Knapp eine Woche nach dem gewaltsamen Tod der fünfjährigen Anissa in Pankow wurde die mögliche Tatwaffe gefunden. Das bestätigte die Berliner Staatsanwaltschaft, ließ jedoch Fragen zu Fundort und -zeitpunkt zunächst unbeantwortet. Man wolle die weiteren Ermittlungen nicht gefährden, wie es hieß. Diese würden andauern. Unbestätigten Medienberichten zufolge wurde die Waffe bereits am Wochenende entdeckt.
Das Mädchen wurde am 21. Februar zunächst als vermisst gemeldet. Knapp drei Stunden später, gegen 17.45 Uhr, wurde das leblose Kind in einem Gebüsch im Pankower Bürgerpark gefunden. Ihr Körper wies mehrere Stichwunden auf, an denen Anissa wenig später im Krankenhaus starb. Auch dazu, um welche Art von Waffe es sich handelt, machte die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben.
Der 19 Jahre alte Babysitter, der noch am Tattag festgenommen wurde, gilt offenbar weiter als dringend tatverdächtig. Gegen ihn wurde ein Haftbefehl wegen Totschlags erlassen, er sitzt weiter in Untersuchungshaft. Nach bisherigen Angaben hat er sich nicht zu den Anschuldigungen geäußert. Ob er das inzwischen doch getan hat, ist unbekannt.
Ermittler schließen sexuelles Motiv für die Tat aus
So ist auch weiterhin offen, warum das Mädchen sterben musste. Ein sexuelles Motiv schlossen die Ermittler nach der Tat schnell aus. Die Obduktion der Leiche habe keinerlei Hinweise darauf ergeben, wie es hieß. Der mutmaßliche Täter ist laut Ermittlern nicht mit dem Mädchen verwandt gewesen, allerdings seien seine und die Mutter des getöteten befreundet.
Laut „Berliner Zeitung“ und „BZ“ soll es sich allerdings um einen entfernten Cousin des Opfers aus dem Wedding handeln. Dort heißt es ferner, dass an dem Mann keine Blutanhaftungen festgestellt worden seien. Die Tatwaffe, demnach ein Messer, werde derzeit von der Kriminaltechnik des Landeskriminalamts untersucht.
Die Familie des Opfers soll deutscher, türkischer und polnischer Herkunft sein. Der 19-Jährige, der die deutsche und türkische Staatsangehörigkeit besitzen soll, habe öfter auf Anissa und ihre Geschwister aufgepasst. So auch am Tattag auf dem Spielplatz im Paule-Park einige Hundert Meter vom späteren Fundort der Leiche entfernt.

Von dort soll er um 14.45 Uhr mit dem Mädchen aufgebrochen sein, da dieses auf Toilette gemusst habe, wie es hieß. Wenig später kam er allein zurück. Er soll angegeben haben, er habe das Kind verloren. Dies gab die Staatsanwaltschaft nach der Tat als maßgeblichen Grund für die Festnahme an.
Bis zum Auffinden des verletzten Mädchens durchsuchten rund 100 Polizeikräfte die Gegend. Sie wurde schließlich mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht, wo sie starb. Bei einer Verurteilung wegen Totschlags erwarten den 19-Jährigen bis zu 15 Jahre Haft, sofern das Gericht hier Erwachsenenstrafrecht anwendet.
Nur wenige Meter entfernt mordete der Kannibale von Pankow
Es ist nicht das erste grausame Verbrechen, dass sich in jüngster Vergangenheit rund um den Pankower Bürgerpark zutrug. Nur wenige Meter vom Eingang entfernt lebte bis zu seiner Festnahme ein Lehrer, der später als „Kannibale von Pankow“ traurige Berühmtheit erlangte. Stefan R. soll im Jahr, damals 41 Jahre alt, soll im September 2021 einen drei Jahre älteren Mann in seiner Wohnung getötet und teilweise verspeist haben.
Erste Teile der Leiche wurden zwei Monate darauf am nordöstlichen Berliner Stadtrand gefunden. Dabei handelte es sich zum Teil um Knochen, von denen das Fleisch sauber abgetrennt wurde. Die Auswertung der Handydaten des Toten führten die Ermittler schließlich auf die Spur des Täters. Beide hatten sich auf einem schwulen Datingportal kennengelernt und verabredet.
In der Wohnung des Mathematiklehrers wurde Blut des Getöteten, weitere Leichenteile sowie entsprechendes Werkzeug gefunden. Stefan R. wurde wegen Mordes aus „sadistisch-kannibalistisch geprägter sexueller Tatmotivation“ angeklagt und im Januar 2022 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.
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