschlags möchten Oscar und seine Familie nicht mehr über sich preisgeben, als dass sie in Französisch Buchholz leben und zur Behandlung der Krebstherapie, aber auch für die zukünftige Bewältigung des Alltags finanzielle Unterstützung brauchen. „Wir haben noch so viel vor zusammen“, schreibt der Schüler. Soeben hätte seine Mutter den Vater geheiratet. Viele Freunde und Kollegen verbreiteten mit ihrem Beistand Zuversicht und Mut.

„Unfassbar gerührt“: Oscars Familie bedankt sich für die Anteilnahme

Aber 80.000 Euro hat laut Oscar niemand parat. „Diese Summe kann ein so kleines Netzwerk nicht alleine stemmen“, heißt es in der Petition. Matthias Prillwitz weiß als Freund der Familie um den Ernst der Lage. Als Initiator der Spendenkampagne in Oscars Namen beschreibt er eine hohe Anteilnahme im Bekanntenkreis, dank der man bereits kleinere Beträge für die Krebsbehandlung einwerben könnte.

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Dass sich der Zustand von Oscars Vater so schnell verschlechtert, habe tiefe Betroffenheit ausgelöst und zu ersten Spendensammlungen im privaten Umfeld geführt. Nun aber kommt man um die Online-Kampagne nicht mehr herum. Mit einem Kostenvoranschlag wolle man noch bestimmen, welche finanziellen Mittel in welchem Rhythmus bereitliegen müssen. „Die Kostenhöhe richtet sich auch danach, in welcher Stadt die Behandlung erfolgt und ob wir Mathias Familie dort unterbringen müssen, um ganz nah bei Ihm zu sein“, erklärt Prillwitz. Man rechne mit einer Behandlungsdauer von drei bis sechs Monaten. Und ob die Therapie wirkt, zeigt sich erst danach.

Schon die bisherige Resonanz auf die Spendensammlung hat laut dem Kampagnenorganisator einen emotionalen Effekt: „Mathias und seine kleine Familie sind unfassbar gerührt von dieser Aktion und möchten am liebsten alle umarmen.“