Baustart spätestens im Sommer und Sportunterricht in einer benachbarten Halle: Der Bezirk Pankow erhöht gewissermaßen die Spannung in Sachen Sanierung der Tesla-Schule. Eltern und Schulleitung hatten vorher öffentlich Druck gemacht, nachdem Planungen für eine neue Multifunktions-Sporthalle und einen neuen Außenbereich nach zwölf Jahren noch nicht umgesetzt sind. Dem Vernehmen nach scheiterte die Umsetzung immer wieder an Finanzierungsfragen zwischen Senat und Bezirk. Eine Teilung des Projekts soll nun den zeitigen Baubeginn ermöglichen.
„Wir wollen jetzt mit dem Bau der Halle beginnen, unabhängig davon, ob die Finanzierung der Außenanlagen aufgestockt wird“, sagte Jürgen Bornschein, Leiter des Fachbereichs Hochbau beim Bezirksamt Pankow, im Ausschuss für Schule und Sport. Die Verwaltung sei nun „hinreichend sicher“, wenigstens das Geld für die Dreifeldhalle mit Mensa vom Land Berlin zu bekommen. Zumindest auf Raten. Doch dazu später mehr.
Pankow: Bezirk und Senat streiten über Gestaltung des Schulhofs
Schul-Stadträtin Dominique Krössin (Linke) wird mit Blick auf die Hintergründe konkreter. Offenbar gibt es mindestens mit Blick auf den Außenbereich einen Streit zwischen Bezirk und Senat, wie die Gestaltung des Außenbereichs umgesetzt werden soll. „Die Landesebene hat uns Geld für die Außenanlagen gestrichen“, sagte die Behördenleiterin. So fehle rund eine Million Euro.
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Denn Tesla-Schule und Bezirk legen bei der Neugestaltung Wert auf Inklusion. Dafür sei zum Beispiel ein Fallschutz unter Spielgeräten aus Kunststoff notwendig. Bezahlen will der Senat aber nur Hackschnitzel. Mehrere Punkte dieser Art seien es, die bislang eine Einigung verhinderten.

„Wir hören jetzt auf, insgesamt eine Lösung zu suchen und das dadurch noch länger zwischen Senat und Bezirk hin und herzuspielen“, erklärte Krössin. Im Fokus stehe jetzt der Bau der Sporthalle, die noch in diesem Frühjahr ausgeschrieben werden soll. Dabei wolle ihre Behörde jedoch die Außenanlagen im Blick behalten. Sollte die Landesebene das inklusive Bauen nicht bezahlen, wird die Verwaltung das Geld dafür im Bezirk suchen, verspricht die Stadträtin.
Tesla-Schule braucht dringend eine neue Sporthalle mit Mensa
Um die Einschränkungen der Bauphase für die Tesla-Schule so gering wie möglich zu halten, solle mit dem Abriss der „museumsreifen Halle“ (O-Ton Krössin) erst begonnen werden, wenn die Ausschreibung abgeschlossen und wirklich Unternehmen für einen Neubau gefunden wurden. Dominique Krössin bietet deswegen an, dass die Schülerinnen und Schüler der Gemeinschaftsschule ab dem nächsten Schuljahr die Sporthalle der Grundschule G48 in der nahe gelegenen Conrad-Blenkle-Straße nutzen dürfen. Dafür ist noch Kapazität, da die erst 2019 eröffnete Schule noch von unten „aufwächst“.

Krössin ist klar, damit noch nicht alle Probleme der Schule gelöst zu haben. „Für die Pfütze auf dem Hof gibt es keine schnelle Lösung“, sagte die Stadträtin. Sie hatte zuvor Flipcharts aufstellen lassen, um zumindest den Versuch zu starten, den langwierigen Verlauf des Projekts zu erklären. Demnach war die ursprünglich ebenfalls geplante Sanierung des alten SK-Baus der Schule 2014 von der damaligen Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gekippt und das Gebäude durch einen Modularen Ergänzungsbau ersetzt worden.
Bauprojekt in Prenzlauer Berg wurde bereits einmal geteilt
Entsprechend musste die Planung für das Gesamtprojekt schon einmal umgeworfen werden, so die Stadträtin, allerdings ohne damals gleich die Entwässerungsproblematik mit zu planen. Das soll mit dem Neubau der Halle jedoch anders werden. Fachbereichsleiter Bornschein ergänzt: „Was wir dabei für die Außenanlagen mit vorbereiten können, machen wir“. Dazu gehöre etwa eine unterirdische Zisterne, in die das Wasser von den Gebäuden künftig geleitet werden soll.
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Für Eltern und Schule trotzdem eine große Erleichterung. Der baldige Baubeginn der Sporthalle „ist die schönste Antwort heute“, sagte Gesamtelternvertreter Thomas Niemynarz. Die Gestaltung des Außenbereichs auf die Zeit danach zu verlegen, ergebe aus seiner Sicht Sinn. Die Eltern wollen nun den Sommer abwarten, bis dahin gewissermaßen Burgfrieden wahren.
Schulleiterin Maja Wessolowski schlug jedoch noch einmal kritische Töne an. Nach Darstellung des Bezirks erscheine es, als wäre in all den Jahren immer etwas passiert. „Das war nicht mein Eindruck.“ Um in Zukunft mehr Transparenz über den Fortgang des Verfahren zu haben, forderte sie die Benennung von Ansprechpartnern ein. „Ich muss meine Schulgemeinschaft verlässlich informieren können“, so Wessolowski. Krössin versprach, diese Information nachzuliefern.

Der Hoffnung, noch einmal neu über eine weitergehende, „zeitgemäße“ Umgestaltung des 2011 geplanten Schulhofs nachzudenken, erteilte die Verwaltung jedoch eine Absage. „Das Ding ist so spitz auf Knopf, da können wir keine großen Änderungen mehr machen“, erklärte der Hochbauleiter. Mit welchen Kosten derzeit insgesamt für Turnhalle und Schulhof gerechnet wird, vermochte der Bezirk jedoch auch bis zum späten Nachmittag des Folgetages nicht zu sagen.
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Während die Schulgemeinschaft nun auf einen baldigen Baustart hofft, bleibt noch eine gewaltige Kröte zu schlucken: Für die Umsetzung werden nach aktueller Haushaltslage vier weitere Jahre ins Land gehen. Nicht, weil der Bau so lange dauert, sondern weil das Geld dafür gewissermaßen nur scheibchenweise zur Verfügung steht, wie Jürgen Bornschein erklärte. Den Tesla-Schulbau gibt’s gewissermaßen nur auf Raten.



