Mord

Sexualmord in Berlin: Weitere Leichenteile gefunden

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Knochen an einem Waldstück in Berlin-Buch entdeckt: Ermittler untersuchen den Fundort.

Knochen an einem Waldstück in Berlin-Buch entdeckt: Ermittler untersuchen den Fundort.

Foto: Morris Pudwell

Bei den Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Sexualmord in Berlin sind weitere Leichenteile entdeckt worden. Kein Kannibalismus-Verdacht.

Berlin. Bei den Ermittlungen zu einem mutmaßlichen Sexualmord in Berlin sind weitere Leichenteile entdeckt worden. Fast der gesamte Körper eines 44-Jährigen sei inzwischen gefunden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, am Mittwoch.

Ermittelt werde weiter gegen einen 41-jährigen Deutschen, der in Untersuchungshaft sitzt. Der Verdacht gegen ihn habe sich erhärtet, so der Sprecher. Der Verdächtige soll sich bislang nicht zu den Vorwürfen geäußert haben.

Laut Staatsanwaltschaft gibt es keine Hinweise, dass sich der 44-Jährige Stefan T. habe töten lassen wollen. Der Mann aus Berlin-Lichtenberg, laut Polizei ein Monteur im Hochleitungsbau, hatte seine Wohngemeinschaft am 5. September kurz vor Mitternacht verlassen und war zunächst spurlos verschwunden.

Haftbefehl wegen Sexualmordes

Im November war gegen den 41-Jährigen Haftbefehl wegen Sexualmordes aus niederen Beweggründen erlassen worden. Zuvor hatten Spaziergänger ein Leichenteil in Berlin-Pankow entdeckt. Rechtsmedizinische und kriminaltechnische Untersuchungen ergaben, dass es sich um sterbliche Überreste des Vermissten handelte.

Zu einem möglichen Kannibalismus-Verdacht sagte der Staatsanwaltschafts-Sprecher, Rechtsmediziner hätten dazu keine Hinweise gefunden. Der mutmaßliche Täter solle aber im Internet zu Kannibalismus und Tötungsphantasien recherchiert haben.

Nach dpa-Informationen ist der Verdächtige Lehrer, er soll in einschlägigen Foren unterwegs gewesen sein. Bei den Ermittlungen waren auch Personen- und Leichenspürhunde eingesetzt worden, die später zu dem 41-Jährigen aus Berlin-Pankow geführt hätten.

Die Ermittler der 6. Mordkommission hatten den Mann am 18. November 2020 festgenommen, nachdem er über die Auswertung verschiedener Chatgruppen ins Visier der Fahnder geraten war. Sie hatten Chatprotokolle des Verdächtigen Stefan R. und des Opfers Stefan T. gesichert und ausgewertet. Beide hatten sich auf einer Dating-Plattform ausgetauscht.

Im November hatte der Verdacht bestanden, dass der Festgenommene sein Opfer getötet und anschließend Teile von ihm verspeist haben könnte. Das zumindest würden die gefundenen Knochen erklären, die ohne jegliches Fleisch gefunden worden sind. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, hatte im November auf Nachfrage gesagt, dass es Hinweise auf Kannibalismus gebe.

Leichenspürhunde der Berliner Polizei witterten Leichenteile in Dosen

Ebenfalls im November war die Wohnung des Verdächtigen, bei dem es sich um einen Lehrer handeln soll, in Pankow an der Parkstraße durchsucht worden. Zum Einsatz waren auch Leichenspürhunde gekommen. Wie die Morgenpost damals erfahren hatte, schlugen die Tiere an, als sie Tiefkühlbehältnisse und Dosen aufspürten. Diese waren jedoch leer. Das reichte offenbar noch nicht für einen Haftbefehl, wie diese Zeitung erfuhr.

Erst anschließende Tests der Experten der Kriminaltechnik sollen Blutspuren des Vermissten in der Wohnung des später Verhafteten sichtbar gemacht haben. Daraufhin soll die Staatsanwaltschaft der Verhaftung zugestimmt haben. Zudem wurden eine Sackkarre und eine Tiefkühlbox entdeckt und auf Spuren untersucht. Auch „einschlägige Werkzeuge“ wie etwa Messer und Sägen wurden gefunden.

Anfang November hatten Spaziergänger beim Gassigehen mit ihrem Hund an einem Waldstück am Buchholzer Graben mehrere Knochen entdeckt. Daraufhin hatte die Gerichtsmedizin die Überreste sichergestellt und untersucht. Bei dem Mann handelte es sich um einen Monteur im Hochleitungsbau.

Berliner Fall erinnert an Kannibalen von Rotenburg

Der aktuelle Fall weckt die Erinnerungen an einen Fall aus dem Jahr 2001. Damals hatte Armin Meiwes, der nach seiner Tat als „Kannibale von Rotenburg“ bekannt geworden ist, seine Internet-Bekanntschaft aus Berlin, Bernd Brandes, getötet, zerlegt und Teile des Körpers gegessen. Meiwes verbüßt seit 2006 eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes.

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