Man stelle sich vor: 384 Quadratmeter Wohnfläche, verteilt auf fünf Zimmer, mit eigener Sauna, frei stehender Wanne, Terrasse und Blick über die Dächer eines durchsanierten Berliner Gründerzeitkiezes. Kostenpunkt: 11.500 Euro Nettokalt pro Monat – und dazu noch einmal rund 1000 Euro Nebenkosten. Dieses Angebot ist die derzeit teuerste Mietwohnung in Prenzlauer Berg, die es laut der Analysen des Portals „Immobiliensout24“ auf Platz zehn der Top Ten Deutschlands schafft.
An den absoluten Spitzenreiter, ein 19.500 Euro-Design-Penthouse mit zitronengelber Farbgebung in Berlin-Mitte kommt diese Offerte aus Prenzlauer Berg zwar nicht heran. Aber in einem Ortsteil, wo praktisch alle Kieze Milieuschutzsatzungen unterliegen und das Bezirksamt Pankow streng über Balkon- und Fahrstuhl-Anbau wacht, zeigt dieser Fall, was trotz politischer Regularien möglich ist. Denn es handelt sich um ein teilmöbliertes Penthouse mit allen Schikanen, die sich wohlbegüterte Mieter vorstellen können. Laut Anbieter wurde es 2019 entkernt und mit neuen Finessen aufgerüstet.
Teuerste Mietwohnung in Prenzlauer Berg liegt auf alter Fabrik

In den Räumlichkeiten, die sich auf einem ehemaligen Fabrikgebäude befinden sollen, hat der Eigentümer laut Annonce eine maßgefertigte Innenausstattung von der Schreinerei „Der Raum“, verbaut. Dazu ein aufwendiges Soundsystem und einen Beamer mit Leinwand. Zu dem luxussanierten Dachgeschoss gehört eine Klimaanlage ebenso wie eine Wärmepumpe, eine Kücheninsel mit zugehörigem Hauswirtschaftsraum. Und in einem eigenen Ankleideraum lässt sich die Garderobe aussuchen, mit der man nach dem Saunagang vielleicht das nächstgelegene vegane Café besuchen kann. Wenn man denn voraussetzt, dass ein möglicher Mieter dem Prenzlauer Berg-Klischee entspricht.
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Dass man es mit einem Wohnungseigentümer zu tun bekommt, der sich mit den Möglichkeiten des Mietrechts auskennt, zeigen die besonderen Modalitäten. Laut Annonce möchte er einen auf maximal vier Jahre befristeten Index-Mietvertrag mit einer Mindestmietzeit von zwei Jahren abschließen. Ein kurzes Wohn-Intermezzo ist also ebenso wenig möglich wie das Altwerden über den Dächern von Prenzlauer Berg.
29,95 Euro pro Quadratmeter nettokalt: Vermieter hat besondere Vorstellungen
Dass Hauseigentümer bei den Mieten das Maximum austesten, kennen Nachbarn von Supermarktwohnungen am Mauerpark und im Winskiez. In zwei Bauensembles auf Geschäften, entstanden 2021 und 2022 Wohnungen mit Nettokaltmieten von bis zu 25 Euro pro Quadratmeter. Das zehntteuerste Inserat Deutschlands bringt es nun auf 29,95 Euro.
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